Digitalisierung als Chefsache ist bei der international aufgestellten Gundlach Packaging Group Realität. Damit nimmt das Jahrhunderte alte Traditionsunternehmen unter vergleichbaren Unternehmen eine echte Pionierrolle ein. „Wir haben das Glück, dass die Familie, die heute noch die Leitung innehat, versteht, dass Digitalisierung die Voraussetzung ist, weiter zu wachsen und mit der dynamischen Entwicklung auf unserem Markt Schritt zu halten“, so Björn Angermann, Leiter Vertrieb und Marketing bei Gundlach. Die Druck- und Verpackungssparte der in der siebten Generation familiengeführten Gundlach Gruppe ist an drei Standorten aktiv: im nordrhein-westfälischen Oerlinghausen, in Mahlberg nahe Freiburg und seit fünf Jahren auch in Dubai. Die drei Unternehmen GundlachVerpackung, GundlachPackagingDMCC und GundlachLogo bedienen mit Verpackungslösungen wie Etiketten und Faltschachteln ein breites, internationales Kundenspektrum. Dazu zählen zum Beispiel Kellogg’s, Teekanne und Peter Kölln Haferflocken.

Auf Stärken ausrichten

Die Druckbranche war in den letzten Jahren massiven Umwälzungen unterworfen, vor allem durch die Entwicklung des Digitaldrucks – eine Revolution für die gesamte Industrie. Der Wettbewerb ist stark, auch der Preisdruck von Konkurrenten aus Fernost ist ein Auslöser, sich neu zu positionieren. Mit der Digitalisierungsstrategie, die ihren Anfang im Vertrieb und der Vernetzung dieses kundenzentrierten Bereichs mit dem Marketing nimmt, rüstet sich die Gundlach Packaging Group für neue Kundenerwartungen. Dazu gehört auch eine Schärfung ihres Profils durch die Differenzierung über erstklassigen Service am Kunden. „Billiger als Fernost können und wollen wir nicht sein“, konstatiert Angermann. „Unsere Stärken liegen in Qualität, Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Darauf richten wir uns konsequent aus.“ Daten und Transparenz bilden so auch bei Gundlach das Fundament für die Positionierung als Geschäftspartner für die Konsumgüterindustrie, der in vielerlei Hinsicht Nutzen bringt. „Kommunikation, Erreichbarkeit und Flexibilität sind unseren Kunden heute sehr wichtig“, so Angermann. „Durch die Digitalisierung unseres Vertriebs haben wir die Zusammenarbeit enorm optimiert. Alle Mitarbeiter profitieren von maximaler Informationstransparenz. Vor allem die gruppenübergreifende Kooperation zwischen Teams in den Unternehmen in Oerlinghausen und Mahlberg ist nun wesentlich enger verzahnt.“ Die Gundlach Packaging Group profitiert von intelligenter Datennutzung, indem die Vertriebsmannschaften über die Unternehmen hinweg den vollständigen Überblick über alle Kundeninformationen besitzen. „Diese Erkenntnis hat auch ganz wesentlich dazu beigetragen, dass unsere teils langjährigen Mitarbeiter sich schnell mit der Digitalisierung angefreundet haben – sie erkennen klar den Nutzen“, kommentiert Angermann. Denn Schnelligkeit und Flexibilität sind wichtige Kriterien für Druckereikunden.

Weiterdenken

Die Verzahnung von Marketing und Vertrieb ist gleichzeitig Triebfeder und Resultat der Digitalisierung bei Gundlach. „Beide Funktionen haben den Kunden im Blick“, erklärt Lea Hedderich, Marketing Managerin der Gundlach Packaging Group. „Wir haben uns nun organisatorisch und systemisch so aufgestellt, dass beide Abteilungen übergreifend und vernetzt agieren können.“ Der Kommunikationsauftrag lautet unter anderem, die Gundlach Packaging Group in ihrer gesamten Bandbreite im Markt bekannter zu machen. „Kunden, die bislang nur Etiketten bei uns drucken, anzusprechen, um ihnen gemeinsam mit der Faltschachtel-Division den Mehrwert kundenorientierter, ganzheitlicher Verpackungslösungen aus einer Hand zu bieten, ist eine unserer großen Aufgaben.“ Dazu gehört auch, die Innovationskraft des Traditionsdruckhauses zu verdeutlichen: So wird bei Gundlach etwa das Thema Verpackung am PoS stets weitergedacht.

„Wir wollen unseren Kunden Lösungen anbieten, die Wettbewerber nicht im Angebot haben“, so Angermann. „Dafür verschmelzen wir beispielsweise den digitalen Bereich mit dem Verpackungsgeschäft, indem wir Kunden nicht nur Schachteln und Beutel verkaufen, sondern für sie eine App entwickeln: Konsumenten übermitteln damit ein Selfie und bekommen eine individuelle Packung eines Produkts mit ihrem Bild darauf.“ Die Zukunftsvision von Hedderich und Angermann: „Wir sind mehr als nur ein austauschbarer Druckdienstleister. Wir nutzen das digitale Wissen der gesamten Gruppe und entwickeln darauf basierend innovative Lösungen.“ Im hart umkämpften Lebensmittelmarkt beispielsweise, wo die Kaufentscheidung zumeist erst am PoS fällt, sind auffällige Verpackungen ein wichtiges Erfolgskriterium. Die Nachfrage nach Lösungen dieser Art ist enorm groß.

In die gleiche Kerbe schlägt auch die europaweit erste Installation einer digitalen Veredelungsmaschine, die erstmals in industrieller Größenordnung transparentes Polymer verdruckt und so einzigartige Effekte auf Verpackungen erzielen kann – und zwar individualisiert bis zu einer Losgröße von einem Stück. In traditionellen Veredelungsverfahren war eine ökonomische Produktion bislang nur in großen Stückzahlen möglich. „Auch diese Innovation bietet uns die Möglichkeit, uns mit dem Markt und den Kunden auf einemganz anderen Niveau als dem herkömmlichen Druckgeschäft zu unterhalten“, ist Hedderich überzeugt. „Unser Ziel ist ganz klar, unsere Datenstruktur so aufzustellen und auswertbar zu machen, dass wir unsere Umsatzplanung und das Pipeline-Management bis auf einzelne Maschinen herunterbrechen können, um die Produktions- und Auslastungsplanung perfekt zu beherrschen“, so Angermann. „Um möglichst viel über diese und andere Potenziale zu lernen, sind wir auch mit benachbarten Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen im Austausch – unter anderem mit Kevin Ziegler von Seidensticker, dessen digitale Erfolgsstory wir in der letzten Nah-Ausgabe gelesen haben.“

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