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Die Digitalisierung im Gesundheitswesen

Digitale Technologien ermöglichen schon heute bessere Diagnostik und Therapie. Sie entlasten Ärzt:innen und Pflegekräfte - und bergen zudem die Chance auf personalisierte Behandlungen und eine optimale Versorgung.

Die Pandemie hat verdeutlicht, wie wichtig ein funktionierendes, digitales Gesundheitssystem ist. Ob Corona-Warn-App oder Telemedizin – digitale Gesundheitstechnologien haben Fahrt aufgenommen. Doch wo stehen wir aktuell und welche Veränderungen werden kommen? 

Deutschland hinkt bei der digitalen Gesundheitsversorgung hinterher

2018 landete Deutschland im Vergleich von 17 ausgewählten EU- und OECD-Nationen lediglich auf Platz 16, gemessen unter anderem an der Effektivität von Strategien und der Nutzung digitaler Technologien. 

Welche digitalen Angebote gibt es?

Die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung schreitet jetzt voran. Die Grundlage dafür bildet die Telematikinfrastruktur, kurz TI. Sie ermöglicht den Versicherten und Leistungserbringenden einen schnellen und einfachen Datenaustausch und verbindet alle Akteure des deutschen Gesundheitssystems.

Die wichtigsten Anwendungen:

Elektronische Patientenakte:
Die ePA ermöglicht es, übergreifend auf medizinische Daten zuzugreifen und vermeidet so etwa Doppeluntersuchungen. Patient:innen besitzen die volle Freiheit, ob und in welchem Umfang sie die Akte nutzen.

E-Rezept:
Weniger Zettel, mehr Zeit: Das E-Rezept verbessert die Abläufe bei der Arzneimittelversorgung. Mithilfe einer App können Patient:innen auswählen, in welcher Apotheke sie das Rezept einlösen

Apps auf Rezept:
Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen können medizinische Apps verschreiben, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen. Davon Gebrauch wurde bislang circa 17.000 Mal gemacht, etwa von Diabetiker:innen oder chronisch Kranken.1

Videosprechstunde:
Die Videosprechstunde boomt: Im zweiten Quartal 2020 führten sie über 31.397 Behandelnde durch, verglichen mit 168 im vierten Quartal 2019.2

Meilensteine der Digitalisierung

2004
Das GKV-Modernisierungsgesetz legt den Grundstein: Die Einführung der Telematikinfrastruktur und der elektronischen Gesundheitskarte sind beschlossen.

2015
Das E-Health-Gesetz macht den Weg frei für die elektronische Patientenakte. Behandelnde werden besser vernetzt und papierbasierte Prozesse wie Arztbriefe digitalisiert. 

2018
Ärzt:innen können Patient:innen ohne vorherigen persönlichen Kontakt ausschließlich telefonisch oder telemedizinisch behandeln – die Weichenstellung für die Videosprechstunde.

2019
Ab dem 19. Dezember dürfen Ärzt:innen Gesundheits-Apps, sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen, verschreiben – das besagt das Digitale Versorgungs-Gesetz. 

2021
Die fast 73 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland haben ab jetzt ein Recht auf eine elektronische Patientenakte – für sicheren, einfachen Zugriff auf ihre Daten.

2022
Ab dem 1. Januar 2022 wird das E-Rezept für die Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln für alle Ärzt:innen für gesetzlich Versicherte verpflichtend. 

Die Sicht der Patient:innen

Für den Klinikalltag bietet die Digitalisierung viele Chancen und Vorteile. Auch Patient:innen sind gegenüber den neuen digitalen Angeboten sehr aufgeschlossen.

  • Die Chancen der Digitalisierung
    65 Prozent der Deutschen denken, durch digitale Angebote werden Patient:innen aufgeklärter und informierter.3
  • Nutzung digitaler Angebote
    73 Prozent der Deutschen wünschen sich all ihre Gesundheitsdaten an einem Ort.3
  • Vertrauen in Gesundheits-Apps
    45 Prozent der Deutschen vertrauen der Zuverlässigkeit und Datensicherheit von Gesundheits-Apps.4

Quellen:
1 Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen 2021
2 Kassenärztliche Bundesvereinigung
3 Bitkom Research 2020
4 eHealth Monitor 2020

Dieser Themeneinblick wurde in Zusammenarbeit mit der Digital-Health-Expertin Inga Bergen erstellt.

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