Auf unbekanntem Terrain fühlt sich Jochen Schweizer zuhause. Das zeigte sich schon in jungen Jahren, als der frischgebackene Abiturient aus Heidelberg die Weiten Afrikas auf zwei Rädern durchquerte – damals wie heute würden sich die meisten Menschen einen solchen Trip nicht zutrauen. Auch heute, vier Jahrzehnte später, ist seine Abenteuerlust ungebrochen: Mit der Eröffnung der Jochen Schweizer Arena in Taufkirchen bei München im März 2017 beschreitet er nicht nur ein weiteres Mal Neuland, sondern setzt auch wieder neue Maßstäbe.

Ein Sprung ins Neue

Der Mensch Jochen Schweizer ist überzeugt von der Kraft der persönlichen Haltung, von Prinzipien. Eines davon ist Risikobereitschaft: eine natürliche Voraussetzung für seine Stuntman-Laufbahn. Er überschritt die Grenzen des physisch und psychisch Machbaren mehr als einmal, wovon mehrere – teils bis heute nicht eingestellte – Rekorde zeugen. Für den Münchner Modeunternehmer und Filmemacher
Willy Bogner wagte er 1987 mit dem Sprung von einem 220 Meter hohen Staudamm für „Feuer, Eis und Dynamit“ einen der aufsehenerregendsten Stunts der Filmgeschichte – und legte damit den Grundstein für seine erfolgreiche Unternehmer-Karriere. „Es ist immer der erste Schritt, den man tun muss, um die folgerichtig nächsten Schritte gehen zu können“, ist Jochen Schweizer überzeugt. „Nach dem Film wollte plötzlich jeder an einem Gummiseil in die Tiefe stürzen. Deshalb mietete ich im Dezember 1989 einen Kran und stellte ihn in Oberschleißheim bei München auf – die erste von später insgesamt 40 Bungee-Anlagen in Deutschland.“

Bungeespringen wurde zum Megatrend, Jochen Schweizer zu einem sehr erfolgreichen Unternehmer. Weil er niemals stillsteht, ersann und vermarktete er laufend neue Erlebnisse, wie beispielsweise House Running oder die Seilrutsche Flying Fox. Damit läutete er
die Ära der Demokratisierung des Erlebnisses ein – er machte Grenzerfahrungen jedem, der sich traute und gesund war, zugänglich.
Die erste Zäsur brachte 9/11, mit einem Einbruch des Erlebnismarktes. Kurz vor der Insolvenz warf Jochen Schweizer sein gesamtes Privatvermögen in die Waagschale, um sein Unternehmen zu retten. Schuldenfrei und gesundgeschrumpft erfindet Jochen Schweizer mit einem nie dagewesenen Geschäftsmodell seine Marke neu: Das Erlebnis als Geschenkbox. Kunden haben heute die Auswahl aus über 2.500 verschiedenen Erfahrungen zum Verschenken oder selbst Trauen. „Da ich mich nicht als Manager, sondern als Enabler verstehe, der seinen Mitarbeitern den Rahmen gibt sich zu entfalten, kann ich geradeheraus zugeben: Die besten Ideen kommen nicht von mir, sondern meinem Team. Baggerfahren als Erlebnis wäre mir nie in den Sinn gekommen“, lacht Jochen Schweizer.

Mit rund 600 Mitarbeitern erwirtschaftete sein Unternehmen 2016 einen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe. 2017 erfolgt der Zusammenschluss der Jochen Schweizer GmbH mit der ProSiebenSat.1-Tochter mydays zur Jochen Schweizer mydays Holding GmbH. Den Weg dorthin hat Jochen Schweizer allein gemeistert: „Als ich damals eine Finanzierung brauchte, haben Banken und Investoren abgewinkt, weil sie meine Vision des Handelns mit Erlebnissen nicht teilten“, erzählt er. Diese Erfahrung bekräftigte eine weitere Überzeugung von Jochen Schweizer: „Du allein bist für dein Schicksal verantwortlich.

Seit meiner Kindheit habe ich eine innere Überzeugung entwickelt. Ich wusste: Ich kann nur scheitern oder landen.“ Diejenigen, die sich diese Haltung nicht selbst erarbeiten konnten oder mussten, leitet und berät er heute in genau diesem Sinne. Dies gilt sowohl für die Erziehung seiner fünf Kinder als auch für seine Rolle als Vorbild für seine Mitarbeiter.

Erlebnisse verbinden

„Mein größtes Kapital sind meine Mitarbeiter. Die Marke Jochen Schweizer steht und fällt mit ihnen – denn sie ist im Kern nichts anderes als die gemeinsame Intention aller Menschen, die hinter ihr stehen“, lautet seine Auffassung. Und der Wille, dieser Marke ein echtes Zuhause zu geben, war dann auch der Impuls zur Entwicklung der Jochen Schweizer Arena (siehe oben). „Ich wollte damit für unsere Marke einen Ort schaffen, der sie für unsere Kunden erlebbar macht, indem sie alle Sinne anspricht. Außerdem bin ich damit zurück zu meinen Wurzeln gegangen: als Veranstalter die Qualitätskontrolle zu behalten.“ Damit hat Jochen Schweizer eine Erlebniswelt geschaffen, die weit mehr ist als eine Eventlocation: „Es ist ein Ort, an dem Du Dich neu entdeckst.“

Er ist überzeugt von der Bedeutung gemeinsamer Erlebnisse als sozialer Kitt – sei es in der Partnerschaft, der Familie oder unter Kollegen. Die Arena ist als Ort prädestiniert dafür. Aber Jochen Schweizer wäre nicht Jochen Schweizer, wenn er diesem Anspruch nicht auch innerhalb seines Teams mehr als gerecht würde – wie gewohnt mit einer gehörigen Portion Kreativität versehen. „Wir erleben sehr viel im Team und das schweißt uns zusammen. Zum einen viele sportliche Veranstaltungen, zum anderen haben wir aber auch einen Elternabend ins Leben gerufen.“ Den Eltern der überwiegend jungen Mitarbeiter flattern zur Einladung die zur Schulzeit gefürchteten „Blauen Briefe“ ins Haus. „Und dann bringen wir die Angehörigen zusammen – nicht nur Eltern, sondern auch Partner und andere für die Mitarbeiter wichtige Menschen. Denn wir verlangen viel von ihnen, und diejenigen, die das mittragen müssen, sind nunmal die Bezugspersonen. Das ist ein Weg, sie einzubeziehen, eine Bindung durch das gemeinsame Erlebnis aufzubauen und danke zu sagen. Denn die Qualität der täglichen Arbeit meines Teams ist der Garant für den Erfolg der Firma.“

Was bei der Betrachtung seines bisherigen Lebenswerks deutlich wird ist: „Ich bin immer auf dem Weg und nie am Ziel. Ich erreiche immer wieder einen bestimmten Punkt und dann orientiere und erfinde ich mich wieder neu und gehe weiter in eine neue Richtung. Denn wer anderen folgt, wird niemals vorne sein.“ Das Neue umarmt Jochen Schweizer deshalb stets innig. So ist er innovativen Technologien gegenüber sehr aufgeschlossen und sieht sie als Mittel, ihm
zu dienen, seine Ziele schneller und effizienter zu erreichen. Schnelligkeit und Effizienz helfen auch dabei, Zeiten der Ruhe zu gewinnen, die für Jochen Schweizer essenziell sind: „Sonst besteht die Gefahr, die Kerze von beiden Seiten abzubrennen. Das habe
ich nie getan.“

Jochen Schweizer fördert daneben auch Start-ups. Seine Entscheidung, sich zu engagieren, hängt von knallharten Faktoren ab: „Es muss ein intelligentes Geschäftsmodell sein, mit einem sichtbaren Mehrwert für die Menschen und einem Markt.“ Und die Menschen hinter diesen Ideen können Jochen Schweizer dann überzeugen, wenn er ihren Willen und ihr Potenzial sieht: die Bereitschaft, sich anzustrengen, und die richtigen Fähigkeiten. „Egal, was ich anpacke: Ich trete nie an, um zweiter Sieger zu werden. Ich will gewinnen. Leider gelingt es mir nicht immer.“

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