Das richtige Social-Media-Rezept? 3 Fragen an Klaus Eck

Klaus Eck ist einer der gefragtesten Social-Media-Strategie-Berater in Deutschland. Von daher hat er eigentlich keine Zeit für Interviews. Wir haben ihm jedoch versprochen, nur drei kurze Fragen zu stellen. Deshalb hat er sich freundlicherweise breitschlagen lassen, uns Rede und Antwort zu stehen. Also los geht’s!

Redaktion des Salesforce Deutschland Blog (SFDB): Herr Eck, wenn ein Unternehmen Sie zu Hilfe ruft, dann müssen Sie nicht mehr in der Social-Media-Ursuppe zu rühren anfangen, sondern es ist bereits das Bewusstsein da, dass jetzt in Sachen Social Media etwas getan werden muss – oder wo holen Sie die Unternehmen ab?

Klaus Eck: Als digitale Küchenhilfe habe ich mich zwar noch nie gesehen, das ist aber dennoch ein spannendes Bild, welches ich gerne aufgreife. In den meisten großen Unternehmen gibt es zahlreiche Social-Media-Aktivitäten, die von den einzelnen Abteilungen betrieben werden. Somit sind die Zutaten durchaus bekannt. Nur reichen ein bisschen Facebook, Twitter und Google+ nicht unbedingt aus, um der eigenen Marke in Social Media gerecht zu werden. Es fehlt das richtige Rezept. In unserer Unternehmensberatung nutzen wir die digitalen Voraussetzungen einer Organisation und unsere Expertise, um eine Social-Media-Strategie zu entwickeln, die zur bisherigen Unternehmensstruktur passt.

Klauseck-peter (2)SFDB: Können Sie uns den ersten Schritt für ein Unternehmen verraten, das noch nie mit Social Media gearbeitet hat – außer dass es vielleicht für den Chef einen Twitter-Account mit 0 Followern gibt? Was ist also für den Anfang das Wichtigste?

Klaus Eck: Ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben, sollte niemand in die Social-Media-Welt hineinstolpern. Nur irgendwelche Claims abzustecken, indem man möglichst viele Facebook-, Google+- und Twitter-Auftritte aufsetzt, bringt wenig. Wir empfehlen unseren Kunden, sich dem Thema Social Web genauso professionell zu nähern, wie sie es in anderen Bereichen gewohnt sind. Als erstes sollte ein Unternehmen das Online-Umfeld kennenlernen, in dem es vielleicht aktiv werden will. Dazu gehört für mich eine Nullmessung, ein Reporting des Status quo. Auf diese Weise erfährt ein Unternehmen, wie die Kunden in der digitalen Sphäre über die Unternehmensmarke diskutieren und ob sich das bereits auf die Online-Reputation auswirkt.

Wenn ich mich dann aufgrund dessen für ein größeres Social-Media-Engagement entscheide, ist es wichtig, das ganze Unternehmen mitzunehmen und nicht ein wenig Social an einzelne Personen zu delegieren. Einzelne Aktionen bringen keinen wirklichen Social-Media-Erfolg. Wer es ernst meint, sollte sich deshalb vom bisherigen Silodenken verabschieden und abteilungsübergreifende Social-Media-Prozesse aufsetzen.

SFBD: Was würden Sie sagen – wie social muss ein Unternehmen heute sein? Früher hieß es: Wer keine Website hat, existiert nicht. Kann man dasselbe heute von der Facebook-Seite behaupten?

Klaus Eck: Wer sich neuen Business-Entwicklungen verschließt, lieber das Fax als E-Mail für die berufliche Kommunikation nutzt, darf sich nicht wundern, wenn sein Unternehmen irgendwann nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Letztlich können Organisationen ihre Business-Prozesse mit Social Media effizienter gestalten und darüber Mitarbeiter, Kunden sowie Journalisten sehr gut erreichen. Dabei ist Facebook nur ein Synonym für Social Media insgesamt.

Es gibt genügend alternative Social Media Tools, die die eigenen Unternehmensprozesse verbessern. Auf diese Chancen kann ich als Unternehmen einige Jahre lang verzichten, aber dann zeigen sich die Folgen der fehlenden Innovation oftmals umso deutlicher. Einige Unternehmen werden Opfer des digitalen Darwinismus werden, weil sie zu lange nur zugeschaut haben, wie andere sich verändern. In Deutschland würde ich mir mehr Unternehmen wünschen, die sich trauen, ihre DNA komplett an das Social Business auszurichten.

SFBD: Vielen Dank, Herr Eck!