10 Tipps für bessere mobile Anwendungen

Quadcom-Prozessoren, ein Gigabyte Arbeitsspeicher – es ist unglaublich, welche Rechenleistung Smartphones in nur wenigen Jahren erreicht haben. Zum Vergleich: Der Computer, der für die Mondlandung zuständig war, bewerkstelligte das mit einem Arbeitsspeicher von nur vier Kilobyte. Unsere Smartphones heute können uns zwar nicht ins All schießen, aber sie haben eine umfassend vernetzte Welt geschaffen. Eine Welt voller Möglichkeiten, gerade auch für Unternehmen. Jeder kann heute einfach Anwendungen erstellen und damit seine Mitarbeiter, Daten und Produkte verbinden.

Diese Anwendungen stellen uns aber bei Entwicklung und Design vor besondere Herausforderungen. Informationen, Funktionen, Aussehen und Bedienung unterscheiden sich grundlegend von klassischer Software. Um eine ausgezeichnete App zu entwickeln, gilt es deswegen zehn grundlegende Dinge zu beachten.

1. Konzentrieren Sie sich auf den mobilen Einsatz

Wenn Sie eine mobile Unternehmensanwendung erstellen wollen, suchen Sie sich eine Aufgabe aus Ihrem Arbeitsbereich und versuchen Sie herauszufinden, wie Sie diese mit einem Mobilgerät lösen können. Beachten Sie dabei: Ihre Anwendung sollte sich nicht an den Daten, die sie bündelt, orientieren, sondern an ihrem Benutzer. Deswegen ist es auch sinnvoll, die Anzahl der Eingaben in der App möglichst gering zu halten. Je weniger der Smartphone-Nutzer in der Anwendung einstellen muss, desto bedienerfreundlicher wird sie.

Die Integration von mobilen Standortfunktionen vereinfacht die Bedienung der App zusätzlich. Am konkreten Beispiel heißt das: Wenn Sie eine App zur Reservierung von Konferenzräumen entwickeln, könnte eine Integration des Kartenmaterials von Google sinnvoll sein. So kann eine Liste verfügbarer Räume in Ihrer Nähe angezeigt werden. Und durch Klicken auf die Karte können Sie sie direkt reservieren.

2. Einfacher Zugriff auf relevante Informationen

Gute Unternehmensanwendungen werden so entworfen, dass der Nutzer sofort auf den wichtigsten Datensatz zugreifen kann – und das nur mit einem Swipen oder der Berührung eines Fingers. Diese relevanten Informationen können sowohl Ihre privaten Unternehmensdaten als auch Daten aus sozialen Medien sein. Hervorragende Apps unterscheiden diese visuell. Deswegen sollten Sie eine Hierarchie der relevantesten Informationen erstellen – und den Zugriff auf zusätzliche Daten vereinfachen. Um die Benutzerfläche nicht zu überladen, können Sie zum Beispiel Karten oder Drilldowns verwenden.

3. Minimale Eingaben ohne Funktionseinbußen

Auch wenn die Displays unserer Smartphones immer größer werden, kann es mühsam sein, auf ihnen zu tippen, besonders wenn man unterwegs ist. Ihre App sollte also möglichst benutzerfreundlich sein. Das heißt, je weniger Eingaben nötig sind, ohne Funktionalität zu verlieren, desto besser. Automatisieren Sie die Eingaben, so weit es geht. Wenn Sie zum Beispiel Telefonnummern in der App anzeigen, sollten Nutzer nur einmal darauf klicken müssen – um dann gleich wählen zu können.

Mehr zu unseren Tipps für die besten mobilen Geschäftsanwendungen finden Sie in unserem E-Book. Sie können es hier herunterladen.

Einen Überblick von IDC zum Status von Enterprise Mobility in Deutschland finden Sie hier.

4. Starten Sie mit einem „Minimal Viable Product“

Die Marktreife von Software hat sich heute grundlegend geändert. In den 1990er Jahren wurde ein Produkt erst herausgebracht, wenn es perfekt war – zumindest aus Sicht des Entwicklers. Die Kunden sahen das meist anders, doch dann war es bereits zu spät.  Bei Apps ist das anders. Sie müssen beim Start die Mindestanforderungen der Nutzer erfüllen – also sein Problem lösen. Sie sind zunächst ein „Minimal Viable Product“ (MVP). Kunden können es bereits nutzen und direkt Feedback geben. In der nächsten Version werden diese Verbesserungsvorschläge dann berücksichtigt. Es ist ein interaktiver Prozess. Wenn Sie also eine App entwickeln, heißt das: Erstellen Sie häufig Aktualisierungen – und nutzen Sie das Feedback Ihrer User.

5. Design ist wichtig

Smartphones sind Lifestyle-Objekte. Es geht nicht mehr wie bei Computern und Software ausschließlich darum, wie leistungsfähig sie sind. Und ebenso wie die Smartphones muss auch eine App gut aussehen. Denn eine komfortable Benutzeroberfläche führt zu einer besseren Benutzerfahrung. Die gute Nachricht ist, dass es bereits responsive Design-UI-Frameworks wie Bootstrap und Foundation gibt, die das Erstellen von HTML5-Frontends erleichtern. Wenn Sie sich unsicher in Sachen Design sind, holen Sie sich Anregungen in Communities wie 99 Designs.

6. Orientieren Sie sich an den Anforderungen Ihrer Nutzer

Unternehmensanwendungen unterscheiden sich oft grundlegend von Verbraucher-Apps. Letztere sind meist die primäre Oberfläche, während in Firmen Daten und Workflows aus verschiedenen Systemen in einer App zusammenlaufen und von anderen Personen und Systemen bearbeitet werden können. Das kann leicht unübersichtlich werden. Deswegen sollten Sie in Ihrer App nur relevante Unternehmensinformationen anzeigen. Und synchronisieren Sie die Mobilgeräte mit anderen Systemen, die Ihr Unternehmen verwendet. Der relevanteste Inhalt sollte gefiltert und so überall gleichzeitig und für jeden zur Verfügung stehen.

7. Anpassen der App durch Tagging

Als Tagging bezeichnet man den Vorgang, generische Beschreibungen zu einem Datensatz hinzuzufügen. Das heißt, die Texteingabe kann minimiert werden, da den Nutzern passende Schlagwörter vorgegeben werden, die zu ihrem Suchbegriff passen. Diese sind wiederum mit passenden Informationen verknüpft. Bei Tagging innerhalb von Apps sollte beachtet werden, dass die Schlagwörter basierend auf dem Kontext vorgeschlagen werden, zum Beispiel wer der Benutzer ist, wo er sich befindet und was er macht. Und das mit möglichst wenigen Angaben.

8. Bieten Sie die Möglichkeit zu Feedback

Wie bereits unter Punkt 4 erwähnt: Feedback von den Nutzern der App ist wichtig. Das erhalten Sie aber nicht, wenn Ihre User erst in eine andere Anwendung wechseln müssen, um ihre Meinung mitzuteilen. Es gilt also: Integrieren Sie die Feedback-Funktion in die App selbst. Und halten Sie das Übermitteln der Anregungen der Nutzer so einfach und intuitiv, wie möglich. Je weniger manuelle Eingaben für das Übermitteln des Feedbacks nötig sind, desto besser.

9. Benachrichtigungen in mehreren Stufen

Durch die Vernetzung sind wir heute einer Flut von Informationen ausgesetzt: E-Mails, SMS, Tweets, Instant Messaging und vieles mehr. Nicht jede dieser Informationen ist erwünscht und so überdecken unwichtige oft wichtige Nachrichten. Eine gute Unternehmensapp ermöglicht es ihren Nutzern, die Benachrichtigungen, die sie von der Anwendung bekommen, zu personalisieren.  Geben Sie mehrere auswählbare Stufen als Standard vor und ermöglichen Sie es Ihren Benutzern, diese individuell anzupassen.

10. Regelmäßige Aktualisierungen

Apps sollten immer auf dem neuesten technischen Stand sein. Deswegen ist es sinnvoll, regelmäßig Aktualisierungen, Fixes und neue Funktionen anzubieten. Diese müssen nicht immer umfangreich sein – sollten aber einen Mehrwert schaffen und der Problemlösung dienen. Das steigert die Benutzerfreundlichkeit – und die Anwender danken es Ihnen durch regelmäßige Nutzung.