"Für uns war klar: Wir wollen mit unserer Plattformidee sehr schnell durchstarten. Für eine langwierige Integration in die bestehenden IT-Systeme und die SAP-Landschaft war keine Zeit. Außerdem wollten wir einen gewissen Kostenrahmen nicht sprengen. Und so machte am Ende das Cloud Computing Angebot von salesforce.com das Rennen. Kick-off Leitz Create! fand im April 2010 statt, Weihnachten 2010 ging Leitz create! online"

—Jasmin Gottselig
EBusiness Managerin

 

Der Ordner Klassiker im neuen Outfit

Vollständiger Anwenderbericht

Leitz entpuppt sich mit Mass Customization Ansatz und Offenheit für Cloud Computing
Technologie als Trendsetter für innovative Produktentwicklung

Abstract: Mass Customization vereint den Wunsch vieler Konsumenten nach einem individualisierbaren Produkt zum Preis eines Massenartikels. Das Traditionsunternehmen Leitz hat diesen Trend früh erkannt und bietet mit Leitz Create! seit Ende Dezember 2010 ein „Design-it-yourself“ Angebot für individualisierte Leitz Ordner an. Aus dem Ordner Klassiker wird so ein Einzelstück im Unternehmensdesign oder mit selbstgestalteten Fotos, Schriften und Grafiken. Aber wie wurde aus einer Produktidee eines Marktführers in Rekordzeit ein kreativer Online-Shop mit ausgefeilten Produktionsprozessen hinter den Kulissen?

EBusiness Managerin, Jasmin Gottselig:
"Für uns war klar: Wir wollen mit unserer Plattformidee sehr schnell durchstarten. Für eine langwierige Integration in die bestehenden IT-Systeme und die SAP-Landschaft war keine Zeit. Außerdem wollten wir einen gewissen Kostenrahmen nicht sprengen. Und so machte am Ende das Cloud Computing Angebot von salesforce.com das Rennen. Kick-off Leitz Create! fand im April 2010 statt, Weihnachten 2010 ging Leitz create! online"

Beispiele für den Trend Mass Customization gibt es viele. Sie reichen vom personalisierten T-Shirt über Fotobücher, Modeschmuck und Müslimischungen bis hin zu eher ausgefallenen Ansätzen wie chinesischen Glückskeksen mit individueller Botschaft oder Fressnapf mit Widmung für des Menschen besten Freund. Das Geschäftsmodell funktioniert so: Der Kunde kann aus einer Art Baukastensystem sein Produkt online konfigurieren und im Anschluss daran seine persönliche Kreation gleich bestellen. Eine aktuelle Studie der Fachhochschule Salzburg und der Uni Aachen hat ergeben, dass Deutschland gar die Hochburg der Mass Customization Angebote ist. Deutschland zeigt sich in diesem Bereich also als Geburtsort für einen potenziell globalen Trend.

Das Traditionsunternehmen Leitz geht neue Vertriebswege

Noch bieten überwiegend Start-Ups personalisierte Produkte an, traditionelle Großkonzerne erkennen jedoch zunehmend die Vorteile des Vertriebsmodells. Das bereits 1871 gegründete Unternehmen Leitz hat sich mit Leitz Create! auf neues Terrain gewagt. Der neue Online-Shop ermöglicht es Unternehmen Ordner ab einem Stück, im eigenen Corporate Design online zu gestalten und anschließend zu bestellen. Für Unternehmen mit größeren Mengen existieren solche Angebote im Bereich Leitz Individual schon länger, aber für kleinere Unternehmen wie Steuerberater, Anwaltskanzleien oder Architekten, mit kleineren Bestellmengen, ist dieser Service neu. Auch Privatpersonen können jetzt im Online-Shop ohne Vorkenntnisse eigene Ordner-Layouts für gesammelte Rezepte, die Organisation der Hochzeit, oder den Papierkram rund um Steuer, Versicherung etc. zusammenstellen.

Das Prinzip ist einfach: Logo, Foto oder Grafik hochladen – fertig. Neben der individuellen Gestaltung mit eigenen Bildern bietet www.leitz-create.com eine Auswahl von vielfältigen Schrifttypen, Clipart- und Motivgalerien, sowie zahlreiche fertig gestaltete Designvorlagen an.

EBusiness Managerin und Projektleiterin Jasmin Gottselig erinnert sich an den Projektverlauf: „Angefangen hat alles in unserem Innovationsteam. Unser Ansatz war, dass wir uns die aktuellen Konsumententrends ganz genau anschauen und nach Verbindungen zu unseren bestehenden Geschäftsbereichen suchen. Leitz create! ist die Antwort auf Entwicklungen wie Online-Shopping, Crowdsourcing, der Kunde als Trendmanager, Web 2.0 sowie den Fortschritten bei den Web-to-Print Technologien.“

Leitz entscheidet sich für eine maßgeschneiderte Systementwicklung in der Cloud

Für die Prozesse, die im Hintergrund des Online-Shops ablaufen suchte Leitz ein zuverlässiges, flexibles und kosteneffizientes IT-System. Die maßgeschneiderte Salesforce Lösung sollte alle Bestell-, Produktions- und Zahlungsprozesse automatisch organisieren. Außerdem hatte das Innovationsteam den Anspruch das Produkt so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen, immerhin hatten Endusertests im Vorfeld die Idee als erfolgversprechend verifiziert. In Absprache mit Esselte’s Management, sowie der Webagentur Weitclick, die für die grafische und technische Konzeption, und Programmierung von Leitz create! zuständig war, fiel die Wahl auf den Cloud Computing Spezialisten salesforce.com und dessen Implementierungspartner ITB Consult.

Unter den Begriff Cloud Computing fallen IT-Ressourcen wie Speicherplatz, Software oder Entwicklungsumgebungen, die direkt über das Internet bezogen und betrieben werden. Bei diesem IT-Modell sind die Daten nicht mehr auf unternehmenseigenen Servern, sondern im Mega-Rechenzentrum des Cloud Anbieters gespeichert. Für den Einsatz einer Cloud Computing Lösung sprach, dass Wartung und Updates des Systems sowie die IT-Sicherheit vom Anbieter übernommen werden. Das hauseigene IT-Personal wird dadurch außerdem von Routineaufgaben entlastet. Der End-User wiederum hat den Vorteil, dass er über das Internet von jedem Ort, zu jeder Zeit und über jedes mobile Endgerät Zugriff auf die neusten Daten hat.

Herz und Basis des Entwicklungsprojektes bei Leitz war Force.com, die Entwicklungsplattform von salesforce.com für die Erstellung von Cloud Computing Anwendungen. Für die Programmierung auf Force.com gilt: Alles was man zum Loslegen braucht sind ein Rechner und ein Internetanschluss. Die gesamte IT-Infrastruktur wie Application Server, Testumgebungen, Sicherheitslösungen sowie Backup und Disaster Recovery stellt salesforce.com.

Vom Workflowmanagement und Businesslogik, User-Verwaltung, Datenmanagement, Reporting bis hin zur Produktionsunterstützung und Logistik werden zusammen mit einer an Java orientierten Programmiersprache in einer einzigen Umgebung bereitgestellt. Außerdem lassen sich weitere Applikationen über Webschnittstellen anbinden. Der entscheidende Punkt für Nicht-Techniker ist jedoch, dass Force.com Geschäftsanforderungen schnell und kosteneffizient im Vergleich zu traditionellen serverbasierten Entwicklungsplattformen umsetzen kann.

Von der Bestellung zum Wunschordner: Ein Blick hinter die Kulissen

Die einzelnen Funktionalitäten und Schnittstellen zu den Partnern wie z.B. DHL, die den Bestell- und Lieferprozess unterstützen, wurden in enger Zusammenarbeit mit Leitz und deren Webagentur Weitclick vom Implementierungspartner ITB Consult erstellt. Gemeinsam wurde ein Konzept für die einzelnen Prozesse erarbeitet. Sobald vom Shopfrontend eine Bestellung über die Schnittstelle angelegt wird, werden im System von salesforce.com unterschiedliche Prozesse angestoßen. Folgende Komponenten sind einen genaueren Blick wert:

  1. Prozesse individuell gestalten
    Bei Leitz create! mussten auch operative Prozesse abgebildet werden, die vertriebstechnisch erst einmal keine Relevanz haben. Verschiedene Dokumente, wie Rechnungen, mussten über das System direkt erzeugbar werden. Dies wurde über Visualforce von salesforce.com realisiert. Visualforce ist eine Technologie bzw. Programmiersprache von salesforce.com mit der man jegliche Art von Eingabemasken und Formularen gestalten kann.
  2. Produktionsstationen mit dem System verbinden
    Weiterhin wurde die Koordination der einzelnen Leitz-Ordner im Produktionsprozess realisiert. Die Mitarbeiter in der Produktion können Prozessschritte per Barcode Scan bestätigen oder zusätzlich benötigte Bestelldetails direkt am Arbeitsplatz abrufen. Salesforce.com, als Workflowmanagement-System, stößt verschiedene Prozesse an und verwaltet automatisch alle weiteren produktionsprozessrelevanten Schritte.
  3. Eine Webschnittstelle zur Buchhaltung ist Pflicht
    Der Online-Shop ist über eine Schnittstelle mit dem SAP-System bei Leitz verbunden. „Heute werden durch die API (Application Programming Interfaces) von Force.com Milliarden von Integrationstransaktionen pro Monat unterstützt, was einem Anteil von mehr als 57 % des Datenverkehrs über salesforce.com entspricht.
    Typische Beispiele für die Integration externer Anwendungen sind ERP-Pakete, Cloud Services wie Google Apps oder Desktop-Produktivitätstools wie Microsoft Outlook oder Lotus Notes.“, kommentiert Maic Stohr, Managing Director beim salesforce.com Implementierungspartner ITB Consult.
  4. CRM, Reporting und Planung hilft Marketing und Vertrieb
    Marketing und das Management nutzten die Reports aus dem System für die Erstellung verschiedenster Statistiken. Wichtig sind für Leitz vor allem die Auswertungen und Reports, die das Customer-Relationship Management betreffen. Die Produktion zieht sich wiederum Reports für die Absatzplanung. Weiterhin nutzt der Kundenservice in Uelzen die Daten im System für die Beantwortung von Kundenanfragen, Veränderungswünschen oder Reklamationen.

Cloud Computing macht Wachstum zum Kinderspiel

Nachdem die Verkaufszahlen von Leitz Create! die Prognosen erfüllt haben, hat das Unternehmen das Mass Customization Prinzip auf weitere Produkte wie Ringbücher, Präsentations- und Dokumentenmappen ausgeweitet. Zudem bietet Leitz nun eine einzigartige „SociaLeitz“ Applikation, die es deren Kunden ermöglicht, Ihre Facebook-Freunde auf allen angebotenen Leitz create! Produkten aufbringen zu lassen. Somit sind diese immer mit dabei.

„Wir lernen von Monat zu Monat hinzu, dank unserer Kunden. Die Kundenwünsche sind Basis, um unser Produkt- und Serviceangebot noch weiter zu verbessern.“, schließt die eBusiness Managerin Jasmin Gottselig. Für die Cloud Computing IT ist das kein Problem, denn die existierende Struktur kann per Mausklick um neue Produkte und Nutzer erweitert werden. Bei 20.000 Produkten, die in 130 Ländern der Welt verfügbar sind, sind dem Siegeszug der „Design-it-yourself Bewegung“ bei Leitz also keine Grenzen gesetzt.

Leitz

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