Stellen Sie sich vor, es wären Cordhosen in Mode. Alle würden im kommenden Herbst Manchesterhosen tragen – und nicht nur 2013, sondern auch 2014, 15, 16 und 17?! Vollkommen undenkbar, dass „Schnürlsamt“ oder welcher Modetrend auch immer sich über ein oder mehrere Jahre hinweg hält.

In der IT ist das im Augenblick jedoch genau der Fall. Nein, nicht dass alle ITler Cordhosen tragen (oder doch?), sondern dass es in der gesamten IT-Welt seit Jahren nur noch ein einziges Thema gibt und dass dies – darin sind sich Gartner, IDC, PAC und Experton absolut einig – weiterhin so bleiben wird. Hmpf. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich,

ICH KANN DAS WORT „CLOUD“ NICHT MEHR HÖREN!

Cloudia-HundEntschuldigen Sie, aber das musste jetzt mal gesagt werden. War die IT-Branche früher eine der spannendsten, so ist sie heute zum Gähnen langweilig geworden. Auf allen Kanälen gibt es nur noch ein Programm, und das heißt „Cloud“. Wolkige Lobeshymnen, dringende Warnungen vor Risiken und Nebenwirkungen, Milliardenumsatzprognosen und „Private-Public-oder-Hybrid-Cloud“-Diskussionen wechseln sich ab – das ist aber auch die einzige Abwechslung. Inzwischen ist das Thema Cloud schon so dominant, dass es sich Forrester gespart hat, Ende vergangenen Jahres die IT-Trends für 2013 auszugeben. Vielmehr hieß es, dass die Ende 2011 veröffentlichten Trends bis 2014 Gültigkeit haben. So weit sind wir jetzt schon!

Ausgeclouded

Deswegen muss ICH jetzt mal ganz dringend eine Prognose zur Cloud abgeben: Nach der Mitte dieses Jahrzehnts wird die Cloud kein Thema mehr sein. Also spätestens 2016 hat es sich ausgeclouded. Nein, nicht weil sich dann die Cloud-Skeptiker durchgesetzt haben, sondern weil die Cloud dann ein flächendeckendes Phänomen, sprich einfach absolut selbstverständlich geworden ist. Doch worüber wird man dann sprechen? Nun, hoffentlich ausschließlich über den konkreten Nutzen der Cloud – so wie wir das schon immer machen.

Fazit: Es besteht berechtigte Hoffnung, dass die IT-Welt in ein paar Jahren wieder interessanter und bunter wird – weil es dann eben nicht mehr um IT im Allgemeinen und die Cloud im Speziellen geht, sondern darum, was man damit alles Feines anstellen kann.