Mobile Marketing in Deutschland – endlich angekommen?

Ein Gastbeitrag von Dr. Michaela Hamori-Satzinger, Director Marketing Consulting bei unserem Partner factory42.

Wenn mich Anfang 2014 ein Kunde oder Interessent zur Verbreitung von Mobile Push oder SMS Marketing in Deutschland gefragt hat, so lautete meine Standardantwort: „Leider ist dies im Vergleich zum europäischen Ausland, vor allem UK, und den USA bei uns noch nicht wirklich existent.“

Mobile Messaging in Deutschland immer gefragter

Neben den Themen E-Mail, Social Web und Marketingautomatisierung gab es wenig Raum dafür. Zudem herrschte eine hohe Skepsis, inwieweit der deutsche Mobilfunknutzer SMS und Push als weiteren „Werbe“-Kanal akzeptieren würde. Dieses Jahr erlebe ich jedoch einen regelrechten Umschwung in Sachen Mobile in Deutschland. Wir haben viele Anfragen zum Thema, insbesondere in Verbindung mit Apps.

Die mobilen Nutzerzahlen wachsen ungebremst. Zudem nützen Messages auch der Nutzung der eigenen Apps – neben Download und Conversion die wichtigste Erfolgsgröße für Apps. Laut einer Studie von Urban Airship werden Apps bei eingeschalteten Push Notifications doppelt so häufig genutzt als ohne diese.

Mobile ist dem Kunden am Nächsten

Was lässt sich zum Erfolg von SMS- oder Mobile-Push-Kampagnen sagen? Kurzum: Diese Form des Marketings ist außerordentlich erfolgreich. Sender erreichen fast 100 Prozent Öffnungsraten und rund 20 Prozent Click Through Rates. Eine mobile Message wird meist innerhalb von fünf Sekunden gelesen, sie ist weltweit verfügbar (auch ohne Roaming) und wird stetig abgerufen. (Mehr Zahlen finden Sie im „MarketingTechBlog“-Beitrag „How to Use SMS to Win Love, Leads, Revenue“ oder im „websms“-Blogpost „4 Gründe, warum man auf SMS-Marketing setzen sollte“.

Auch der Blick auf mein eigenes Handy zeigt mir, dass sich der Markt in Deutschland ändert. Sei es „Horizont“ oder „Limango“ oder die „Telekom“, „Xing“ oder die „Lufthansa“ oder ganz schlicht und einfach die Kinderzahnarztpraxis meiner Tochter: Ich bekomme inzwischen so einiges an Nachrichten!

Und: Sie stören mich nur in wenigen Fällen, da sie mich mit wichtigen Informationen versorgen, die ich gerne in Echtzeit bekomme.

Was funktioniert? Warum und wann sind Mobile Messages aktuell sinnvoll?

Mobile Messages sollten aktuelle Informationen enthalten, die ihren Nutzern wirklich einen Wert stiften, wenn er gerade mit seinem Telefon unterwegs ist. Folgende Anlässe bieten sich für mobile Messages an:

  • eine Eilmeldung/aktuelle Nachricht (wie ich sie von Horizont bekam)
  • eine Gate-Änderung von einem Flugunternehmen
  • die Abholbereitschaft eines reparierten, geänderten bzw. bestellten Produkts
  • die Information über eine Abbuchung oder Rückerstattung nach Rücksendung
  • die Erinnerung an einen Rabattgutschein im Einkaufszentrum, in dem ich aktuell bin
  • eine Erinnerung an einen Termin bei einem Serviceunternehmen
  • eine Auslieferungsmitteilung für ein Paket

All diese Messages bringen schnell, kurz und klar Vorteile für den Empfänger. Kunden sind heutzutage sogar bereit, dafür eine Gegenleistung in Form von Informationen (z.B. die Buchungsnummer, E-Mail, Interessen und natürlich die Mobilnummer) preiszugeben.

Wo gibt es zukünftig noch Potenziale?

Wenn man sich ein wenig umsieht in UK oder in den USA, so sehe ich folgende Trends für den deutschen Markt:

  • Promotional Messages, das heißt verkaufende Nachrichten, sind noch nicht so verbreitet in Deutschland, jedoch haben sie insbesondere in der Kombination mit Location Based Services (Nutzung der örtlichen Position eines Nutzers) ein hohes Potenzial. Fastfood-Ketten in den USA wie McDonald‘s, aber auch Handelsunternehmen in Malls nutzen diese Art der Werbung schon sehr erfolgreich.
  • Wie bei E-Mail gibt es auch bei Mobile Messaging den Trend zu Personalisierung und relevanter Kommunikation. Eine Profilierung und Segmentierung der Nutzer aufgrund ihrer Profilinformationen, aber auch ihres Verhaltens verspricht hohe Response Rates.
  • Deep Links in Verbindung mit Customer Journeys in Apps sind ebenfalls ein wichtiges Thema. Kunden sollen auf der Basis von E-Mail oder Mobile Messages direkt auf für sie relevanten Content geleitet werden – ohne einen Startbildschirm oder eine Homepage. Die Technik macht dies bereits möglich, viele Firmen nutzen diese Möglichkeiten aber in ihren Apps noch nicht.

Wir sind noch nicht so weit

Noch gibt es Skepsis in Bezug auf Mobile Marketing. Die Umsetzung gerade der „wertvollen“ Push- oder SMS-Nachrichten erfordert häufig umfangreiche Integrationen von Daten aus Systemen wie CRM (Kundendaten, Interessen, etc.) oder gar ERP (Auslieferungen, Bestellinformationen, etc.).

Bedeutet Integration immer viel Aufwand? Nein! Systeme mit offener API, die Daten halten, sammeln und automatisiert ausspielen können, gibt es bereits, zum Beispiel die Marketing Cloud von Salesforce. Die Marketing Cloud bietet Mobile Push und SMS/MMS Marketing, bei dem Sie auf einer Datenplattform arbeiten können.

Informieren Sie sich über die Möglichkeiten

Mobile Push und SMS/MMS können in Verbindung mit E-Mail, Webverhalten, Social Media, aber auch mit Service-Mitarbeitern, einem Call Center oder einem Offline-Kanal in einer (automatisierten) 1:1 Customer Journey genutzt werden, und auch In-App Customer Journeys lassen sich steuern. Hier ein Blick in die Lösung:

Sie sind an weiteren Informationen zur Salesforce Marketing Cloud interessiert? Hier erfahren Sie mehr!

Sie haben Fragen zu den Funktionen oder Interesse an der Vorgehensweise bei Implementierungsprojekten? Dann kontaktieren Sie mich gerne unter mhamori@factory42.com.

PS: …

Sollten Sie bereits die Marketing Cloud zusammen mit der Sales bzw. Service Cloud nutzen: Mit der aktuellen Integration können Sie auch die mobilen Kampagnen bzw. Responses an Ihren Leads und Contacts in der Sales/Service Cloud sehen. Wieder ein wichtiger Aspekt für den 360-Grad-Blick ohne Extra-Schnittstelle oder Programmierung :-)