Soziale Netzwerke haben eine regelrechte Revolution in der digitalen Interaktion zwischen Privatpersonen, aber auch zwischen Unternehmen und deren Kunden, Mitarbeitern und Wettbewerbern ausgelöst. So breit gefächert und vielseitig die Möglichkeiten sind, als Unternehmen im Social Web aktiv zu sein, genauso detailliert lässt sich diese Aktivität auch identifizieren und analysieren. Social-Media-Monitoring-Tools machen es möglich, nicht nur die eigene Präsenz, sondern auch Aktivitäten der Konkurrenz und des relevanten Marktes aufzuzeigen.

Wer Social Media Monitoring betreiben möchte, muss nicht zwangsläufig selbst besonders aktiv in sozialen Netzwerken sein. Auch Erkenntnisse über relevante Zielgruppen, die Aktivitäten des Wettbewerbs und Trends am Markt lassen sich mit den entsprechenden Tools hervorragend gewinnen und auswerten. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Arten von Social Media Monitoring es gibt und wie Sie diese effektiv einsetzen, um wertvolle Ergebnisse zu erzielen.

Was genau ist Social Media Monitoring?

Im Gegensatz zur reinen Analyse ist das Social Media Monitoring weitaus umfassender und gehaltvoller. Während die Analyse zu bestimmten Zeitpunkten, in festgelegten Intervallen oder auf Abfrage erfolgt, läuft das Monitoring permanent und agiert kontinuierlich im Hintergrund.

Mithilfe von speziellen Tools lassen sich also eine Menge Daten und somit verwertbare Erkenntnisse zu Trends, Entwicklungen und aktuellen Sachverhalten plattformübergreifend erheben. Dies geht weit über die teilweise integrierten Analysewerkzeuge der einzelnen Plattformen hinaus. Ein Beispiel für interne Messverfahren sind die abrufbaren Statistiken von Facebook-Seiten, die allerdings nur den jeweiligen Administratoren zur Verfügung stehen.

Das Social Media Monitoring hingegen kann auch eingesetzt werden, wenn kein eigenes Profil, ein Kanal oder eine Unternehmenspräsenz in den jeweiligen Netzwerken vorhanden ist. So kann es aufzeigen, wann, wo und wie über Ihr Unternehmen gesprochen wird – auch ohne direkte Interaktion. Dies wiederum kann bei der Entscheidung helfen, vielleicht doch im Social Web aktiv zu werden oder bereits vorhandene Aktivitäten zu intensivieren bzw. zurückzufahren.

Social Media – Chancen und Risiken

Wer dem Wettbewerb eine Nasenlänge voraus sein möchte, muss Augen und Ohren stets offen halten. Wer seine Kunden positiv überraschen möchte und negativen Entwicklungen vorbeugen will, muss seine Zielgruppe und deren Bedürfnisse kennen. Und wer auch in Zukunft Chancen auf Bestand am relevanten Markt haben möchte, muss gegenwärtige Entwicklungen genauestens beobachten.

Soviel zum Monitoring ganz allgemein. Durch den Senkrechtstart sozialer Netzwerke gestaltet sich die Beobachtung heutzutage gleichermaßen einfacher wie auch wesentlich komplexer als noch vor einigen Jahren.

Einfacher im Sinne der Tatsache, dass Ihre (potenziellen) Kunden ein hohes Mitteilungsbedürfnis haben und entsprechende Plattformen genau dafür reichlich Potential bieten. Einfacher, weil alles miteinander vernetzt ist und auch Ihre Konkurrenz mehr denn je über sich preisgibt – ganz bewusst oder auch unfreiwillig. Daraus resultierend bieten sich heute unzählige Möglichkeiten, um Daten zu erheben, die Ihren Unternehmenserfolg maßgeblich beeinflussen können.

Komplexer wird es aber genau aus diesem Grund auch, denn die Flut an Informationen muss sinnvoll gefiltert und gegliedert werden. Eine Strategie muss entwickelt werden, um nicht in blindem Aktionismus unterzugehen. Und das technische Verständnis muss vorhanden sein, um die gewonnenen Erkenntnisse effektiv und effizient auszuwerten.

Weitere Herausforderungen, die Social Media mit sich bringt, liegen in der Tatsache, dass theoretisch alle gleichermaßen Zugriff auf die sozialen Netzwerke und auch auf Monitoring-Tools haben. Und die Konkurrenz schläft nicht! Wer nicht aktiv wird, dem droht, vom Wettbewerb schnell überholt zu werden. Zudem können positive, aber insbesondere auch negative Entwicklungen wesentlich schneller bedrohliche Ausmaße annehmen. Wenn der richtige Influencer die falschen Worte über Ihr Unternehmen verliert, kann schon bald ein Gewitter negativer Kritik über Sie hereinbrechen. Oder wie man heutzutage sagt: Ein Shitstorm bricht aus. Auch um solchen unerwünschten Begleiterscheinungen der vernetzten Welt vorzubeugen, helfen zahlreiche Social-Media-Monitoring-Tools.

Darum ist Social Media Monitoring so wichtig

Das klingt erst einmal sehr bedrohlich. Aber keine Sorge: Das Monitoring eignet sich nicht nur, um negative Entwicklungen einzudämmen und den Status Quo beizubehalten, sondern vor allem auch, um Ihr Unternehmen noch erfolgreicher zu machen. Besonders, wenn Sie wissen, wie die Ergebnisse Ihrer Monitoring-Maßnahmen zu werten sind, können Sie sich einen echten Vorsprung verschaffen.

Wichtig dabei ist, dass Sie stets zukunftsorientiert denken und handeln. Dies wird an den folgenden Beispielen deutlich: Ein Kunde hat vor mehreren Monaten eine negative Kritik zu einem Ihrer Produkte veröffentlicht. Seit dieser Zeit wurde sein Beitrag einmal geteilt und hat drei „Likes“ bekommen. Lohnt es sich wirklich, hier noch zu interagieren? Die Reichweite seines Beitrags ist sehr überschaubar und damit wenig relevant. Anders sieht es aus, wenn ein Beitrag, der vorgestern veröffentlicht wurde, bereits heute 23 „Gefällt mir“ Angaben hat und mehrfach geteilt wurde. Denn diese Entwicklung lässt darauf schließen, dass nicht nur der Urheber des Beitrags Probleme mit Ihrem Produkt hat. Oder auch darauf, dass der Beitragsersteller als Influencer eingeordnet werden kann. Jetzt heißt es: Schnell und angemessen handeln. Im Umkehrschluss können Sie natürlich auch nach positiven Kritiken, insbesondere durch einflussreiche Mitglieder eines Netzwerks, suchen und diese durch gezielte Maßnahmen hervorheben. Ob Sie dem Lobenden nun einen charmanten Dankeschön-Kommentar unter seinen Post setzen oder den Beitrag mit Ihren eigenen Followern teilen, liegt in Ihrem Ermessen.

Ein weiteres denkbares Szenario: Durch Ihr Monitoring fällt Ihnen vermehrt ein bestimmter Begriff auf, der immer häufiger positive Erwähnung findet. Nach etwas Recherche finden Sie heraus, dass es sich um ein neues Feature der Konkurrenz handelt, das auf Begeisterung bei Ihrer Zielgruppe stößt. Angenommen, Ihr Wettbewerber hat dieses Feature im Vorfeld nicht beworben, sondern heimlich, still und leise auf den Markt gebracht – durch Ihre Monitoring-Maßnahmen sind Sie schnell darauf aufmerksam geworden und können entsprechende Schritte einleiten.

Welche Ziele verfolgen Sie?

Je nach Art der Erkenntnisse, die Sie gewinnen möchten, gestalten sich die Möglichkeiten des Social Media Monitorings unterschiedlich:

Echtzeiterfassung

Suchen Sie nach der Erwähnung gewisser Begriffe. Das können beispielsweise Hashtags, Produktnamen oder auch die Nennung Ihres Unternehmens sein. Neben bestimmten Tools kann an dieser Stelle auch Google weiterhelfen, indem Sie eine direkte Benachrichtigung durch den sogenannten Google Alert fordern, sobald ein Begriff im Netz auftaucht.

Netzwerk-spezifische Erfassung

Bei diesem Vorgehen zeigen sich Herausforderungen, da der Zugriff durch externe Tools auf die Plattformen und deren Schnittstellen begrenzt ist. Somit kann zwar das gesamte Netzwerk von Nutzern analysiert werden - einzelne Nutzerdaten lassen sich aber nur eingeschränkt abrufen. Dennoch eignet sich diese Möglichkeit besonders, um Influencer in sozialen Netzwerken ausfindig zu machen.

Erfassung geografischer Bereiche

Dieses Vorgehen ist besonders für Event-Marketing und die Präsenz auf Messen interessant. Oder Sie verfügen über mehrere Filialen und möchten feststellen, in welchem Gebiet Ihre Kunden besonders zufrieden sind bzw. wo es Optimierungsbedarf gibt. Die Einbindung von Postleitzahlen in einige Tools machen es beispielsweise möglich, individuelle Umkreissuchen zu starten.

Erfassung von Stimmungen

Ob die Tendenz der Nennung eines bestimmten Begriffs eher positiv oder negativ ausfällt, lässt sich mit dieser Methode messen. Gleichzeitig ist sie jedoch als eingeschränkt zu betrachten: Zwar bieten viele Tools diese Art der Datenerhebung, jedoch geschieht dies natürlich nur maschinell, sodass Stimmungen wie Ironie und Sarkasmus falsch oder gar nicht interpretiert werden.

Social Listening

Besonders für die Zielgruppenanalyse ist dieses Vorgehen unerlässlich. So lässt sich etwa herausfinden, wann, wo und wie über Ihr Unternehmen, Ihre Produkte oder den Wettbewerb gesprochen wird.

Wer richtig sucht, der findet

Die Suche allein liefert noch keine auswertbaren Ergebnisse. Wichtig ist auch, wie Sie suchen. Klar, nach den Namen Ihres Unternehmens, Ihres Produkts, Ihrer Mitarbeiter, Ihrer Kampagnen – und das Ganze gilt auch für den Wettbewerb. Aber auch hier macht das gezielte Vorgehen den Unterschied zwischen unbrauchbaren und wirklich verwertbaren Informationen.

Boolesche Operatoren helfen: Damit lassen sich Begriffe kombinieren und ausschließen sowie Platzhalter für ungenaue Suchanfragen einsetzen. Brandwatch, einer der führenden Anbieter von Social-Media-Monitoring-Tools, hat hierzu einen interessanten PDF-Leitfaden entwickelt, der weitestgehend auch anbieterübergreifend gültig ist.

Die Social Media Monitoring Tools

Zugegebenermaßen ist das Feld der Anbieter von Social-Media-Monitoring-Lösungen gar kein Feld, sondern ein Dschungel. Die Tools, deren Einsatzzwecke, Funktionen und insbesondere auch die Preisspanne reichen von simpel und kostenlos bis hin zu sehr kostspielig und höchst komplex.

Das bedeutet aber nicht, dass Sie nicht auch mit einer kostenlosen Lösung genau die Ergebnisse erzielen können, die für Sie relevant und vollkommen ausreichend sind. Denn auch die freien Software-Angebote haben einiges zu bieten.

Wer richtig professionell vorgehen möchte, kann mehrere Tausend Euro monatlich in sein Social Media Monitoring investieren. Realistisch und praxisnah für kleine und mittelständische Unternehmen ist jedoch eher der dreistellige Preisbereich.

Eine Marktstudie zu relevanten Tools liefert unter anderem das Fraunhofer Institut. Eine übersichtliche Aufbereitung der wichtigsten Tools und deren Eigenschaften bietet auch der Goldbach Interactive Toolreport.

Monitoring bringt Licht ins Dunkel

Sie möchten wissen, wie es abseits von Verkaufszahlen und Umsätzen um Ihr Unternehmen steht? Sie möchten erfahren, wie Ihre Kunden da draußen über Sie und Ihre Produkte denken? Sie möchten in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und sich einen Vorsprung verschaffen? Dann kommen Sie um Social Media Monitoring und die entsprechenden Tools nicht herum.

Warum also im Dunklen tappen, wenn es so viele Anbieter von Taschenlampen gibt? Es gibt keinen Grund, Social Media Monitoring nicht für sich zu nutzen. Mit ein wenig Einarbeitung gewinnen Sie schnell wertvolle Erkenntnisse und können souveräner am Markt agieren. Wer tatenlos zusieht, wie andere dieses Vorgehen in die Tat umsetzen, verbaut sich echte Chancen auf Erfolg.

Es ist nicht einmal zwingend erforderlich, dass Sie selbst in sozialen Netzwerken aktiv sind, um Social Media Monitoring zu betreiben. Dennoch sollten Sie einmal darüber nachdenken, Social Media für Ihren Vertrieb zu nutzen. Unser kostenloses E-Book liefert aufschlussreiche Informationen zu diesem Thema.

Sie wollen erfolgreicher im Marketing werden? Lesen Sie unser kostenloses E-Book!