500 Millionen Online-Shopper, deren Verhalten der aktuelle Salesforce Shopping Index untersuchte, können nicht irren: E-Commerce ist weiter auf dem Vormarsch. Und wie! Satte 14 Prozent legte das globale Online-Geschäft weltweit gegenüber dem Vorjahr zu – gespeist aus sechs Prozent mehr Traffic und acht Prozent mehr Ausgaben beim Kauf. Damit überstieg das Wachstum bei den Ausgaben erstmals den Traffic-Zuwachs. Der Salesforce Shopping Index für das zweite Quartal 2017 zeigt, dass sich im E-Commerce der Aufwärtstrend der letzten Jahre fortsetzt – wenn auch in Deutschland mit neun Prozent Steigerung deutlich verhaltener als zum Beispiel in Kanada oder Australien und Neuseeland, wo das Online-Wachstum mit 41 bzw. 35 Prozent wesentlich stärker ausfiel.

Wegweisend ist der neue Fokus auf den Ausgaben im Vergleich zum Traffic. Die Zeiten, in denen man nur möglichst viele Kunden auf seine Seite locken musste, um etwas zu verkaufen, sind vorbei. Heute gilt es, die Kunden zu fesseln, damit sie online kaufen. Für die Händler heißt das: Es ist an der Zeit, noch mehr auf Personalisierung und individuelle Angebote zu setzen. Wie gelingt es, Käufer und Produkt zusammenzubringen? Hier einige wichtige Erkenntnisse:

  • Auffindbarkeit: Die Suchfunktion auf der Seite gewinnt immer mehr an Bedeutung – nicht zuletzt durch den Einfluss von Amazon und Google, die die Käufer auf die Suche konditioniert haben.
  • Personalisierung: Die Produktdetailseite ist das neue Schlachtfeld, auf dem Kauferfolge realisiert werden. Hier entscheiden die Käufer, ob sie ein Produkt in den Einkaufswagen legen oder nicht. Wichtig ist, dass die Kunden von hier aus personalisiert weiternavigieren können – entweder zurück zu den Produkten, die sie kürzlich angesehen haben, oder zu Vorschlägen, die speziell für sie ausgewählt wurden.
  • Markenverbundenheit: Marken, die eine Geschichte erzählen, stehen eindeutig auf der Siegerseite. Was zählt, ist der menschliche Aspekt. Nehmen Sie die Kunden mit auf Ihre Reise und lassen Sie die Marke zu einem Teil ihres Lebens werden.

Das Mobiltelefon hat sich endgültig als wichtigster Traffic-Kanal im ECommerce durchgesetzt. Der über Mobiltelefone generierte Traffic wuchs weltweit gegenüber dem Vorjahr um sage und schreibe 23 Punkte auf aktuell 57 Prozent. Tablets liegen recht abgeschlagen bei nur sieben Prozent, auf den PC entfallen global gesehen 35 Prozent des Traffics. In Deutschland liegen Computer und Mobiltelefone mit 43 bzw. 47 Prozent des Traffics noch relativ gleichauf – hier gibt es, wie der weltweite Trend zeigt, noch deutlich Zuwachspotenzial für den Traffic über Mobiltelefone. Betrachtet man statt des Traffics die Bestellungen, wendet sich das Blatt: Hier liegt der Computer in Deutschland mit 57 Prozent in Führung, während auf das Mobiltelefon nur 31 Prozent entfallen. Um den Anteil der Bestellungen über das Mobiltelefon voranzubringen, ist es wichtig, den Kunden sichere und möglichst in das Mobilgerät integrierte Zahlungsmöglichkeiten anzubieten, um das Vertrauen in den Kauf über das Mobiltelefon weiter zu stärken.

Deutsche Käufer gaben im zweiten Quartal 2017 durchschnittlich 4,83 Euro pro Online-Bestellung aus – das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Untersuchungen 2015 und sogar höher als in den traditionell verkaufsstarken vierten Quartalen der Vorjahre. Kostenloser Versand entwickelt sich dabei immer mehr zum Muss: Bereits 59 Prozent aller deutschen Bestellungen wurden ohne Versandkosten verschickt, weltweit liegt diese Zahl sogar bei 70 Prozent. Auch hier werden deutsche Händler wohl noch weiter mit dem Trend mitgehen müssen. Rabatte sind hingegen gar nicht so wichtig wie oft angenommen – mit 13 Prozent rabattierter Waren im Online-Geschäft liegt Deutschland deutlich unter dem globalen Schnitt von 18 Prozent.

Die sozialen Medien sind als Verkaufsmotor weiter im Aufwind: Sechs Prozent des Mobiltelefon-Traffics kommen über soziale Netzwerke – ein Zuwachs von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Soviel zu den Schlagzeilen. Doch der Teufel – oder auch die Erkenntnis – liegt, wie so oft, im Detail. Der interaktive Salesforce Shopping Index verspricht spannende Einblicke und so manchen Aha-Effekt, wenn es darum geht, die aktuellen Trends für den eigenen Online-Shop zu nutzen.