Besonders spannend wird es immer an der Schnittstelle zwischen Science Fiction und Realität. Darauf angesprochen, erinnert sich Peter Schwartz, Futurist, Filmautor und heute Senior Vice President for Global Government Relations and Strategic Planning bei Salesforce, an den Film „WarGames“ von 1983, an dessen Drehbuch er beratend mitgewirkt hat. Dort wird ein selbstständig spielender Computer beschrieben. Einige Jahre später, in „Sneakers“ drehte sich alles um Verschlüsselung und Privacy, in „Minority Report“ um den Umgang mit Daten. Und dann gab es noch „Terminator“, einen Film, in dem Roboter die Weltherrschaft übernehmen.

Peter Schwartz hat sich fast ein halbes Jahrhundert lang mit Beispielen für KI (Künstliche Intelligenz) beschäftigt und versichert: „Vor Künstlicher Intelligenz im Sinne eines exakten Abbilds des menschlichen Gehirns und dessen Leistung, wie bei Terminator gezeigt, muss sich niemand fürchten.“ Weil die Funktionsweise des menschlichen Gehirns hochkomplex ist und die Technologie noch lange nicht ausreicht, kann es mit seinem ganzen Ausmaß an emotionaler Intelligenz nicht nachgebildet werden. „Rechenleistung, Geschwindigkeit, Software – damit lässt sich noch lange nicht nachahmen, was menschliche Intelligenz vermag, zum Beispiel selbstständig denken und Dinge beurteilen.“ So werden menschliche Fähigkeiten heute und auch künftig unverzichtbar sein – obwohl KI zunehmend Bestandteil unseres Alltags wird.

Keine Science Fiction

Deshalb ist es wichtig, das Konzept der KI, wie wir sie heute sehen, von Science Fiction klar abzugrenzen. Worum es dabei heute und auch in Zukunft geht, sind mathematische Algorithmen, die Daten analysieren, Muster darin erkennen und diese auf künftige Daten anwenden können. Die Maschine lernt also: Je mehr Daten ein Algorithmus zur Verarbeitung bekommt, desto besser werden die Ergebnisse seiner Auswertung. Ein einfaches Beispiel sind automatische Übersetzungsprogramme: Sie schleusen Milliarden Textbausteine in verschiedenen Sprachen durch und werden immer exakter, je größer die Daten- und Vergleichsbasis ist. „Eigentlich sind das nur mathematische Beziehungen und große Datenmengen“, fasst Schwartz zusammen.

Dieses Prinzip macht offensichtlich, wo der Nutzen liegt. „Menschen und Organisationen werden effizienter, das Leben sicherer, wiederkehrende Abläufe automatisiert und alles und jeder wird produktiver – sowohl im Privat- als auch im Geschäftsleben“, erklärt Schwartz. Selbst er ist immer wieder begeistert, wenn seine Smart Watch ihn erinnert, ins Kino aufzubrechen, weil er einige Tage zuvor ein Ticket online gekauft hat, und der digitale persönliche Assistent Filmbeginn und Verkehrslage automatisch checkt, um ihn rechtzeitig auf den Weg zu schicken – und das automatisch ohne sein Zutun, basierend auf simplen Informationen wie Zeit und Ort, clever zur Verarbeitung gebracht.

Im IoT-Zeitalter werden diese datengetriebenen intelligenten Services weiter zunehmen, denn jeder Gegenstand wird über Sensoren Informationen empfangen und senden können – Stichwort Smart Home, von der automatischen Türöffnung über die Heizungssteuerung bis hin zur smarten Waschmaschine, die selbstständig nachfragt, welchen Waschgang sie basierend auf der Erkennung der Textilsorte auswählen soll. „Diese Anwendungsbeispiele sind alle längst da, in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren werden sie auch Alltag sein“, prophezeit Schwartz.

Technologie für alle zugänglich

„Und vor allem denke ich, dass alles über die Sprache gesteuert wird – Apples SIRI und Amazons Alexa sind da nur der Anfang. Ich werde mein Büro betreten und alle Anwendungen mit der Sprache steuern. Zum Beispiel bitte ich Salesforce, mir meine wichtigsten Leads am Monitor beim Besprechungstisch anzuzeigen oder Geschäftszahlen für ein anstehendes Meeting für mich aufzubereiten.“

Wie sollen Unternehmen sich dem Thema KI annähern? Am wichtigsten, sagt Schwartz, ist es zunächst, alle Daten zu erfassen und eine Umgebung zu schaffen, die sie tatsächlich nutzbar macht. Das zentrale Ziel jedes Unternehmens ist, seine Kunden zu verstehen und ihnen personalisierte Angebote für jeden Bedarf bereitzustellen, entsprechend der jeweiligen individuellen Bedürfnisse. Dank intelligenter Datennutzung lassen sich Verhaltensmuster, Kaufhistorien und Vorlieben analysieren und Unternehmen können für ihre Kunden immer bessere Angebote entwickeln.

Gleiches gilt für interne Abläufe: Ein intelligenter Umgang mit Daten hilft jeden Prozess, ob in Produktion, Logistik oder Buchhaltung, schneller, effizienter und fehlerfreier zu gestalten. Auch hier geht es schlicht um das Erkennen von Mustern aus Unmengen von Daten und deren Übersetzung in Optimierungspotenziale. Schwartz ist überzeugt, dass jedes Unternehmen gleich welcher Größe von den Vorteilen von KI profitieren kann. Bislang war die Technologie für viele nicht finanzierbar, heute jedoch ist sie für alle zugänglich. „Niemand muss heute eine teure Lösung eigens einkaufen. Denn der nächste große Trend ist Intelligence as a Service – in der Cloud kann jedes Unternehmen Lösungen wie Salesforce Einstein nutzen, um intelligenter und somit erfolgreicher zu werden.

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