Ein „Guardian“-Artikel von Tim Anderson unter dem Titel “SEO ist tot – lang lebe Social Media Optimierung” hat kürzlich eine interessante Debatte in der SEO Community entfacht. Und zwar hat der Autor darin die These aufgestellt, dass die Bedeutung von Suchmaschinenoptimierung (SEO, engl.) immer weiter abnimmt und Unternehmen heute besser auf „Social Media Optimierung“ setzen sollten.

Webinhalte werden zunehmend über Social Media gefunden

Diese Debatte rund um SEO via Social Media ist nicht neu – Jeff Bullas gab bereits 2009 Tipps, wie Social Media der organischen Suche helfen kann. Nun wurde die Diskussion jedoch aufgrund aktueller Zahlen und Reports neu entfacht. So analysiert zum Beispiel Aaron Harris, Mitbegründer der Webseite Tutorspree, wie wenig Platz Google den organischen Suchergebnissen mittlerweile einräumt.

In seinem Beispiel nehmen die organischen Suchergebnisse gerade einmal 13 Prozent des Browserfensters ein. Den Rest des Platzes füllen Google-Anzeigen und -Webdienste. Als weiteres Argument dient ein aktueller Forrester Report, der zeigt, dass im vergangenen Jahr 32 Prozent der Webinhalte über Social Media gefunden wurden und nur noch 54 Prozent über die traditionelle organische Google-Suche. Zusätzlich wird die sinkende Bedeutung von SEO von der steigenden Mobilnutzung beeinflusst und dadurch, dass viele Kunden heute zunehmend über Apps auf lokalisierte Inhalte zugreifen.

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Das Beste aus Social Media herausholen

Das alles weist darauf hin, dass Social Media künftig SEO durchaus in den Schatten stellen könnten – wenn sie richtig genutzt werden! Letztendlich geht es ja „nur“ darum, dass Inhalte bei den Kunden ankommen respektive einfach aufzufinden sind. Was können Unternehmen dafür tun? Hier ein paar Tipps:

1. Social Media als fester Bestandteil der Marketing-Strategie

Die Frage lautet heute längst nicht mehr ob, sondern wie Social Media in die diversen Marketing-Aktivitäten eingebunden werden. Es geht keineswegs nur darum, auf allen verfügbaren Kanälen aktiv zu sein. Es sollten die Plattformen ausgewählt werden, auf denen sich die Kunden vornehmlich aufhalten. Sobald die richtigen Kanäle bestimmt sind, ist es wichtig, dass Inhalte regelmäßig auf diesen Plattformen geteilt werden und Kunden damit die Möglichkeit haben, diese auch zu finden.

Zudem eignen sich Social Media ganz hervorragend für Linkaufbau (Linkbuilding, engl.) also die Generierung von Links, die von anderen Webseiten auf die eigene Webpräsenz verweisen und damit wiederum das Suchmaschinen-Ranking beeinflussen.

2. Direkter Austausch mit Ihren Kunden

Bei allen Maßnahmen sollte der direkte Austausch mit den Kunden im Vordergrund stehen. Machen Sie es Ihren Kunden so leicht wie möglich, mit Ihnen in Dialog zu treten und zeigen Sie die Persönlichkeiten hinter Ihrem Unternehmen. Nur so werden Sie Ihre Kunden an das Unternehmen binden und die Loyalität erhöhen. Dabei ist auch ausschlaggebend, dass Kundenanfragen umgehend beantwortet werden, egal auf welchen Kanälen sie eingehen. Die Basis dafür ist ein gut funktionierendes Community Management und die Nutzung geeigneter Engagement Tools.

 3. Qualitativ hochwertige Inhalte

Gehen Sie von sich selbst aus. Sie teilen auch nur wirklich interessante, überraschende, lustige und qualitativ hochwertige Inhalte mit Ihren Freunden und auf Ihren persönlichen Social-Media-Profilen. Achten Sie deshalb darauf, nur Beiträge mit Mehrwert zu veröffentlichen, die zum Weiterverbreiten anregen.

Wenn Sie eine neue Webpräsenz aufbauen, ist es wichtig, dass sich Ihre Social-Media-Inhalte nahtlos in die Webseite und das Design einpassen.

 4. Teilen auf Maus-Klick

Es ist wichtig, Webseiten so anwenderfreundlich wie möglich zu gestalten – das gilt auch für die Sharing-Funktionen auf Webseiten. Beachten Sie dabei, dass Texte und Tweets schon vorformuliert sind und Bilder sowie Videos direkt mit eingebaut werden. Erwarten Sie nicht von Ihren Kunden, dass sie zusätzliche Zeit aufwenden, die Inhalte vor dem Teilen aufzubereiten.

5. Timing ist alles

Sie können die besten Inhalte erstellen, wenn Sie diese aber zur falschen Zeit verbreiten, werden Ihre Kunden sie nicht wahrnehmen. Deshalb empfiehlt es sich, genau zu testen und zu analysieren, wann der beste Zeitpunkt zum Posten ist. Schauen Sie sich beispielsweise diesen Facebook Report an, den wir mit Salesforce BuddyMedia erstellt haben. Er zeigt im Detail für die verschiedensten Industriezweige, wann Sie Ihre Kunden wirklich erreichen.

6. Das Potenzial der eigenen Mitarbeiter und Partner nutzen

Nutzen Sie den Einfluss Ihrer Mitarbeiter und Partner für die Verbreitung Ihrer Inhalte. Denn diese sind aktive und sehr authentische Meinungsbildner für Ihr Unternehmen und verfügen meist über hunderte Kontakte auf den diversen Social-Media-Kanälen. Formulieren Sie Tweets und Posts vor, so dass sie einfach per Xing, LinkedIn, Facebook oder auch Twitter verbreitet werden können. Eine weitere Möglichkeit ist, E-Mail-Signaturen zentral zu erstellen, die Verweise auf Social-Media-Kanäle oder spezielle Inhalte enthalten.

Fazit: Wenn Sie es verstehen, das „Instrument“ Social Media richtig zu spielen, dann könnte es einen höheren Stellenwert als die klassische Suchmaschinenoptimierung gewinnen. Es empfiehlt sich jedoch, das eine (Social Media) zu „tun“, ohne das andere (Suchmaschinenoptimierung) zu lassen.