“Die deutsche Wirtschaft ist bei technischen Entwicklungen träge und übervorsichtig.” Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig und war zumindest bis vor einigen Jahren nicht ganz falsch: beispielsweise die Adaption der Cloud-Nutzung war Anfangs noch sehr zögerlich. Dass unser Land und die Lenker der Wirtschaft mit Blick auf zukunftsträchtige Neuerungen jedoch einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht haben, belegen die Prognosen der aktuellen IDC-Studie. Deutschland ist schon jetzt Spitzenreiter, wenn es um den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) geht. Das Thema Digitalisierung ist zur Chefsache geworden und mitunter auch deshalb ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren Ausbau der Kapazitäten zu rechnen.

Wünsche für die Zukunft

Denke ich an die Begriffe „Industrie 4.0“ oder „vernetzte Fertigung“, kommen mir gleichermaßen etablierte Traditionsbetriebe wie MAN oder KUKA als auch zahlreiche Start-Ups in den Sinn. Das Wirtschaftsklima scheint also in unserem Land für Unternehmen mit unterschiedlichen Voraussetzungen den notwendigen Nährboden für innovative Ideen und zukunftsweisende Lösungen zu bieten. Machine Learning ist bereits heute für zwei Drittel der Befragten einer Studie der Crisp Research in der DACH-Region auf der Tagesordnung und das wird nicht spurlos an den Unternehmen vorbei gehen. Sie werden sich durch KI-Technologien von Grund auf verändern, so die Einschätzung von 60 Prozent der befragten IT-Entscheider der Salesforce-Studie „State of IT“. Nicht nur Unternehmen sehen die Potenziale neuer Technologien, auch Kunden sind bereits heute davon überzeugt, dass ihr Markenerlebnis dadurch verbessert werden kann und sie persönlich davon profitieren. Jeder zweite der befragten Privatkunden erhofft sich dadurch in Zukunft nur noch solche Angebote zu erhalten, die seinen persönlichen Vorlieben entsprechen und an seine individuellen Bedürfnisse angepasst sind.

Realistischer Blick der Umsetzer

Etwas gebremst wird die Euphorie allerdings von jenen, die sich mit der Implementierung auseinandersetzen – den IT-Abteilungen. Zwar gehen auch sie von einer bedeutenden Zunahme der KI-Technologien aus, jedoch weit weniger als von Sales-Kollegen erhofft. Genau diese unterschiedlichen Einschätzungen gilt es miteinander zu vereinen und mit dem Wissen und gleichzeitig den Bedenken beider Seiten an einer gemeinsamen Strategie zu arbeiten. Die Position des CIO wird deshalb weiter an Bedeutung gewinnen und zentraler Baustein der Business-Transformation sein.

Innovationsorientierte Unternehmenskultur

Bei aller Euphorie rund um das Thema KI gilt es aber nicht zu vergessen, dass dessen Einführung im Grunde ein Innovationsprojekt wie jedes andere auch ist: Ressourcen müssen zur Verfügung stehen, strategisch genutzt und der Wandel durch eine Führung „von oben“ unterstützt werden. Zwar sind bisher nur 25 Prozent der von Salesforce Befragten davon überzeugt, dass die Handelnden mit fundiertem KI-Wissen ausgestattet sind, dem optimistischen Blick in die Zukunft tut das aber keinen Abbruch: knapp 40 Prozent sind davon überzeugt, dass KI-Projekte in ihren Unternehmen innerhalb der nächsten eineinhalb Jahren umgesetzt sein werden.

Innovationen voranzutreiben bedeutet Potenziale zu erkennen, Dinge auszuprobieren und Fehler auf dem Weg zu akzeptieren. Mit agilen Methoden und einer ausgeprägten Fehlerkultur können Unternehmen Etabliertes in Frage stellen und mit Mut unbekannte Wege gehen. Die Voraussetzungen Seitens der Technologie sind denkbar gut und müssen von den deutschen Unternehmen nur noch genutzt werden. Salesforce ist hier mit gutem Beispiel vorangegangen und hat 100 Millionen Euro in die Entwicklung von KI-basierten Lösungen investiert. Besonders mit Blick auf Deutschland macht mich das stolz, denn die Investitionen kommen Unternehmen in unserem Land direkt zugute und unterstützen sie dabei, die Position als Spitzenreiter zu verteidigen.