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Prompt Engineering: Schreiben Sie noch oder prompten Sie schon?

ein Mann mit Mütze sitzt vor einem PC

Prompt Engineering ist keine Geheimwissenschaft! Alles, was Sie wissen müssen, um erfolgreich loszulegen.

Sie wollten schon immer eine freundliche und schnelle Assistenz, die einfach mal macht, was Sie sagen? KI-Anwendungen wie ChatGPT können Ihnen in vielen Fällen genau das bieten. Aber ganz ohne Ihr Zutun funktioniert es nicht. Um brauchbare Ergebnisse aus der KI herauszukitzeln, müssen Sie Prompt Engineering beherrschen.

Keine Panik, Sie brauchen dafür kein IT-Studium. Bei Prompt Engineering geht es darum, die richtigen Fragen an generative KIs wie ChatGPT & Co. zu stellen, um genau die Antworten zu erhalten, die man braucht. Prinzipiell handelt es sich hier um eine Programmiersprache, die ganz nah an unserer normalen Sprache ist. Prompts sind Eingabeaufforderungen, die Sie dem maschinellen Lernmodell geben – sprich: Befehle. Und die sollten Sie mit Bedacht formulieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erhalten. 

In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf Text-Prompts. Aber Sie können sich heutzutage fast alles per Prompt holen: Natürlich auch Bilder!

Dieses Werk wurde mit der kostenfreien Version von Clickdrop im Anime-Stil erstellt, einem Interface für diverse Tools (Stable Diffusion XL von Stability AI, ein Deep-Learning-Text-zu-Bild-Generator.)

Wir haben das mit einem ganz simplen Prompt ausprobiert: „Show me a picture with blue water and mountains.”

Betrachten Sie einen Prompt also einfach wie ein kurzes und präzises Briefing.

Bekommt Ihr generatives KI-Tool eine aussagekräftige und relevante Eingabeaufforderung, kann es Ihnen eine passende Antwort liefern. Zum Beispiel, um eine personalisierte E-Mail zu erstellen oder das Feedback von Kund:innen auszuwerten und wichtige Insights zu gewinnen. 

Und was sagt Open AI zum Thema Prompt Engineering?

Genau diese Kunst sollte jeder im Unternehmen jetzt lernen. So starten Sie durch:

  • Probieren Sie das Prompten mit einfachen Befehlen selbst aus.
  • Werden Sie kreativ: Versuchen Sie sich an ausgefeilteren Prompts und üben Sie Anweisungen wie „kürzen”, „präziser”, „Bullet-Points”. 
  • Setzen Sie das Prompten in der Praxis ein. Testen Sie die Praxistauglichkeit mit einfachen Aufgaben aus Ihrem Unternehmen (Prompt-Beispiele finden Sie weiter unten).
    • Achtung, Datenschutz: Geben Sie der KI keine persönlichen oder Firmen-interne Daten preis!
  • Holen Sie Kolleg:innen und Mitarbeiter:innen ins Boot, auch Führungskräfte sollten zu prompten lernen. Veranstalten Sie einen Workshop oder ein Webinar.

Prompt Engineering ist kein Hexenwerk (aber schon ein bisschen magisch)

Wir haben oben erklärt, was ein Prompt Engineer macht und wie Sie damit loslegen. Aber wie sieht das in der Praxis aus? Unser erstes Beispiel zeigt, wie gut ChatGPT arbeitet, wenn Sie sich bei Ihrem Prompt etwas mehr Gedanken machen. Bitte nicht erschrecken: Das KI-Tool nimmt Ihnen nicht den Job weg! Aber es greift Ihnen ordentlich unter die Arme. Sie denken gerade über Käufer-Personas nach? Dann prompten Sie doch mal wie wir:

Erstellen Sie fünf Personas für Käufer von Zartbitterschokolade anhand von Kundenumfragedaten, die Sie finden können. Erstellen Sie eine Tabelle der Personas und geben Sie jeder einen Namen, Vorteile und Anwendungsfälle.

Hinweis: Sie müssen die KI nicht Siezen, in unserem Beispiel haben wir sie aus Illustrationszwecken förmlich angesprochen. Aber es handelt sich nicht um ein bewusstes Wesen. Auch wenn das, was Sie jetzt sehen, schon ziemlich, nun ja, „menschlich“ wirkt…

Es gibt auch eine schöne Tabelle aus.

Natürlich müssen Sie Ihre eigenen Personas anhand Ihrer Daten und Zielgruppen entwickeln. Aber wenn Sie ein Gerüst brauchen, ist GPT ein guter Helfer. Probieren Sie es aus. Es macht Spaß, wird Sie überraschen und inspirieren.

Um generative KI-Tools zu beherrschen, also die richtigen Prompts einzugeben, berücksichtigen Sie diese drei Prompt-Engineering-Prinzipien:

  • Prinzip 1: Kontext liefern! Soll die KI wie oben Personas entwickeln? Dann geben Sie an, für welches Produkt oder für welchen Service.
  • Prinzip 2: Spezifisch sein! Es ist verlockend, aber verfallen Sie nicht ins Plaudern, das verwirrt GPT-Programme. Kurz fassen und präzise formulieren, was erwartet wird.
  • Prinzip 3: Schritt für Schritt vorgehen! Manchmal ist langsam besser. Teilen Sie Ihren Prompt in mehrere, detaillierte Fragen auf. 

Fun Fact

Wenn Sie jetzt sofort zum Prompt Engineer werden (und viel Geld verdienen wollen), schauen Sie sich mal dieses Video auf YouTube an. 

Prompt Engineer bzw. Prompt Engineering ist nämlich auch ein echter Beruf. Die Profis forschen beispielsweise für diverse KI-Modelle oder decken Schwachstellen auf. 

Hier beschäftigt sich Jack Roberts mit den Finessen des Prompt Engineerings – sein Power-Prompt heißt „Chain of Thought”.

Chain-of-Thought-Prompting kurz erklärt

Bei CoT-Prompting handelt es sich um eine spezielle Art des Promptings, dass das ChatGPT zugrunde liegende Sprachmodell anregen soll, uns Schritt für Schritt zu zeigen, wie es eine Aufgabe löst. So wird eine vermeintliche Gedankenkette, der Weg zum an uns gelieferten Output, für uns sichtbar. 

ABER: KI ist und bleibt eine Blackbox. Was sich darin wirklich abspielt, wissen wir nicht. Und nein, wir können KI nicht verstehen. Daran wird zwar gearbeitet, aber Explainable (also erklärbare) KI, braucht noch ein Weilchen.

Spätestens jetzt schwirrt allen, die keine IT-Profis sind, der Kopf und Sie fragen sich vielleicht, worin sich KI und Prompt Engineering unterscheiden

Einfach gesagt: Prompt Engineering ist der entscheidende Faktor für einen effektiven Einsatz von KI-Tools. Der Prompt ist die Schnittstelle zwischen den Anwender:innen und großen KI-Sprachmodellen (LLM – Large Language Model) wie bei ChatGPT.

Das muss sich niemand merken. Sie sollten aber wissen, dass diese Sprachmodelle auf natürlicher Sprache basieren. LLMs sind Maschinenlernmodelle. Aber sie generieren menschenähnliche Texte und genau deshalb funktionieren so gut für uns.

Die eigentliche GPT-Revolution: Prompts sind eine neue Form von Code, die als Text eingegeben werden und sofort Ergebnisse liefern. Damit werden wir alle zu Codern. Kein Spezialwissen erforderlich.

Für Nutzer:innen von Prompt Engineering (und wir alle sollten uns damit vertraut machen) gilt: Wir müssen natürlich sicherstellen, dass die von uns generierten Texte die gewünschten Ziele erreichen. 

Machen Sie sich also die Vorteile von Prompt Engineering zunutze, aber seien Sie auch über die Grenzen generativer KI bewusst. Taugt der Prompt nicht, taugt auch das Ergebnis nicht.

Lassen Sie uns zum Schluss noch einmal auf das Prompten eingehen. Damit das gelingt und uns gute Ergebnisse liefert, halten Sie sich an die drei oben beschriebenen Prinzipien. Und dann prompten Sie drauf los. 

Hier einige Prompt-Typen, die Ihnen den Einstieg leichter machen – alle mit der kostenfreien Version von ChatGPT erstellt. 

Der Pareto-Prinzip-Prompt

„Ich möchte etwas über [Thema einfügen (wir sagten „Narzissen“)] lernen. Nenne die wichtigsten 20 % der Erkenntnisse zu diesem Thema und teile sie mit mir, damit ich 80 % verstehen kann.“

Ein praktischer Prompt, um sich zu einem Thema schlau zu machen.

Der Power-Networking-Prompt (perfekt für Kaltakquise-E-Mails)

Prompt: „Gib mir eine E-Mail-Kette für eine Kaltakquise-E-Mail mit Abschnitten in Klammern, die an bestimmte Personen oder Unternehmen angepasst werden können.“

Für unsere Verhältnisse vielleicht ein bisschen übertrieben, aber als Basis und Inspiration durchaus brauchbar, zumal Sie jederzeit auf „Regenerate Response“ klicken können, um den gelieferten Text noch einmal überarbeiten zu lassen, oder „kürzen“ eingeben, wenn Ihnen der Output zu lang ist.

Zapfen Sie mit diesem Prompt die kollektive Weisheit der Top-CEOs der Fortune 500 an. Wir haben „Grüne Energie“ eingegeben.

„Ein Team von CEOs von Fortune 500-Unternehmen zum Thema [THEMA/FRAGE] befragen. Erarbeite Anweisungen und Strategien, wie [THEMA/FRAGE] möglich wird, als ob diese CEOs sie beantwortet hätten.“

Geht doch!

Die Antworten kommen Ihnen bekannt vor? Sind sie auch. Nehmen Sie diesen Output als Input, um Ihre Strategie besser zu formulieren. Dazu sind Sie da!

Extra-Tipp

Wenn Ihnen die Antworten zu lang sind, geben Sie am Ende Ihres Prompts TL;TR (too long; didn‘t read) ein. Und schon fasst sich die KI kürzer!

Und hier noch ein praktischer SEO-Meta-Description-Prompt, der spart Zeit, wenn es mal wieder ganz schnell gehen muss:

Generiere eine prägnante und aussagekräftige Meta-Beschreibung von bis zu 200 Zeichen aus diesem Text [Text einfügen].

Wir haben den nachfolgenden Absatz eingefügt:

Wir wetten, dass Sie sehr schnell zum Prompt Engineer werden! Aber behalten Sie im Hinterkopf, dass generative KIs noch immer Maschinen sind, die ihre Antworten aus Unmengen von Online-Daten generieren. Und diese sind nicht unbedingt korrekt, nur weil die Masse meint, es sei so. Und füttern Sie die generative KI nicht mit sensiblen persönlichen oder Firmendaten. Sie möchten Ihre Prompts nicht als Datenlieferant für die Prompts von anderen verwendet sehen.

Wenn Sie in puncto Daten sicher gehen wollen, verwenden Sie Ihre eigenen und kombinieren Sie diese mit der Power von ChatGPT. Was KI, Daten und ChatGPT gemeinsam können? Zum Beispiel ganz neue Erlebnisse für Ihre Kund:innen ermöglichen! Bei Salesforce hat die neue KI-Ära bereits begonnen. Schauen Sie mal in unser Video rein!

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Heute schon gepromptet? Wir würden uns freuen, wenn dieser Artikel Ihnen Lust auf Prompt Engineering gemacht hat! Keine Scheu: Fangen Sie einfach mal an! Jetzt!

Sheila
Sheila Moghaddam Ghazvini Senior Campaign Manager

Als Senior Marketing Manager Campaigns verantwortet Sheila bei Salesforce Deutschland die Kampagnen für die Marketing und Automotive Cloud. Sie setzt Schwerpunkte in den Bereichen Demand-Generation, Partner- und Social-Media-Marketing. Sheila bringt umfassende Erfahrungen im B2B-Marketing aus ihrer langjährigen Marketingtätigkeit in diversen mittleren und großen SaaS-Software-Unternehmen ein.

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