Für den einen ist es Magengeschwür-Prophylaxe, wenn er einmal herzhaft „Scheiße“ schreit – der Ärger muss schließlich raus. Für den anderen ist der Ausruf dieses unflätigen Schimpfwortes jedoch eine Beleidigung für seine Ohren. Was tun, wenn zwei solche Menschen in einem Großraumbüro zusammentreffen oder noch schlimmer, wenn die Anzahl der Magengeschwürprophylaxe-Treibenden deutlich höher ist als derjenigen, die unter dem rüden Umgangston leiden?

„Scheika“

Unser Kollege Adrian Casanova hat vor circa fünf Jahren eine gute Lösung für dieses Problem im Zusammenleben mit seinen ihrem Ärger Luft machenden Kollegen gefunden: Er hat einfach die „Scheißekasse“, kurz „Scheika“ eingeführt, in die bei jedem „Scheiße!“ 50 Cent einzuzahlen sind. Das „Wer-das-Unwort-benutzt-zahlt-System“ funktioniert hervorragend. Zwar ist die Anzahl der „Scheiße!“-Rufe nicht unbedingt drastisch zurückgegangen, aber wenigstens bleibt jeder Unwort-Schrei nicht „unbestraft“. Vielschimpfer können gar für 100 Euro eine Jahresflatrate erwerben. Auch war die Scheika schon beim Management Dinner dabei und hat an diesem Abend nur Scheine für „Scheiße!“ entgegengenommen :)

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Geld wird gespendet

So spült uns das Verwenden des „Kraftausdrucks“ pro Quartal an die 300 Euro in die Scheika. Geld, das, nein nicht gemeinsam verfressen oder versoffen, sondern gespendet wird! Die Euros gehen an Foundations, deren Gründer wir persönlich kennen und mit Arbeitseinsätzen und Spenden unterstützen:

Zum Beispiel spenden wir an den Smile Cambodia – Hilfe für Kambodscha e.V., der 2009 in München gegründet wurde und seither Projekte im Bereich der Bildung und Armutsbekämpfung in Kambodscha unterstützt. Oder das Münchener Erziehungshilfezentrum Adelgundenheim, eine Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising e.V.

Scheika-Gelder gingen auch an den Interplast Germany e.V., der Bedürftigen in Entwicklungsländern unentgeltlich mit plastisch-chirurgischen Operationen hilft – durch das ehrenamtliche Engagement von Experten. Zudem haben wir den Bondhu Bangladesh e.V., der sich für ein Gesundheitszentrum im Norden Bangladeshs engagiert, mit dem Inhalt der Scheika unterstützt.

Fazit: Die Scheika ist eine gute Sache für alle – für die, die ungehemmt „Scheiße!“ sagen dürfen, für die Kollegen, die daraufhin „50 Cent!“ rufen und für die Foundations, an die das Geld letztendlich gespendet wird.

P.S: In diesem Blogpost kommt das „Sch…-Wort“ siebenmal vor, weshalb ich jetzt gleich mal 3,50 Euro in die Scheika werfen werde :)