Einsatz in der Bayernkaserne – das Bezwingen der Kleiderspendenberge

Übermüdet und erschöpft von unserer Firmen-Weihnachtsfeier am 18. Dezember 2013 schleppten wir Salesforce Mitarbeiter aus Österreich, Deutschland und der Schweiz uns am nächsten Morgen zu einem weiteren Tag Salesforce Foundation Work.

Diesmal unterstützten wir die Flüchtlingsarbeit in der Bayernkaserne in München. Zahlreiche ehrenamtliche Mitglieder, viele weitere Aktive und die Sozialdienste vor Ort leisten Großartiges und Unglaubliches in dieser Flüchtlingsunterkunft.

Die Salesforce Foundation basiert auf einer einfachen Idee: Wir bringen 1 Prozent an Zeit, 1 Prozent an Produkten und 1 Prozent an Kapital ein für soziale Projekte rund um den Globus, um gemeinsam Gutes zu tun.

„Problem“ Kleiderspenden

Mehr als 1.000 Flüchtlinge, Frauen, Männer, Kinder, ganze Familien aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, Pakistan, Nigeria, Kongo, Senegal und Tschetschenien sind in der Erstaufnahmeeinrichtung der Bayernkaserne beherbergt und stehen vor dem deutschen Asylverfahren. Der Bedarf an ehrenamtlicher Mitarbeit und Spenden ist immens für die Menschen, die meist aus ihren Heimatländern fliehen mussten. Mit Einbruch der Kälte ist Kleidung besonders gefragt. Eine riesige Spendenwelle überrollte die Flüchtlingseinrichtung. An sich sehr erfreulich, trotzdem ein „Problem“, da all diese Berge an Spenden auch sortiert werden müssen – nur dann ist eine geregelte Ausgabe an die Flüchtlinge überhaupt möglich.

DACH Customer for Life Team im Einsatz

Unter der Federführung des DACH Customer for Life Team’s erschienen wir –ausgerüstet mit weiteren Tüten an Spenden – und mit rund 35 Mitarbeitern vor Ort, um an diesem Tag alle dringend notwendigen Tätigkeiten zu übernehmen, zwischen denen wir wählen konnten:

Wände streichen: So übernahmen einige Kollegen den Wandanstrich in der Cafeteria, dem gemeinschaftlichen Aufenthaltsraum der Flüchtlinge. Seit gut zwei Jahren wird dieses „Café der Nationen“ für Freizeitangebote genutzt. Außerdem haben die Flüchtlinge hier die Möglichkeit, Fernsehprogramme aus ihren Heimatländern zu sehen. Nationenübergreifend werden dort natürlich auch Fußballspiele des FC Bayern und der Deutschen Nationalmannschaft bejubelt. Wir bekamen dabei relativ schnell tatkräftige Unterstützung von zwei Afghanen, die erst seit ein paar Tagen in Deutschland waren und gerne zur Verschönerung beitragen wollten.

Putzen: Des Weiteren sollte der Frauenraum gründlich gereinigt werden. Das ist ein gemütliches kleines Zimmer, in dem die Frauen gemeinsam Handarbeiten machen, sich austauschen, zusammen Tee trinken. Kurz: die „weibliche Alternative“ zur Cafeteria, die besonders gern von den muslimischen Frauen genutzt wird.  Mit Teppichreinigungsmaschine und Putzzeug ausgestattet verschwanden dort zwei weitere Salesforce Kollegen für den gesamten Vormittag.

Auf die Kleinen aufpassen: Auch die Kinderbetreuung benötigte an diesem Tag Unterstützung. Im weihnachtlich dekorierten Kinderraum hatten unsere Mitarbeiter viel Freude dabei, auf kleinen Kinderstühlen sitzend, mit den Kids zu spielen, zu basteln und einfach nur zuzuhören und zu lachen. Kinder in der Erstaufnahme sind noch nicht schulpflichtig. Daher sind sie genauso wie ihre Eltern sehr dankbar für solche Angebote, die einfach Spaß machen und dazu die Deutschkenntnisse der Kinder fördern.

Künftig Sprachunterricht?

Victorine Bokengo, verantwortlich für unsere Charity-Aktivitäten, war besonders beeindruckt von den Afghaninnen Husna und Bushra, die sehr gut Englisch sprechen und im Kindergarten aushelfen. Nebenbei unterrichten sie sich gegenseitig unermüdlich in Deutsch. Wohlwissend um die Notwendigkeit der Sprache als Schlüssel zur Teilnahme an unserer Gesellschaft möchten sie unbedingt schnell Fortschritte machen.

Es gibt keine staatlichen Deutschkurse in der Erstaufnahme, allerdings einige ehrenamtliche Angebote, u.a. auch gesonderte Kurse für Frauen und Deutschunterricht im Rahmen der Kinderbetreuung. Der Bedarf ist aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen enorm, weitere Kurse wären gerne gesehen.

Daher möchten wir von Salesforce auch hier gerne unterstützen und werden Folgeaktivitäten anbieten, wie zum Beispiel entsprechenden Sprachunterricht für die Flüchtlinge.

Streichen

Sortieren, sortieren, sortieren

Der Großteil unseres Teams engagierte sich ganztätig in der Lagerhalle der Bayernkaserne. Hier sollten Sach- und Kleiderspenden sortiert werden.

Sortieren

Der Einsatz unserer Kollegen in der unbeheizten ehemaligen Bundeswehrhalle war beeindruckend: Innerhalb von acht Stunden sortierten wir Berge an Kleidung nach Größen und geschlechtsspezifisch in unterschiedlichste Umzugskartons. Weitere Spenden wie Pflegeartikel, Spielsachen, praktische Dinge für Haushalt und Handwerk usw. wurden ebenfalls in entsprechende Regale eingeräumt. Ziemlich verfroren in warmen Boots und Fellmützen engagierten wir uns hier den ganzen Tag, trafen uns immer wieder zum Aufwärmen am Tee- und Kaffeestand und staunten teilweise nicht schlecht über die unterschiedlichsten Spendenartikel.

  Sortieren2

Aufwärmen beim Essen

Bei all dem Engagement und auch Spaß, den wir gemeinsam in unseren Teams hatten, vergaßen wir beinahe unseren Mittagslunch, der in der frisch gestrichenen Cafeteria der Bayernkaserne stattfand. Dort erwartete unsere Mitarbeiter eine Überraschung. Es gab afrikanisches Essen. Die scharfen Gewürze haben niemanden davon abgehalten, zwischen Polenta, Gemüse, Reis und Hühnchen zu wählen, denn so wurde uns allen schnell wieder warm ;)

Essen

Müde, aber zufrieden

Am Ende unseres Einsatzes waren wir alle sehr zufrieden, aber auch sehr müde. Ein großer Spendenberg wurde sortiert, die Cafeteria war wieder hell, die Räume sauber und wir haben viel dazugelernt an diesem Tag.

Spendenberg

Und es geht weiter …

Das Schöne an diesem Einsatz: Wir werden mit unserer Firma Folgeprojekte übernehmen. Dazu kommt, dass unser tatkräftiger Arbeitseinsatz auch finanziell von Salesforce unterstützt wird. Wir werden dadurch auch materiell mit weiteren Geldspenden unterstützen.

Teamwork