Kunde, Digitalisierung, Ökosystem – darauf kommt es im Business an

Ein Gastbeitrag von Christopher Catterfeld, Director Commercial Development Europe bei Sage.

„Aller guten Dinge sind drei.“ Daher beschränke ich mich auf drei Punkte, die meines Erachtens in Sachen Unternehmensführung die wichtigsten sind: der Kunde, die digitale Transformation und das Ökosystem.

1.    Der Kunde – Vertrauen zeigen

Das ist doch selbstverständlich, mögen Sie denken, dass der Kunde im Fokus des unternehmerischen Handelns steht. Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Kundennähe sind an dieser Stelle die Schlüsselbegriffe. Lassen Sie es mich am Beispiel von zwei großen Unternehmen skizzieren – Ikea und Zalando.

Beide stechen hervor durch einen außergewöhnlich kulanten Kundenumgang. Und beide sind damit nach wie vor äußerst erfolgreich. Bei diesen Unternehmen zeigt sich ganz klar der Kundenfokus, an dem sich andere Firmen ein Beispiel nehmen können. Zalando stößt teilweise bei anderen Online-Händlern wegen seiner großzügigen Retouren-Regelungen auf wenig Gegenliebe. Kaufen auf Rechnung, so viel man will: Bei Zalando kein Problem. Trotz seiner hohen Retouren-Quote macht der Online-Riese Umsatz und den Kunden glücklich.

Ähnlich verfährt Ikea. Seit einem Jahr gewährt das Unternehmen ein unbefristetes Rückgaberecht. Demnach können die Kunden nach dem 25. August 2014 gekaufte Ware zurückgeben und bekommen ihr Geld anstandslos zurück. Das Vertrauen in den Kunden ist  ein deutlicher Gewinn für Ikea.

2.    Digitale Transformation – besser heute als morgen

Digitalisierung: Dieser Begriff taucht überall auf – dabei ist er für viele nicht wirklich greifbar. Die meisten Unternehmen befinden sich noch mitten im Wandlungsprozess hin zum digitalen Unternehmen. Das Internet und neue Technologien haben den Markt verändert. Produkte werden heute anders gesucht, gefunden, gekauft und benutzt.

Digitale Kommunikation ist hier das Stichwort für Unternehmen. In Vermarktung, Vertrieb und Support sollten Sie Gebrauch von neuen Technologien machen. Selbst ein Handwerker kann davon profitieren. Beispielsweise ein kleiner Kfz-Betrieb, der dank Kundenmanagementsoftware rechtzeitig seine Kunden über eine Rabattaktion zum Winterreifenwechsel informiert – dank automatisierter E-Mails. Gleichzeitig weiß das System, wer partout keine Werbung erhalten möchte, aber auch bei wem der TÜV ansteht. Das spart Ärger und bietet Verkaufschancen.

Aber auch große Unternehmen haben noch Nachholbedarf. So ist manuelle Datenpflege in der Buchhaltung keine Seltenheit. Weil verschiedene historisch gewachsene Software-Lösungen nicht ineinander greifen, müssen häufig die Daten aus dem einen ins andere System übertragen werden. Statt „Copy and paste“ heißt es dabei sogar häufig abtippen. Ein fehleranfälliger und zeitraubender Prozess.

Ich kann nur dazu raten, die eigenen Unternehmensprozesse dahingehend zu durchleuchten: In welchen Abteilungen gibt es noch solche Ineffizienzen? Wo mangelt es an Überblick? Die Umsetzung ist sicherlich nicht immer leicht, sie kostet Zeit und ist auch eine Managementaufgabe. Sie legen eben nicht einfach einen Schalter um und starten den Motor. Digital zu werden ist eine sehr individuelle Angelegenheit für das Unternehmen und seine Kunden.

3.    Das Ökosystem – gemeinsam stark

Ein anderer Erfolgsfaktor sind Partnerschaften. Allein erfolgreich sein kann funktionieren, besser ist es aber, sich starke Partner zu suchen, mit denen man gleiche Interessen verfolgt. Wir bei Sage haben uns ein solches Ökosystem gebildet, das unser Wachstum fördert. Jüngste neugewonnene Partnerschaft ist die mit Salesforce. Mit der modernen Salesforce1 Platform konnten wir das Produkt Sage Live in nur wenigen Wochen von der Idee zur Marktreife bringen.

Ob Fitnessketten, die mit Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln zusammenarbeiten, Banken, die über Elektronikmärkte günstige Kleinstkredite gewähren, oder Restaurants, die über regionale Gutscheinhefte Kunden gewinnen: Es gibt viele Möglichkeiten, sein Geschäft zu erweitern und bereichern.

Wichtig bei diesen strategischen Partnerschaften ist, von Anfang an klare Ziele zu formulieren und an einem Strang zu ziehen, dann stehen einem alle Möglichkeiten offen. Vielleicht ist ein spezieller Nischenanbieter derjenige, der Ihre Produkte ideal ergänzen würde. Nutzen Sie Messen, Networking-Events und Social Media. Blicken Sie über den Tellerrand ihres eigenen Geschäfts hinaus und machen Sie sich auf die Suche nach solch wertvollen Partnern.