René Zimmermann arbeitet als Teamleiter für CRM & Marketing Automation bei unserem Partner dotSource. In einem Gastartikel bei uns erklärt er, wie ein Marketing-Automation-System die Kundenbindung stärkt und welches für wen das Richtige ist.

Margaret Ann Boden ist so etwas wie die Grande Dame der Intelligenztheorie. Während »Artificial Intelligence« (AI) oder zu deutsch »Künstliche Intelligenz« (KI) und ihre Bedeutung für die Menschheit erst jetzt so langsam in aller Munde ist, hat Boden ihr erstes Buch dazu bereits 1977 veröffentlicht: »Artificial intelligence and natural man« hieß es. 2017 erschien ihr kurzes, allgemeinverständliches Standardwerk »Artificial Intelligence: A Very Short Introduction«. Wer also nach einer Definition von KI sucht, die man sich getrost merken kann, wird bei Boden fündig:

»Artificial Intelligence seeks to make computers do the sorts of things minds can do.«

Margaret Ann Boden

Das klingt auf den ersten Blick lapidar. Und auf den zweiten ziemlich furchteinflößend. Denn schließlich hatten und haben alle Menschen ein »mind«, egal wie viel oder wenig sie damit anstellen, egal wie großartig oder schrecklich ihre Taten. Bodens Satz aber trifft gerade, weil die Definition nicht eng, nicht präzise ist: KI ist ein Sammelbegriff für das weite Feld, Maschinen zu menschenähnlichen Intelligenzleistungen zu bringen. Diese Leistungen bedürfen eines zielgerichteten Trainings. Ohne Daten geht es nicht. 

Künstliche Intelligenz in Unternehmen: Profitieren von den Profis

Maschinengesteuerte Intelligenzleistungen können von sehr vielfältigem Nutzen sein. Auch hier könnte man an alles mögliche Denken, in diesem Text aber wollen wir uns auf KI-Leistungen konzentrieren, die für Wirtschaftsunternehmen nützlich sein können und deren Produktivität und Innovationsfähigkeit auf ein neues Level heben.

Doch auch an unternehmensbezogenen Use-Cases lässt sich zeigen, wie vielfältig KI-Projekte aufgebaut sind – denn schließlich sind Informationsverarbeitung und Entscheidungsprozesse auch bei Lebewesen extrem vielschichtig.

Künstliche Intelligenz in Unternehmen: Von Plattformen zu Printmedien

Der Trend ist deutlich: Systemlandschaften entwickeln sich aktuell zu Digital Experience Plattformen. Ob sie dabei aus einer Hand – Stichwort Best-of-Suite – oder durch miteinander verbundene Einzeltools – Stichwort Best-of-Breed – entstehen, in ihrem Zentrum steht der Gedanke, die unterschiedlichen im Unternehmen generierten Daten miteinander ins Gespräch zu bringen, sie nicht isoliert zu lassen, denn große Datenmengen nur zu sammeln, verschafft allein noch keinen Wettbewerbsvorteil.

Die großen Player bieten eine Best-of-Suite-DXP mit einer starken KI im Zentrum an oder sie bieten Räume, um Algorithmen zu trainieren, angebundene KI-Projekte zu lancieren. Wie man mithilfe künstlicher Intelligenz sogar dem Marketing-Instrument Printkatalog neue Schlagkraft verleihen kann, zeigt die Schäfer Shop GmbH aus Rheinland-Pfalz. Der Büroausstatter perfektioniert die Kunst der Personalisierung, indem KI-gestützt mehr als 100 .000 verschiedene Varianten ihres Katalogs mit rund 5 .000 unterschiedlichen Produkten gedruckt und verschickt werden – höchst passend zum zurückliegenden Klickverhalten des Adressaten. Was teuer klingt, verringerte de facto die Kosten für den manuellen Aufwand bei Produktauswahl und Layout und steigerte den Umsatz um etwa acht, bei Vielkäufern sogar um bis zu 15 Prozent.

Künstliche Intelligenz in Unternehmen: Effizienter Vertrieb und genialisches Recruiting

Predictive Analytics sind eine Disziplin innerhalb des weiten Feldes der KI, die für präzise Vorhersagen sorgt. Eine Next-Best- Action-Engine schlägt hier etwa einem Mitarbeiter aus dem Vertriebsteam datenbasiert den bestmöglichen nächsten Prozessschritt vor oder ordnet ihm einem Mitarbeiter zu, der diesen Schritt besonders gut ausführen könnte. Salesforce verfügt über ein solches KI-Feature und die irische Ulster Bank nutzt es bereits, um das Kundenerlebnis zu verbessern. Im konkreten Fall übernimmt ein digitaler Assistent die Terminplanung und spart dem Mitarbeiter somit Zeit – Zeit die er nutzt, um sich KI-gestützt optimaler auf den Kunden vorbereiten zu können und die Bankberatung insgesamt kompetenter ausfallen zu lassen.

Das US-Startup Jibe wiederum verändert mit Google das Scouting. Im Auftrag des Pharmakonzerns Johnson & Johnson implementierte Jibe den Google Cloud Dienst »Talent Solution« auf den Karriereseiten des Konzerns. Lassen die übermittelten Daten vermuten, dass jemand dort surft, der als Mitarbeiter für eine hochkarätige Stelle interessant sein könnte, reagiert das Portal mit Anreizen, sich näher umzuschauen und vielleicht doch sein Profil zu hinterlegen, obwohl man schon einen Job hat. Dann kann Johnson & Johnson sich mit einem maßgeschneiderten Angebot zurückmelden.

KI in Unternehmen: Daten intelligent nutzen

Ob Banking, Recruiting oder Print-Marketing: Künstliche Intelligenz verändert die Unternehmenswelt mit enormer Geschwindigkeit – auch wenn wir aus Expertensicht erst ganz am Anfang einer bedeutenden Entwicklung stehen. In unserem Whitepaper »Künstliche Intelligenz« geben wir einen größeren Überblick über das Thema – aufbereitet mit verständlichen Grafiken und einem Glossar zu den wichtigsten Begriffen. Vor allem aber enthält das Papier 25 ebenso beeindruckende wie realitätsnahe Use-Cases. Sie geben einen Eindruck, wie Unternehmen KI schon heute produktiv nutzen können.