Warum die Bezahlmethoden so wichtig sind

Laut verschiedener Erhebungen sorgt die Auswahl von unpassenden Bezahlsystemen für rund 50 Prozent der Warenkorb-Abbrüche. Das bedeutet anders ausgedrückt: Wenn es schlecht läuft, verlieren Sie rund die Hälfte der teuer akquirierten, potenziellen Kunden kurz vor Ende. Sie springen ab, obwohl sie Interesse an Ihren Angeboten haben.

Wer einen Online-Shop betreibt, der weiß, dass es viele Punkte zu beachten gibt, um am heiß umkämpften Markt im E-Commerce bestehen zu können: Zum Beispiel können Sie mit einem attraktiven Angebot punkten, mit guten Preisen und einem erstklassigen Service. Ein Aspekt, der leider gerne unterschätzt wird, ist die sorgfältige Auswahl des Bezahlsystems. Sind Sie hier nachlässig, wird das zu Abbrüchen im Kaufprozess führen. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, was Sie bei der Wahl der Bezahlsysteme beachten sollten und wie Sie diese für die bestmögliche Customer Experience integrieren.

 

Diese Bezahlsysteme haben sich etabliert 

Die deutschen Kunden gelten als besonders anspruchsvoll. Der Online-Handel hat sich zwar durchgesetzt, doch beim Thema Payment sind viele Online-Shopper ziemlich kritisch. Deshalb bevorzugen sie eher klassische Internet-Bezahlmethoden. Dazu gehören:

 

Rechnung

Der Kunde bezahlt seine bestellten Waren erst nach dem Erhalt und der Prüfung. Dafür hat er zwei Wochen Zeit. Die Überweisung des Geldes erfolgt beispielsweise über das Online-Banking.

SEPA / Lastschrift

Beim Lastschrift-Verfahren gibt der Kunde im Online-Shop seine Bankdaten ein und dem Shop-Betreiber die Erlaubnis, das Geld einzuziehen. Deshalb wird diese Art der Zahlung auch als Bankeinzug bezeichnet.

Vorkasse

Ihr Kunde bezahlt die bestellten Waren per Überweisung. Erst wenn die Vorauskasse bei Ihnen eingegangen ist, verschicken Sie das Paket.

Nachnahme

Sie versenden die Ware und der Kunde bezahlt diese beim Paketdienstleister direkt bei der Übergabe. Dies kann an der Haustür oder bei einer Filiale der Deutschen Post erfolgen.

Abholung

Unternehmen oder Händler, die einen Online-Shop und ein Filialnetz betreiben, bieten oft Bezahlung bei Abholung an. In diesem Fall wird die Rechnung vom Käufer in der Niederlassung beglichen, zum Beispiel in bar oder per EC-Karte.

Kreditkarte

Auch die Zahlung über die Kreditkarte zählt zu den beliebtesten Bezahlsystemen der deutschen Konsumenten. Hierbei geben Ihre Kunden ihre Kreditkarten-Daten sowie zugehörige Prüfnummern im Bezahlprozess Ihres Online-Shops ein, danach gilt der Kaufprozess als abgeschlossen.

Finanzierung 

Ein weitere in Deutschland häufig genutzte Zahlmethode ist der Ratenkauf. Der kann über verschiedene Wege erfolgen, beispielsweise durch eine monatliche Überweisung des Kunden auf Ihr Geschäftskonto. Oder Sie wickeln die Ratenzahlung über Bezahldienstleister ab.

 

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Diese neuen Bezahlmethoden sind die Zukunft im E-Commerce

Neben den klassischen Payment-Systemen haben sich in den letzten Jahren zusätzlich weitere Bezahlsysteme durchgesetzt. Mit deutlichem Abstand vorne liegt PayPal. Mit einem Marktanteil von zirka 20 Prozent lässt der US-Dienstleister die Kreditkarte, die Vorkasse und den Ratenkauf hinter sich.

Darüber hinaus sind im deutschen Onlinehandel noch Amazon Payments, Giropay, Paydirekt und Sofortüberweisung.de (umbenannt zu Klarna) geläufig – wenn auch mit geringer Verbreitung. 


Worauf Sie bei der Auswahl des Bezahlsystems achten sollten

Das eine, beste Bezahlverfahren und den besten Payment Service Provider gibt es nicht. Jedes Verfahren bietet seine ganz individuellen Vor- und Nachteile. Wenn Sie überlegen, welches Bezahlsystem für Sie geeignet sein könnte, sollten Sie zuerst auf Ihre Zielgruppen schauen: Wie sehen Ihre Kundenschichten aus? Adressieren Sie beispielsweise junge und digital affine Kunden, ist PayPal ein „must have”. Bei älteren Käufern kommen klassische Bezahlsysteme wie Vorkasse, Nachnahme und Kauf auf Rechnung weiterhin gut an.

Ein weiterer Entscheidungsfaktor ist das Thema Sicherheit: Datendiebstahl, Phishing und ähnliche kriminelle Aktivitäten kochen immer wieder in den Medien hoch – oft in Verbindung mit modernen Bezahlmethoden. Auch den Datenschutz müssen Sie als Online-Shop-Betreiber beachten: Deutsche Kunden sind skeptisch, wenn Ihre Daten über ausländische Server abgewickelt werden. 

Zudem gilt es, auf weitere entscheidende Faktoren zu achten:

  • Wie aufwändig ist es, die API des Bezahlsystems oder des PSP an Ihren Shop-System anzubinden?

  • Wie hoch fallen die Grund-Gebühren und Kosten pro Transaktion aus?

  • Wie seriös erscheinen Ihnen die Anbieter?

     

Welche Herausforderungen gibt es bei den verschiedenen Bezahlsysteme zu bewältigen?

Sie möchten die Komplexität reduzieren und deshalb nur wenige Payment-Methoden in Ihrem Online-Shop anbieten? Wie bereits erwähnt: Die eine Lösung – das perfekte eine Bezahlsystem – gibt es nicht. Jedes Verfahren bietet Vor- und Nachteile. Die Herausforderung besteht darin, abzuwägen, welches Bezahlsystem sich für Ihr Unternehmen rentiert. 

 

Hier ein paar Beispiele, für Aspekte, die in der Überlegung über die richtige Bezahlmethode Beachtung finden sollten:

  • Kauf auf Rechnung ist zwar bei den deutschen Online-Shoppern sehr beliebt, doch Sie erhalten Ihr Geld erst viele Tagen nach dem Versand der Ware. 

  • Beim SEPA-Verfahren ziehen Sie bzw. ein Payment-Provider das Geld ein. Doch Ihr Kunde hat die Möglichkeit, die Lastschrift zu widerrufen.

  • Bei der Zahlung per PayPal werden Ihre Käufer auf eine externe Webseite umgeleitet – das kann Kunden verunsichern und den Kauf abbrechen lassen.

  • Bieten Sie eine Kreditkartenzahlung an, fallen die Gebühren pro Transaktion im Vergleich zu anderen Verfahren teilweise recht hoch aus. Eventuell müssen Sie diese Ihren Kunden extra berechnen, um Ihre Ausgaben zu minimieren.

 

All diese Bezahlmethoden haben auch ihre individuellen Vorteile, die vor allem von Ihrer Zielgruppe abhängig sind. Vorteile der einzelnen Methoden je nach Zielgruppe können bspw. Kunden- bzw. Benutzerfreundlichkeit oder die Möglichkeit einer schnellen Abwicklung der Zahlung sein. 

 

Wie Sie die Payment-Methoden in Ihren Online-Shop integrieren

Haben Sie vor, eine oder mehrere der vorgestellten Verfahren in Ihrem Online-Shop anzubieten, gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Integration: Zum einen können Sie die einzelnen Systeme von Hand anbinden, indem Sie passende Schnittstellen (API) programmieren. Diese Methode ist jedoch etwas komplizierter und für Laien möglicherweise nicht so einfach so realisieren – hier sollte man mit erfahrenen Programmierern zusammenarbeiten. 

Zum anderen können Sie auf sogenannte Payment Service Provider (PSP) setzen – was deutlich bequemer ist. Das sind große Anbieter, die mehrere Bezahlsysteme über eine Schnittstelle zugänglich machen und die Transaktionen abwickeln. Oft sind PSP in Shopsysteme und E-Commerce-Plattformen integriert.  So bietet zum Beispiel die Commerce Cloud von Salesforce eine breite Auswahl an Partnern an. Dazu gehören in Deutschland unter anderem die Bezahlsysteme Adyen, Stripe, Afterpay, PayPal und Klarna. 

 

Reduzieren Sie die Kaufabbrüche!

Der Begriff „Kundenzentrierung” ist schon seit längerer Zeit in aller Munde, doch er hat mehr Bestand denn je. Denn der moderne Kunde gilt als anspruchsvoll, und der Online-Shop Ihrer Mitbewerber ist nur wenige Klicks entfernt. Überzeugen Sie deshalb Ihre Shop-Besucher mit einer durchgehend angenehmen Customer Experience, einem positiven Kauferlebnis von A bis Z. Dabei spielt die Auswahl der passenden Zahlungsarten eine sehr wichtige Rolle.  Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Kunden bei Ihnen sicher und zufrieden fühlen!

 

Über den Autor:

Jürgen Kroder liebt Digitalisierung, Start-ups und Marketing. Deswegen schreibt er als freier Fachautor für bekannte Publikationen über diese Themengebiete. Und er unterstützt als Coach und Berater mittelständische Unternehmen bei ihrer Marketing-Strategie.