Was genau bezeichnet eigentlich der Begriff „Digitalisierung“, der momentan in aller Munde ist? Nur wer diese Frage beantworten kann, hat auch Chancen dem digitalen Wandel standzuhalten. Eine durchdachte digitale Strategie ist hier genauso wichtig wie entsprechende Soft- und Hardware.​

Einmal angenommen, Sie haben jahrzehntelang auf einer Schreibmaschine getippt und bekommen nun einen Computer vorgesetzt. Das ist Digitalisierung. Sind Sie durch diesen digitalen Wandel nun erfolgreicher und effizienter? Sicher nicht, denn Ihnen fehlt das Know-how und die passende digitale Strategie, um die neue Technik gewinnbringend einzusetzen. Lesen Sie also zunächst das Handbuch!

Den digitalen Wandel verstehen

Handbuch lesen bedeutet in diesem Zusammenhang weit mehr, als sich mit der eingesetzten Technik vertraut zu machen, analoge Daten in digitale Formen zu bringen und Prozesse zu automatisieren. Dies sind zwar die Grundelemente der digitalen Transformation, doch mit blindem Aktionismus erreichen Sie nichts. Und ohne die nötige Bereitschaft, Motivation und vor allem eine dazu passende digitale Strategie kann der Wandel schnell in Frust und Überforderung münden.

Wer glaubt, er käme als Zauderer an der Digitalisierung vorbei, der irrt sich. Denn sie ist in fast allen Bereichen relevant. Der kleine Blumenladen im hiesigen Einkaufszentrum hat jetzt auch einen Onlineshop und der Bäcker von nebenan eine eigene Facebook-Seite mit einigen Likes. Der digitale Wandel schreitet nicht nur voran, er hat längst Einzug in unseren Alltag gefunden - mit oder ohne Zauderer.

Was erst einmal sehr bedrohlich klingt, birgt aber nicht nur Herausforderungen, sondern auch große Chancen, insbesondere für den Mittelstand.

Vorteile für innovative Unternehmen

Wie umfangreich sich Umstrukturierungen in Ihrem Unternehmen gestalten, hängt vom Betrieb selbst und dessen Vergangenheit ab. Um auf das Beispiel mit der Schreibmaschine zurückzukommen: Haben Sie bereits seit etlichen Jahren ganze Romane mit dem analogen Gerät verfasst, so stellt es eine Herausforderung dar, die gesammelten Werke zu digitalisieren. Wichtig dabei ist die Bereitschaft und Möglichkeit, sich von Altlasten auch trennen zu können. Der oft zitierte Leitsatz „Never change a running system“ greift in Bezug auf die Digitalisierung also nicht.

Echte Chancen hingegen eröffnet der digitale Wandel innovativen Unternehmen und Startups, die sich mit ihrem leichten Gepäck wesentlich schneller und agiler den Gegebenheiten anpassen können. Oft handelt es sich dabei ohnehin um Digital Natives, die nicht nur ohne Ballast reisen, sondern auch ganz andere Voraussetzungen und Qualifikationen mitbringen. Ebensolche, die bereits auf die digitale Welt zugeschnitten sind.

Junge Hüpfer und alte Hasen

Digitalisierung ist Teamarbeit. Von langjährigen Betriebsangehörigen möchten Sie sich nicht trennen. Sollten Sie auch nicht, sofern diese kein Sand im Getriebe sind und das Voranschreiten Ihres Unternehmens nicht ausbremsen. Worüber Sie aber nachdenken sollten, ist die Tatsache, dass oben genannte Digital Natives eine echte Bereicherung für Ihr Unternehmen sein können. Bevor diese eigene Wege gehen und zukünftig vielleicht potentielle Konkurrenz darstellen, sollten Sie sich deren Expertise ins eigene Haus holen.

Sie sehen: Ihre Mitarbeiter sind ein äußerst wichtiges Schlüsselelement, damit eine digitale Strategie in Ihrem Unternehmen funktioniert. Das gilt für alle Mitarbeiter, nicht nur für die IT-Abteilung. Die Bereitschaft, sich auf eine digitale Strategie einzulassen, muss dabei von oben vorgelebt werden. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern die Chancen auf, die daraus entstehen. Machen Sie ihnen klar, dass dadurch keine Arbeitsplätze wegfallen, sondern neue geschaffen werden. Nehmen Sie Bedenken ernst und gehen Sie darauf ein.

Vision – ja oder nein?

Eine vorher definierte Vision kann dabei helfen, eine digitale Strategie wirksam und praxisnah umzusetzen. Die Meinungen dazu gehen jedoch auseinander. Zu Recht, denn eine Vision zur Digitalisierung ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Ganz gleich, ob Ihre Vision auf zwei, fünf oder zehn Jahre ausgelegt ist, Fakt ist: Die Digitalisierung schreitet rapide voran und konfrontiert uns beinahe täglich mit neuen Gegebenheiten und Möglichkeiten. Wer starr an seiner Vision festhält, verpasst also möglicherweise neue Chancen. Natürlich können Sie Prognosen und Trends zu zukünftigen Entwicklungen berücksichtigen und einfließen lassen, doch wird es zunehmend schwieriger, solche Vorhersagen frühzeitig zu beurteilen.

Nutzen Sie dennoch eine Vision. Das hilft Ihnen und Ihren Mitarbeitern, sich zu orientieren und der digitalen Strategie eine Form zu verleihen. Legen Sie Ihre Vision aber eher als groben Fahrplan an und weniger als konkretes Ziel. Und wenn Abweichungen vom Plan auftreten, wählen Sie einfach eine Alternativroute.

So entwickeln Sie Ihre digitale Strategie

Wie eingangs bereits erwähnt, sollte nicht die Technik an sich die treibende Kraft sein, sondern das, was Ihr Unternehmen mithilfe der Technik erreichen kann. Sie passen sich also nicht der Technik an, sondern die Technik sich idealerweise Ihren Bedürfnissen. Reiten Sie auf der Welle des digitalen Wandels, lassen Sie sich nicht von ihr überrollen. Mit diesem Grundgedanken nähern Sie sich Schritt für Schritt Ihrer tragfähigen digitalen Strategie, bei deren Erarbeitung Sie folgendermaßen vorgehen sollten:

Den Status Quo eruieren

Wo steht Ihr Unternehmen? Welche Marktposition und welches Image haben Sie? Wie sieht Ihre Zielgruppe aus? Haben Sie einen überzeugenden USP?

Optimierungspotenziale aufdecken

Allein die Beantwortung der obigen Fragen kann hier wichtige Impulse setzen. Betrachten Sie auch einzelne Abteilungen (IT, Marketing, Vertrieb etc.) hinsichtlich ihrer Anpassungsfähigkeit.

Die Rolle der vorhandenen Technik klären

Auch hier werden Sie abteilungsintern wahrscheinlich unterschiedliche Situationen vorfinden. Die Frage, die Sie sich stellen sollten: Wie ist es und wie soll es sein? Haben Sie in einer Abteilung Optimierungspotenzial aufgedeckt, so heißt das nicht automatisch, dass hier die Technik versagt hat oder veraltet ist. Häufig kennen Ihre Mitarbeiter gar nicht alle Funktionen einer Software, um deren Potenzial auszuschöpfen. Sind Ihre Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand und es zeigt sich dennoch ungenutztes Potenzial, können Sie Überlegungen anstellen, wie sich dieses ausschöpfen lässt.

In neue Technik investieren

Ob einfaches Update oder komplette Neuausrichtung: Haben Sie den konkreten Bedarf ermittelt, so lohnt sich die Investition in neue Technik. Entsprechende Schulungen für Ihre Mitarbeiter sollten inklusive sein.

Technik und Mitarbeiter vereinen

Natürlich basiert die Digitalisierung auf Technik. Aber damit alleine ist es nicht getan. Eine ebenso tragende Rolle spielen Ihre Mitarbeiter. Sie setzen die fertige Strategie nicht nur in die Tat um, sondern können auch an deren Entwicklung mitwirken.

Darüber hinaus gestaltet sich die Entwicklung einer digitalen Strategie von Unternehmen zu Unternehmen ganz unterschiedlich - je nach Ausgangssituation und Strukturierung. Der Einsatz von Cloud Computing hilft Ihnen bei der Vernetzung Ihres Unternehmens. So gehen Sie bestens gerüstet in die digitale Zukunft.

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