Dies ist ein Selbstversuch. Letzte „Programmier“-Erfahrungen stammen aus meiner Schulzeit, als „Turbo Pascal“ noch hip und trendy war, man „BASIC“ auf dem Stundenplan hatte und im Klassenraum „Apple IIe“ die ersten Nerds in den Bann gezogen hatte. Alles schon eine kleine Ewigkeit her.

Heute gibt es keinen neonbeleuchteten Informatik-Keller in der Schule mehr. Man spricht stattdessen von Platform as a Service, Cloud, Point-and-Click Programmierung, Marktplätzen, Sprint-Entwicklungen und irgendwelchen anderen Dingen, die gar nichts mehr mit der guten alten Zeit der Ataris und C64 zu tun haben.

Vertriebler Apps
Ganz einfach eine App bauen?

OK, halten wir also fest: Meine angestaubten Programmier-Kenntnisse scheinen nicht wirklich zu helfen, um coole Apps zu produzieren. Aber offensichtlich braucht es gar kein technisches Know-how dazu. Unsere Marketingabteilung jedenfalls tut kund, dass mit der Salesforce Platform aaaaalles gaaaaanz einfach ist. Per Point-and-Click soll sich eine App problemlos zusammenbasteln lassen. Es gilt sozusagen nur, die vorgefertigten Legosteine (da sind die Prozesse drin) nach Wunsch zum Raumschiff Enterprise mit Warp-Antrieb und Beam-Funktion zusammenzuklicken. Ein bisschen Workflow und Prozess-Intelligenz dazu und fertig ist die App. Aha.

Hurra, es hat geklappt!

Also, los geht’s! Erste Station ist die Developer Webseite von salesforce.com. Kostenlos kann man hier so viel rumprogrammieren, wie man will.

Dort gibt es für Anfänger wie mich extra ein Workbook, wie man so eine App beispielhaft baut. Hierbei handelt es sich um eine „Warehouse App“ mit Lagerverwaltung und Rechnungsstellung. Sogar ein Freigabe-Workflow ist dabei.

Zwei Stunden später bin ich die ersten sechs Kapitel durch und meine App ist fertig. Inklusive Benutzerverwaltung, Rollen/Rechte und Chatter!

Wie Legosteine

Im Großen und Ganzen ist es tatsächlich wie mit Legos bauen – erstaunlich, wie umfangreich diese Funktionen schon sind. Ein bisschen Programmier-Logik braucht man da nur noch für ein paar Regeln und Abhängigkeiten. Also kann man sich tatsächlich viel stärker auf die eigentlichen Funktionen der eigenen App (Warp-Antrieb) konzentrieren und muss nicht erst einmal alle „Legosteine“ für Basis-Vorgänge bauen (Raumschiffhülle mit Kommandobrücke). Auch bleiben dann deutlich mehr Ressourcen frei, zum Beispiel für ein eigenes User Interface (falls das bereits vorhandene Salesforce UI nicht gefällt). Oder Mobile oder Social Media Integration oder …

Ich bin zufrieden! Und wenn selbst ICH das kann, was können dann erst Profis mit der Plattform anstellen?!