Startup-Gründer konzentrieren Ihre Energie meist darauf, die Unternehmensentwicklung auf eigene Faust voranzutreiben und Investoren-Pitches abzuhalten. Eine wichtige Erfolgskomponente bleibt im Trubel der Frühphase dagegen oft unberücksichtigt: Einen Mentor zu finden und dessen gewinnträchtige Vorschläge in die eigene Planung einfließen zu lassen. Lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie Business-Mentoren ausfindig machen, welche Vorteile sie Ihnen verschaffen und wie Sie optimal mit Ihren Förderern zusammenarbeiten.

Der Mentor als entscheidender Marktvorteil

Für Existenzgründer stellen sich am Anfang ihrer Selbstständigkeit zahlreiche Fragen. Ungewissheiten bezüglich ihrer Geschäftsidee, der Unternehmenspräsentation vor potenziellen Investoren, des Produktmanagements und der Mitarbeiterrekrutierung bestimmen den Alltag junger Startups. Daher ist es in der Frühphase von Unternehmen empfehlenswert, den Rat externer Branchenkenner zu suchen.

Betrachten Sie den Mentor als Lehrmeister und Ratgeber, der Sie mit seiner Erfahrung und seinem Fachwissen unterstützt und auf den Erfolgsweg führt. Gerade in der Technologiebranche sind Mentoren einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren für ambitionierte Jungunternehmer, da sie ihren großen Wissensschatz mit ihren Schützlingen teilen und Optimierungspotenziale aufzeigen.

Funktionen und Aufgaben Ihres Förderers

Ihr Mentor schlüpft während der Zusammenarbeit mit Ihnen in mehrere Rollen und erfüllt dabei diverse Aufgaben:

Ratgeber: Der Mentor berät Sie bei Herausforderungen Ihres Startup-Alltags und gibt Tipps, wie Sie sich mit Ihrem Unternehmen auf dem Markt etablieren können. Es geht dabei sowohl um kurzfristige Maßnahmen als auch langfristig angelegte Strategien, die den Weg zu Ihrem Erfolg ebnen. Beispielsweise nimmt er Ihren Finanzplan unter die Lupe oder zeigt Ihnen effizientere Verfahrensweisen bei der Produktherstellung.

Leitbild: Die Vorbildfunktion ist eine der wichtigsten Aufgaben des Mentors. Orientieren Sie sich an dessen Auftreten, Arbeitsweise und Führungsstil, um Ihre eigenen Fähigkeiten im Umgang mit Mitarbeitern und Kunden zu verbessern. Begleiten Sie ihn oder sie zu Meetings und Verhandlungen mit Geschäftspartnern. Ihren Mentor in Aktion zu sehen, hilft Ihnen dabei, Ihre eigene Persönlichkeit für den Geschäftsalltag auszubilden.

Coaching: Ihr Lehrmeister übernimmt auch Aufgaben eines Coaches, da er oder sie schon viele Höhen und Tiefen eines Gründers persönlich erlebt hat. Bei Fragen nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie dem richtigen Umgang mit Rückschlägen kann Ihnen der Mentor konkrete Beispiele aus seinem Leben nennen. Lassen Sie sich davon inspirieren, wie Ihr Gegenüber auch in schwierigen Situationen Auswege fand und wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrte.

Förderer: Business-Mentoren sind durch ihre meist jahrzehntelange Berufserfahrung in Führungspositionen ausgezeichnet vernetzt. Sie kennen die Chefs und Einflussnehmer vieler Unternehmen. Dadurch können sie wichtige Türen öffnen. In der Kommunikation mit neuen Kontakten wirkt zudem oft schon die Nennung des Namens Ihres Mentors als vertrauensfördernde Maßnahme.

Je nach Umfang der Aufgabenbereiche kann ein Mentor alleine kaum alle genannten Aspekte abdecken. Überlegen Sie sich, die Unterstützung mehrerer Personen einzuholen. Ein Förderer könnte Sie etwa in finanziellen Angelegenheiten betreuen, während ein anderer Ihnen wertvolle Tipps für die Produktentwicklung gibt. So profitieren Sie von den Spezialgebieten jedes Mentors.

Wie Sie passende Business-Mentoren finden

Für Gründer, die sich auf die Suche nach einem Lehrmeister begeben, drängt sich zunächst die Frage nach Anlaufpunkten auf. Mentoren-Programme gibt es sowohl in der freien Wirtschaft als auch an Universitäten.

Die Website des Deutschen Hochschulverbands bietet entsprechende Angebote, die sich an Absolventen und Berufseinsteiger richten. Mentoring-Plattformen wie Biz4d sind auf Förderer-Akquise spezialisiert. Auch bei der Berlin Startup Academy und dem Startupbootcamp werden Sie fündig. Der gemeinnützige Verein Senioren der Wirtschaft speist sich aus einem Pool an etwa 40 ehrenamtlichen Beratern, die Gründer, Startups sowie mittelständische Unternehmen beraten und coachen.

Die Profile potenzieller Kandidaten in sozialen Berufsnetzwerken wie Xing oder LinkedIn geben Ihnen Auskunft darüber, wonach die potenziellen Förderer suchen und ob Ihr Startup zu ihnen passt.

Machen Sie den ersten Schritt, verhalten Sie sich authentisch und gehen Sie ähnlich wie bei einer Jobbewerbung vor. Überlegen Sie sich nicht nur, was Sie wollen, sondern auch was Sie bieten können. Seien Sie sich sowohl auf persönlicher als auch fachlicher Ebene im Klaren darüber, nach wem Sie Ausschau halten. Gute Business-Mentoren finden Sie nur über eine gezielte Suche.

Kennenlerngespräche geben Aufschluss darüber, wie gut beide Parteien miteinander können. Formulieren Sie Ihre Unternehmenspläne, Arbeitsweise und Erwartungshaltung gegenüber dem Mentor sehr präzise. Nur so können Sie und Ihr Gegenüber einschätzen, ob er oder sie zu Ihnen und Ihrem Startup passt. Achten Sie auf ein hohes Maß an Fachkompetenz, Branchenkenntnis, Erfahrung, Vertrauenswürdigkeit und Erreichbarkeit. Zudem sollte Ihr Förderer über gewinnbringende Kontakte verfügen.

Übrigens können auch Freunde und Familienmitglieder Mentorenaufgaben übernehmen, sofern das entsprechende Fachwissen und die Erfahrung vorhanden ist.

Kernelemente einer optimalen Zusammenarbeit

Im Umgang mit Ihrem Mentor gibt es einige Dinge zu beachten, die für eine gewinnbringende Zusammenarbeit essenziell sind:

Produktive Gespräche: Die Kommunikation zwischen dem Förderer und seinem Schützling gehört zu den wichtigsten Elementen eines erfolgreichen Mentorings. Gehen Sie offen, respektvoll und vertrauensvoll miteinander um. Hören Sie aufmerksam zu, was Ihr Förderer Ihnen mitteilt und tragen Sie auch Ihre eigenen Ideen vor.

Sobald Sie merken, dass beide Seiten wegen unterschiedlicher Vorstellungen aneinander vorbeireden, ist es ratsam, Ihren Gesprächspartner auf das Problem aufmerksam zu machen. Kommt es nach mehrmaligen Versuchen immer noch zu keiner Übereinkunft, sollten Sie eine Trennung erwägen. Auch die Vorgehensweise mancher Mentoren, jedem Unternehmen die gleichen Erfolgsstrategien überstülpen zu wollen, ist kontraproduktiv. Fähige Förderer werden niemals nur einfache Patentrezepte vorlegen, sondern gemeinsam mit Ihnen individuelle, auf Ihr Startup zugeschnittene Lösungen erarbeiten.

Regelmäßiger Austausch: Legen Sie zu Beginn Ihrer Zusammenarbeit fest, wann und wie häufig Sie miteinander in Kontakt treten. Regelmäßige Treffen, beispielsweise alle zwei Wochen zum Abendessen, sind die Quintessenz eines funktionierenden Mentorings. Sie sollten zudem absprechen, welche sonstigen Kommunikationswege (Telefon, E-Mail etc.) infrage kommen, damit sich beide Seiten auf den zu erwarteten Umfang einstellen können.

Kritikfähigkeit: Ein wichtiger Punkt der Kommunikation ist die konstruktive Kritik Ihres Förderers. Lob ist natürlich schöner, aber es geht schließlich darum, Ihr Unternehmen voranzutreiben und auf dem Markt zu etablieren. Machen Sie sich bewusst: Ein guter Mentor nutzt Kritik nur dazu, Optimierungen voranzutreiben und Ihr Startup auf die Siegerstraße zu führen. Reagieren Sie souverän und nehmen Sie sich das Feedback zu Herzen.

Wenn Sie das kleine Einmaleins des gegenseitigen Austauschs mit Ihrem Lehrmeister berücksichtigen, steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit nichts im Weg.

Große Chance für Jungunternehmen

Existenzgründer profitieren ungemein von den Ratschlägen eines kompetenten Branchenkenners, der ihnen hilft, auf die Erfolgsspur zu gelangen. Wenn Sie einen Mentor finden, der zu Ihrem Startup passt, sichern Sie sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Welche zusätzlichen Faktoren über den Erfolg kleinerer und mittelständischer Unternehmen entscheiden, verraten wir Ihnen in unserem E-Book zu Wachstumschancen für kleine Unternehmen.