LINDA AIELLO leitet als Senior Vice President bei Salesforce den Bereich International Employee Success. Ihre Aufgabe bringt sie auf den Punkt: Das Beste für Mitarbeiter erreichen, damit diese die besten Ergebnisse liefern. Wir haben mit Ihr gesprochen.

Frau Aiello, Ihr Titel ist ungewöhnlich. Können Sie uns kurz skizzieren, wie sich Ihre Rolle von der einer typischen HR-Chefin unterscheidet?

Wir wenden das gleiche Konzept wie bei unseren Kunden an – wir fokussieren uns voll auf die Mitarbeiter und ihren Erfolg. Wir glauben fest daran, dass unsere Mitarbeiter in einer optimalen Arbeitsumgebung die beste Leistung erbringen.

Welche Vorteile bietet das für Ihre Mitarbeiter und Salesforce selbst?

Wir fühlen uns dafür verantwortlich, die Beziehung zu unseren Kunden, Partnern und Communities zu gestalten. Das Ziel ist eine enge, gegenseitige Bindung zueinander – ein wesentliches Element unserer „Ohana“-Kultur. Das Wort stammt übrigens aus der hawaiianischen Sprache und bedeutet Familie.

Unser gemeinsamer Antrieb ist ja der Erfolg unserer Kunden und alle Kollegen tragen dazu bei. In unserer Unternehmenskultur wird jeder einzelne Beitrag als wichtiger Anteil am großen Ganzen wertgeschätzt. Ich finde, wenn man versteht, dass man nicht nur auf ein übergeordnetes, sondern auch auf sein persönliches Ziel hinarbeitet, gewinnt das eigene Handeln auch einen tieferen Sinn. Und so entsteht auch eine echte Leidenschaft im Beruf. Dass wir diese Philosophie mit Leben füllen, ist sicher ein wesentlicher Grund dafür, dass wir ein so beliebter Arbeitgeber sind.

Können Sie uns einen Eindruck von der Lernkultur und Ihren Strategien zur Mitarbeiterförderung geben, die Sie etabliert haben?

Es beginnt schon am ersten Tag eines neuen Mitarbeiters: Dieser dient dazu, ihn in unsere Kultur einzuführen, und zwar auch, indem sich jeder an einem freiwilligen sozialen Projekt beteiligt. In Deutschland engagieren wir uns zum Beispiel stark mit Buddy Force: Wir bilden Flüchtlinge aus und helfen ihnen, sich zu integrieren. Außerdem hat Salesforce eine kontinuierliche Lernumgebung geschaffen. Wir betreiben zahlreiche Weiterbildungsprogramme, die bis zur Führungsebene reichen, beispielsweise diverse Kurse zur Weiterentwicklung, angepasst an die verschiedenen Karrierephasen.

Welche Faktoren spielen noch eine Rolle für eine erfolgreiche Lernkultur?

Diversität ist enorm wichtig. Dabei geht es nicht nur um geschlechtlich gemischte Belegschaften. Das wichtigste sind kognitiv unterschiedliche Menschen, die verschiedene Hintergrunde, Lernstile und Perspektiven einbringen. So entstehen inspirierende Diskussionen und Ideen.

Sie sind in einer Branche, in der sich Markt und Wissen sehr dynamisch entwickeln. Wie unterstützen Sie Mitarbeiter, damit sie Schritt halten können?

Wir werden laufend animiert, Neues zu lernen. Ganz zentral ist dabei Agilität: Die Fähigkeit, sich kontinuierlich zu entwickeln und anzupassen. Sie brauchen eine Mischung aus unstillbarer Neugier und Anpassungsfähigkeit. Wir entwickeln uns die ganze Zeit weiter. Dabei hilft uns auch unsere Online-Lernplattform Trailhead, die wir ständig um neue Inhalte ergänzen.

Könnten Sie uns ein paar Einblicke in Trailhead geben?

Gern! Dort erfahren unsere Mitarbeiter, Kunden und Partner mehr über unsere Produkte und unsere Führungskultur. Es handelt sich um ein modulares Konzept mit vielen Gamification-Elementen – sie haben Levels, sammeln Punkte. Es gibt sogar Teams, die gegeneinander antreten. Ich habe beispielsweise 120 Badges – so heißen die Auszeichnungen. Mein Team versucht die ganze Zeit, mich einzuholen, aber noch bleibe ich vorn.

Was haben Sie als letztes gelernt?

Ein Klavierstück von Chopin, das ich sehr schätze. Ich spiele seit Jahren Klavier, aber es war eine Weile her, dass ich ein Stück neu gelernt habe. Das ist ein besonderes Gefühl!