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Composable Commerce: Die Evolution für erfolgreicheren E-Commerce

Eine Illustration, die eine Frau mit einem Laptop vor einem lilafarbenen Hintergrund zeigt, auf dem ein Webshop zu sehen ist

Was ist Composable Commerce und warum ist er wichtig für die Zukunft des E-Commerce?

Wie Ihr Onlineshop durch anpassbare E-Commerce-Lösungen schnell einzigartige Erlebnisse zaubert – sowohl für Kund:innen als auch im eigenen Unternehmen.

Die Online-Bestellung zieht sich mal wieder: Die Suchfunktion zeigt unpassende Produkte, der Inhalt des Warenkorbs lädt nicht und der Bezahlvorgang bricht immer wieder ab. Wer seine Kund:innen nicht mit veralteter Technik frustrieren oder sogar abschrecken möchte, sollte zukünftig auf das Baukastensystem Composable Commerce setzen. Was sich dahinter verbirgt und wie Sie es schnell und einfach für Ihre Zwecke nutzen können, erfahren Sie hier!

Was interessiert Sie am meisten?

Was ist Composable Commerce?

Composable Commerce ist eine innovative Software-Architektur im E-Commerce mit modularer und skalierbarer Infrastruktur. Ähnlich wie ein Baukastensystem können Sie mit Composable Commerce unabhängige Best-of-Breed-Services für Ihre Online-Handelsplattformen auswählen und flexibel kombinieren. 

Kein Composable Commerce ohne PBCs

Packaged Business Capabilities (PBCs) sind Bausteine, die Sie nach Bedarf und individuellen Anforderungen einfügen, ersetzen und entfernen können. Jede Softwarekomponente ist auf eine Funktion spezialisiert und variiert in Umfang und Größe. PBCs können zum Beispiel der Warenkorb im Order Management, der Produktkatalog, Promotions, Content Management oder die Zahlungsabwicklung sein. Im Sinne des Best-of-Breed-Ansatzes können Sie aus diesen Modulen die passenden Tech-Stacks für Ihre E-Commerce-Plattform auswählen und implementieren.

Branchenführende Technologien werden wie Bausteine zu einem maßgeschneiderten IT-Ökosystem zusammengefügt – ganz nach den Anforderungen Ihres Webshops.

Warum Composable Commerce immer wichtiger wird

Die Definition von Composable Commerce (CC) hat Gartner Inc. im Jahr 2020 eingeführt. Denn die zunehmende Beliebtheit des Online-Handels innerhalb der vergangenen Jahre fordert technologischen Fortschritt. Besonders im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit ist die Zahl der digitalen Bestellungen geradezu in die Höhe geschossen. Und auch der Wunsch nach persönlichen Shopping Experiences wird immer größer. Dazu gehören individuell zugeschnittene Angebote, Empfehlungen oder Rabattcodes. Psychologisch sind das ähnliche Vorgänge, wie sie auch in Ladengeschäften passieren: individuelle Beratung und gute Preise. 

Genau an dieser Stelle löst Composable Commerce bisher vorhandene monolithische All-in-One-Lösungen ab. Mit ihrem innovativen Ansatz bringt die Software-Architektur alle Bedürfnisse unter einen Hut und erzeugt einmalige Kauferlebnisse im Online-Handel.

Wie Composable Commerce funktioniert

Das flexible Auswählen, Zusammenstellen und Austauschen der verschiedenen Plug-and-Play-Funktionen basiert auf der vollständigen Entkopplung des Frontends vom Backend. Das Gleiche gilt für Drittsysteme wie ERP, WHS, PIM, CMS, OMS oder CRM, die unabhängig voneinander agieren. Die Grundlage für die decoupled Architecture bilden flexible Ansätze wie JAMstack- und MACH-Architekturen. Die handlungsauffordernde Abkürzung setzt sich so zusammen:

M wie Microservices

PBCs sind Bündel von autonomen Mikrodiensten. Also unabhängig voneinander bereitgestellte Anwendungen, die verschiedene Features und Geschäftsfunktionen erfüllen. Dem PBC „Warenkorb“ lässt sich mithilfe dieser Micro-Frontend-Architektur beispielsweise die Funktion „In den Warenkorb legen“ hinzufügen. Ihre vielseitigen Kombinationsmöglichkeiten fördern die Flexibilität und Skalierbarkeit der Plattform. Sie sorgen für ein insgesamt reduziertes Backend-Management und steigern die Geschwindigkeit von Updates.

A wie API-First

Frontend, Backend und alle Anwendungen dazwischen kommunizieren über APIs. Das Application Programming Interface bietet Schnittstellen, die jeden Baustein ganz leicht mit den anderen verbinden. Durch das API-Management können neue Features im Handumdrehen integriert, neue Kanäle entwickelt und etwaige Änderungen ohne Störungen vorgenommen werden.

C wie Cloud-nativ

Cloud-native Plattformen und Anwendungen werden in einer Cloud gehostet und machen voll und ganz von ihrer modernen Technologie Gebrauch. Anders als bei einem sperrigen Server-Stellplatz ist der Speicherort im Internet sicherer und leistungsfähiger. Hier stehen Ihnen Software as a Service (SaaS), Platform as a Service (PaaS) sowie hybride Konzepte zur Auswahl. Dadurch haben Sie rund um die Uhr einen unmittelbaren Zugriff, der weder von lokalen Server-Ausfällen noch von Upgrades unterbrochen wird.

H wie Headless

Headless-Architekturen zeichnen sich durch ein getrenntes Frontend und Backend aus. Dadurch ergibt sich eine Art Baugerüst, das sich durch die Implementierung der verschiedenen Tools und Dienste bedarfsgerecht erweitern und optimieren lässt. 


Kopflos zum Erfolg?
Mit Composable Commerce und seiner Headless-Architektur ist das die Zukunft – unser Leitfaden zeigt, was möglich ist.

Composable Commerce vs. Headless Commerce 

Die Trennung von Frontend und Backend der Headless-Architektur legt den Grundstein für die Flexibilität und Agilität, die Composable Commerce ausmacht. Während beide Bereiche über fest bestehende Komponenten verfügen können, geht Composable Commerce einen Schritt weiter und entkoppelt jeden einzelnen Dienst. Folglich agieren zum Beispiel Suche, Personalization Engine, Helpdesk-System und Checkout unabhängig voneinander.

Von Composable Commerce kann nur dann gesprochen werden, wenn alle Softwarekomponenten einzeln operieren.

Im Gegensatz zu Headless Commerce übernehmen Zwischensysteme und APIs in diesem Fall eine sehr viel wichtigere Rolle, um eine reibungslose Kompatibilität zu garantieren.

5 Vorteile von Composable Commerce auf einen Blick

  1. Erweitern nach Bedarf: Sie können Ihre Composable-Commerce-Plattform beliebig ausbauen und kontinuierlich mit neuen Funktionen und Diensten füttern. Bei einer Ausweitung auf neue Kundenarten, Kanäle oder Märkte im Rahmen einer Expansionsstrategie steht Ihnen nichts im Weg.
  1. Anpassung nach Lust und Laune: Die E-Commerce-Welt ändert sich täglich, seien es Wünsche von Kund:innen, Markttrends, neue Tech-Tools oder die Zielsetzungen und Ansprüche des eigenen Unternehmens. Durch die offenen Integrationsmuster von Composable Commerce können Sie flexibel reagieren und Ihr Unternehmen sehr agil an neue Zustände anpassen. Veraltete Anwendungen lassen sich ebenso einfach aussortieren und ersetzen.
  1. Schneller Innovationszyklus: Composable Commerce ermöglicht es Ihnen, mit dem heutigen Innovationstempo Schritt zu halten. Sie müssen nicht das gesamte E-Commerce-Setup überarbeiten – es reicht die Implementierung oder Aktualisierung einzelner Services. Dadurch wird die Time-to-Market deutlich verkürzt und Sie können Ihren Kund:innen mit geringem Aufwand neue Features bieten. Tipp: Auch die Ladezeit Ihrer Website beschleunigt sich merklich.
  1. Freiheit bei der Toolauswahl: Entscheiden Sie selbst, welche Tools und Designs zu Ihrem Unternehmen passen und wie Sie die Storefront Ihres Webshops gestalten wollen. Sie verfügen über die Kontrolle von Iterations- und Innovationsprozessen und sind frei von Drittanbieter:innen. Kurz: Sie bezahlen nur das, was Sie auch nutzen. So sparen Sie Kosten für überflüssige Extras von All-in-One-Lösungen und steigern zudem die betriebliche Effizienz. Die grundsätzliche Aufteilung der Softwarekomponenten erleichtert Ihren Teams die Arbeit und sorgt für einen reibungsloseren Workflow.
  1. Einfach einzigartig: Ihre E-Commerce-Plattform ist rundum personalisierbar und bietet Ihren Kund:innen an allen Touchpoints der Customer Journey individuelle Experiences. Dadurch sichern Sie sich nicht nur einen Platz im Gedächtnis, sondern auch stärkere Kundenbindungen und potenziell höhere Conversion-Rates (CRO) werden möglich.

Composable Commerce vs. Komplettlösungen

All-in-One-Suites auf monolithischer Codebasis bieten alle Bausteine in einem bereits zusammengesetzten Komplettpaket an. Gerade zu Anfangszeiten von E-Commerce war das eine große Starthilfe für Unternehmen, um Systeme abzustimmen und zu standardisieren. Sie enthalten bereits alle wesentlichen Bestandteile und Assets für Ihren Online-Shop, sodass Sie keine Gefahr laufen, wichtige Funktionen zu vergessen. Dadurch benötigen Sie weniger Eigenleistung und die Kompatibilität der einzelnen Komponenten ist von vornherein gewährleistet.

Der Nachteil von Komplettlösungen: Für die komplexen Anforderungen moderner Unternehmen sind sie zu unflexibel

Viele der bereitgestellten Funktionen sind für Ihr Unternehmen unter Umständen unbrauchbar oder ungeeignet. Inwiefern Komplettlösungen auf lange Sicht Geld sparen, ist daher fraglich. Denn die E-Commerce-Landschaft verändert sich immer schneller. Und da die Plattformen in sich geschlossen sind, können sie nicht “mal eben” aktualisiert werden. Frontend, Backend und alle dazwischen geschalteten Komponenten sind miteinander verbunden. Macht eine einzelne Komponente Probleme, ist auf diesem Wege schnell das ganze E-Commerce-Ökosystem betroffen. Es ist viel aufwendiger und zeitintensiver, einzelne Features hinzuzufügen oder zu entfernen.

Im Hinblick auf den stetigen Wandel moderner Technologie sind sich Expert:innen einig: Composable Commerce ist die Zukunft.

Je früher Sie sich für Composable Commerce entscheiden, desto größer fällt der Vorsprung gegenüber Ihrer Konkurrenz aus. Gartner Inc. zufolge sind Unternehmen, die über einen Composable-Commerce-Ansatz verfügen, bei der Implementierung neuer Funktionen um 80 % schneller als ihre Konkurrenz.

Sie sind noch unsicher, ob Composable Commerce zu Ihnen passt? Ihr Unternehmen gewinnt durch ein Replatforming klare Vorteile , wenn

  • es einem sehr wettbewerbsintensiven Markt angehört,
  • es in einem sich schnell verändernden Markt agiert,
  • es zu einem Markt gehört, der personalisierte Erlebnisse – etwa individuelle Angebote oder Empfehlungen – erfordert
    oder
  • Sie mit komplexen Anwendungen arbeiten, bei denen Änderungen besonders zeitintensiv sind.

80

Prozent

schneller als die Konkurrenz sind Unternehmen mit einem Composable-Commerce-Ansatz

Wie Sie Composable Commerce für sich nutzen 

Grundsätzlich gilt: klein anfangen und schrittweise steigern. Zunächst benötigen Sie eine stabile Basis, auf der Sie Ihre E-Commerce-Präsenz aufbauen können. Die MACH-Architektur ist in diesem Fall das Grundgerüst Ihrer Strategie. Sie bietet die notwendige Flexibilität, PBCs zu kombinieren und anzupassen. 

Überlegen Sie, welche Ziele Sie haben und welche Funktionen Sie benötigen, um diese Ziele zu erreichen. Dabei sollten Sie Folgendes berücksichtigen:

  • das digitale Bewusstsein Ihres Unternehmens,
  • die technischen Fähigkeiten Ihres Teams sowie
  • die Kompatibilität mit den Software-Strukturen von Partnerunternehmen.

Bei der Auswahl von APIs sowie einzelner Tools sollten Sie zudem sichergehen, dass diese vollständig dokumentiert sind. Das bedeutet: Sie brauchen alle erforderlichen Informationen. Dann können Sie den Nutzen der Softwarekomponenten für Ihr Unternehmen abwägen, bevor Sie sie integrieren.

Composable Commerce bietet Ihnen und Ihren Mitarbeiter:innen kreativen Raum zum Ausprobieren, Optimieren und Lernen.

Klar ist: Ein Wechsel zu Composable Commerce braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Insbesondere die technische Vielfalt und Komplexität, die Composable Commerce ausmacht, erfordert Know-how. Das A und O für einen Wechsel ist daher ein begeistertes und technisch qualifiziertes Team.


Wie unterstützt Composable Commerce einen Omnichannel-Vertrieb?

Composable Commerce unterstützt den Omnichannel-Ansatz effektiv, da er durch seine modulare Struktur und Flexibilität eine nahtlose Integration verschiedener Vertriebskanäle ermöglicht. Kern dieses Ansatzes ist die Microservices-Architektur, die es erlaubt, unabhängige Dienste für unterschiedliche Kanäle wie Onlineshops, mobile Apps, soziale Medien oder physische Geschäfte zu erstellen und zu verwalten. Jeder dieser Dienste kann speziell für die Anforderungen und Eigenheiten des jeweiligen Kanals entwickelt werden, während die zentrale Datenverwaltung eine konsistente und personalisierte Kundenerfahrung über alle Touchpoints hinweg gewährleistet. 

Der API-First-Ansatz von Composable Commerce erleichtert die Integration von Drittanbieter-Tools und -Plattformen

Das ist essenziell für ein effektives Omnichannel-Marketing. So können Datenanalysetools nahtlos eingebunden werden, um Kundendaten aus verschiedenen Kanälen zu sammeln und auszuwerten, was eine zielgerichtete und personalisierte Kundenansprache ermöglicht. Dadurch halten Unternehmen eine kohärente Markenbotschaft über alle Kanäle hinweg aufrecht und nutzen gleichzeitig die spezifischen Stärken jedes Kanals, um das Kundenerlebnis zu optimieren. Composable Commerce unterstützt somit nicht nur die technische Umsetzung des Omnichannel-Ansatzes, sondern trägt auch zur strategischen Ausrichtung bei, indem er die Basis für eine datengetriebene, kundenorientierte Marketingstrategie bietet.

Umsetzungsstrategie von Composable Commerce in Ihrem Unternehmen

  1. Bewertung der aktuellen Infrastruktur: Beginnen Sie mit einer eingehenden Analyse Ihrer bestehenden E-Commerce-Plattform und IT-Infrastruktur. Identifizieren Sie Bereiche, die von einer Modularisierung profitieren könnten, und ermitteln Sie, welche bestehenden Systeme und Prozesse angepasst oder ersetzt werden müssen.
  2. Auswahl der richtigen Module: Entscheiden Sie, welche Funktionen für Ihr Unternehmen essenziell sind. Dazu gehören typischerweise Warenkorb, Zahlungsabwicklung, Suche, Kundenmanagement oder Inventarverwaltung. Wählen Sie für jeden Bereich die Lösung mit Top-Performance.
  3. Integration und API-Management: Stellen Sie sicher, dass Sie über die erforderlichen APIs verfügen, um die verschiedenen Module und Systeme nahtlos zu integrieren. Das Ziel ist es, ein kohärentes System zu schaffen, in dem Daten problemlos zwischen den einzelnen Modulen ausgetauscht werden können.


Das Gleichgewicht zwischen Technik und Storefront

Eine individuell kombinierbare Technologie setzt eine ebenso individuell gestaltbare Benutzeroberfläche voraus. Das, was Kund:innen wahrnehmen und erleben, ist oft kaufentscheidend. Designs, Produktaufmachung oder Interaktionsmöglichkeiten machen Ihre Storefront aus. Erst im Zusammenspiel mit der technischen Basis und der Verknüpfung aller Elemente durch Composable Commerce sorgen Sie dafür, dass diese präsent bleiben und Kund:innen zum Wiederkommen animieren.

Fazit

Composable Commerce ermöglicht es, Kund:innen durch einzigartige Erlebnisse zu überzeugen und zu binden. Gleichzeitig entlasten Sie so Ihre Mitarbeiter:innen und befreien Ihr Unternehmen von Altlasten. Unterm Strich macht Composable Commerce Ihre Arbeit schnell, anpassbar und frei. Entsprechende Guides sind eine gute Orientierungshilfe, um eine strategisch-technische Grundlage für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens zu schaffen. Sie wollen selbst loslegen? Informieren Sie sich hier!

Profilbild von Götz Gützlaff
Götz Gützlaff Prime Named Account Executive

Götz Gützlaff befasst sich bereits seit 2005 mit der Digitalisierung im Handel. Die Grundlagen legte er mit seiner Tätigkeit beim Analyseunternehmen Gartner, das sich damals mit der Frage beschäftigte, wie Technologie Prozesse und Veränderung beeinflussen wird und vor allem welche Geschäftsmodelle im Handel sich durch das Digitale entwickeln werden. Bei einem seinerzeit auf den Handel spezialisierten indischen Unternehmen - Infotech IT - hat er sich mit der Umsetzung dieser beschäftigt und parallel geholfen, das Offshoring Modell in Anwendungsentwicklung und -wartung im deutschen Handel zu etablieren. Ab 2014 half er Salesforce Deutschland bei der Weiterentwicklung eines vor allem auf B2B ausgerichteten CRM Unternehmens zu einem SaaS Anbieter, der heute zu den führenden Plattformanbietern für kundenorienterte Lösungen im Handel zählt. Zwischenzeitlich hat er mitgearbeitet, das Cloud Geschäft von Google im Handel einzuführen und damit Transformation und Datengetriebene Prozesse zum Standard etablierter Handelsunternehmen zu machen. Zurück bei Salesforce, geht es ihm heute um die Transformation des LEH zu Unified Commerce Anbietern, die den digitalen Vertrieb als Säule im Geschäftsmodell verankern möchten.

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