Balancieren für das Unmögliche

Laut Hermann Hesse muss man „das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“. Stimmt! So zumindest meine Erfahrung als Chefin des Corporate Blogs von Salesforce, die ich im Rahmen der Blogparade „Content-Marketing und Corporate Blogs 2015“ beim PR Blogger gerne mit Ihnen teilen möchte.

Die Anforderungen an die Redaktion sind nicht nur komplex, sondern teilweise auch konträr: Einerseits soll hochwertiger Content für den Leser generiert werden, und das in hoher Frequenz.

Andererseits gibt es pfundweise Marketingmaterialien, die sich ja eigentlich schnell aufs Blog schieben ließen … nur über meine Leiche! ;) Woher also die für unsere Leser relevanten Inhalte nehmen? Was tun, damit das Blog nicht zur Marketingmüllhalde verkommt?

Meine Antwort darauf lautet: Sehr gelenkig und fit sein. Denn es gilt, tagtäglich Spagate zu machen beziehungsweise zu balancieren (oft auch durch Skylla und Charybdis), damit das Unmögliche möglich wird.

Ziele verfolgen und dabei beweglich bleiben

Das klingt vielleicht dramatisch und nach dem Prinzip „Mit viel Glück und Spucke“. Doch so ist es nun auch wieder nicht: Ein Unternehmensblog zu führen ist bei aller nötigen Flexibilität keine Fahrt ins Ungewisse und sollte es auch nicht sein. Deshalb haben wir für DAS Salesforce Blog ein Kommunikationskonzept erarbeitet, bevor es im Frühjahr 2013 live ging.

Dieses Konzept dient uns als Kompass für die inhaltliche Ausrichtung und Redaktionsplanung – ohne in Marmor gemeißelt zu sein. Denn Korrekturen und Verbesserungen an unserem Kurs sollen und müssen jederzeit möglich sein, damit wir erfolgreich sind. Die Devise lautet: Agil vorgehen, ohne dabei die Ziele aus den Augen zu verlieren. Das Schöne ist: Das Blog ermöglicht uns diese Beweglichkeit, weil es ein aktuelles, schnelles Medium ist.

Wissen teilen und in Umlauf bringen

Eine Blogredaktion, die im stillen Kämmerlein vor sich hinwerkelt, wird nicht weit kommen. Für uns gilt: Wir sind Reporter in eigener Sache. Damit das Blog dauerhaft „fliegt“, stimmen wir uns eng mit allen wichtigen Stakeholdern im Unternehmen ab – von der PR über Events und Kampagnen bis hin zum Vertrieb. Denn das Know-how über das Unternehmen und seine Produkte sitzt in den Köpfen der Kollegen. Unsere Aufgabe ist es, diesen Schatz zu heben, um den Blog-Lesern laufend interessante Inhalte und einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens zu bieten.

Nach meiner Erfahrung funktioniert ein Corporate Blog wie eine Drehtür. Es wirkt von Innen nach Außen, aber auch umgekehrt. DAS Salesforce Blog bringt uns in einen engeren Kontakt mit unseren Dialoggruppen, die ihre Anliegen via Blog und Social zu uns ins Unternehmen tragen. Dadurch erweitert sich auch der Kreis derjenigen, die bei uns zu Wort kommen und ihr Wissen rund um CRM und die Cloud teilen möchten. Bei uns bloggen deshalb nicht nur viele Kollegen, worauf wir stolz sind, sondern auch Gäste – beispielsweise die vielen Partner, die sich im „Salesforce-Ecosystem“ bewegen.

3 Tipps für erfolgreiche Corporate Blogs

Für mich ist es wichtig, die Potenziale, die das Blog uns bietet, voll zu nutzen. Einseitige Entwicklungen oder Vereinnahmungen bringen uns nicht weiter. Das bedeutet: Natürlich ist das Blog wertvoll für Google & Co., aber es ist keine „SEO-Maschine“. Natürlich wollen wir mit dem Blog Interesse für Salesforce und seine Lösungen wecken. Dabei müssen wir aber jederzeit „die Brille“ unserer Leser aufsetzen. Niemand will auf unserem Blog platte Werbung oder wohlfeile Verlautbarungen lesen. Dafür können wir mit interessanten Einblicken über Salesforce, konkreten Lösungsansätzen fürs Business und nutzwertigen Informationen rund um aktuelle Branchentrends punkten.

Mit den folgenden drei Leitsätzen halten wir DAS Salesforce Blog auf Kurs:

  1. Vom Leser her denken. Wir fragen uns bei jedem Text: Ist der Inhalt relevant und interessant für unsere Leser?
  2. Vom Leser her denken. Jeder Blogpost wird aus der Brille des Lesers verfasst. Somit versuchen wir, nicht über uns zu sprechen, sondern über den Nutzen, den die Anwender jeweils von unseren Produkten haben.
  3. Vom Leser her denken. Jeder Beitrag wird auf den Nutzwert für den Leser abgeklopft: Wir sind stets bemüht, dass wir mit unseren Blogposts Informationen mit Mehrwert liefern.

Natürlich gelingt uns das nicht immer. Aber wir versuchen es – jeden Tag aufs Neue.