Cloud-Roboter machen Männer überflüssig

Nachricht von Kollegin Leopold: „Schreib was für die Blogparade ,Leben in der Cloud‘ von Oliver Gassner!“ Pft! „Schreib was“! Ja was denn? „Zukunftsprognosen“ wünscht sich unter anderm Herr Gassner. Na die kann er haben!

Focus on the customer? Fehlanzeige!

Unsere Zukunft mit der Cloud, das ist das reinste Rosarot – wenn erst mal flächendeckend Cloud-Roboter eingesetzt werden. Sonst wird das nämlich nix mit „Focus on the customer“. Beispiel gefällig? Ich weiß auch nicht, warum so etwas immer mir passiert, aber bitteschön – hier die Geschichte: Ich gehe zu meiner Apotheke und will dort ein Cremchen kaufen. „Das müssen wir bestellen“, sagt man mir. So weit, so gut.

„Schreckliche Enttäuschung“ plus mangelnder Kundenservice

Am nächsten Tag möchte ich die Creme abholen. Was passiert? Die Apothekerin macht ein leidgeplagtes Gesicht und sagt: „Ich muss Sie schrecklich enttäuschen, die Creme ist zur Zeit nicht verfügbar.“ Dass das nicht die ideale Kundenkommunikation ist, darüber möchte ich an dieser Stelle großzügig hinwegsehen. Vielmehr geht es mir um den mangelenden Kundenservice. Denn auf meine Frage „Haben Sie beim Hersteller nachgefragt, ob es das Produkt überhaupt noch gibt?“, erhalte ich als Antwort: „Nein, aber ich kann Ihnen die Telefonnummer geben.“?!?!

Ich würde gerne von „James“ bedient werden!

Ich lehne mit einem leicht pampigen „Na, die krieg ich auch noch selber raus“ ab und denke, dass das hier mit „focus on the customer“ genauso viel zu tun hat wie Currywurst und Pommes mit einem 5-Gänge-Menü. Und ich stelle mir vor, wie das Ganze hätten laufen können, wenn da hinter dem Tresen so ein freundlicher Roboter wie „James“ gestanden hätte. Der Roboter des Münchner Fortiss-Institutes für Hightech-Forschung soll nämlich in der Lage sein, „mit Menschen in öffentlichen Räumen zu interagieren. Dabei ist es wichtig, dass der Roboter nicht nur die ihm gestellte Aufgabe richtig erfüllt, sondern auch die sozialen Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt.“ Ja, die habe ich! Ich habe soziale Bedürfnisse beziehungsweise ich möchte als Apothekenkunde nicht selbst bei einer Arzneimittelfirma anrufen müssen, um zu erfahren, dass eine Creme nicht mehr im Sortiment ist! Und bei James bin ich mir sicher: Er hätte das für mich erledigt.

Cloud macht Roboter flächendeckend einsatzfähig

So, und jetzt kommen wir auf die Cloud zu sprechen: Roboter müssen heute nicht mehr groß und schwer sein, weil sie für all ihr Wissen keine eigenen Rechen- und Speicherkapazitäten mit sich rumschleppen müssen. Sondern: Das Hirn eines Roboters liegt heute einfach in der Cloud. Damit ist dem breiten Einsatz von Robotern Tür und Tor geöffnet. Sie sind dank Cloud-Hirn nicht mehr hochkomplex, damit weniger fehleranfällig und vor allem nicht mehr so teuer. Das heißt: Roboter könnten für alles und jedes eingesetzt werden, nicht nur fürs Kochen wie der „PR2“, sondern …

Meine Zukunftsprognose

Ja, wenn man das mal ein bisschen weiterdenkt und weiß, dass es ja auch schon Kuschelroboter wie den „Paro“ gibt, dann könnte man sich vorstellen, dass vielleicht in zehn oder zwanzig Jahren Männer … na ja, sagen wir mal nicht mehr ganz so dringend gebraucht werden wie heute. Denn für sämtliche Haushalts- und Gartenarbeiten gibt es einen kleinen freundlichen Blechhelfer. Und wenn die Waschmaschine oder ein sonstiges Elektrogerät kaputt ist, dann läuft das ja alles über Machine-to-Machine-Kommunikation, sprich die Geräte reparieren sich selber. Tja, und wenn dann noch ein „James“ am Frühstückstisch sitzt, der tatsächlich „soziale Bedürfnisse berücksichtigt“, also freundlich mit einem spricht und sich nicht brummend hinter der Zeitung verschanzt, dann fragt Frau sich doch: Wozu sich noch einen Mann zulegen, zumindest dauerhaft?

So, Herr Gassner, hier noch mal die Zusammenfassung: Meine wolkige Zukunftsvision lautet: Über kurz oder lang macht die Cloud Männer überflüssig. :)