Als ich den Beitrag meiner Kollegin Julia Zittlau über den Generationswechsel im Mittelstand  gelesen habe, ist mir sofort der Erfahrungsbericht über unsere Zusammenarbeit mit der Firma Haas Fertigbau eingefallen. Das Thema Generationswechsel, also die Übergabe eines Unternehmens von einer an die nächste Generation, ist eine Herausforderung für viele Unternehmen in Deutschland. Kürzlich habe ich bereits darüber geschrieben, dass der Mittelstand sich auf dem Weg in ein neues Zeitalter befindet und sich große Veränderungen abzeichnen. Der Wechsel der Generationen ist dabei ein bedeutender Faktor, der Innovation und Digitalisierung vorantreiben wird.

Wir sehen diese Entwicklung regelmäßig in der Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen: der Generationswechsel ist nicht immer einfach, bringt aber viele Unternehmen zugleich nach vorne. Salesforce ist selbst ein gründergeführtes Unternehmen, so dass wir sehr gut verstehen, wie wichtig es ist, dass der Inhaber richtungsweisend auf diesem Weg ist. 

Ist der Mittelstand  bereit für den Generationswechsel?

Momentan sind mehr als 1,6 Millionen mittelständische Inhaber älter als 55 Jahre und müssen sich daher schon bald mit der Nachfolgefrage auseinandersetzen. Laut der jährlich durchgeführten KfW Mittelstandsstudie streben rund 17%, also rund 600 000 Unternehmenschefs allein bis 2018 die Übergabe an die nächste Generation an. Familieninterne Lösungen sind dabei der bevorzugte Weg, lassen sich jedoch nicht immer umsetzen. Sowohl bei internen, als auch bei externen Besetzungen ist der Wechsel jedoch immer mit Neustrukturierungen und Prozessveränderungen verbunden.

Aus der Studie des Friedrichshafener Instituts  für Familienunternehmen “Deutschlands nächste Unternehmergeneration” geht hervor, dass die Stimmung der zukünftigen Unternehmenschefs generell positiv ist. Viele sehen die Nachfolge eher als Chance und weniger als Belastung an. Bereits in der Übernahmephase wollen sie gemeinsam mit dem Senior das Bestehende optimieren und zugleich neue Wege ausloten.

Warum Tradition und Fortschritt durchaus Hand in Hand gehen können

Oftmals wird beklagt, dass es dem Mittelstand an Innovationsbereitschaft mangelt und technische Neuerungen erst viel zu spät von mittelständischen Unternehmen akzeptiert werden. Die Angst vor negativen Auswirkungen auf das laufende Geschäft und die fehlende Bereitschaft, sich dem Thema zu stellen, stehe im Vordergrund. Doch in meiner Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen zeigt sich, dass gerade die jüngere Generation sehr wohl versteht, dass Innovation nicht im Gegensatz zu traditionellen Werten stehen muss. Der Status „Familienunternehmen“ wird bestehen bleiben und auch in der Zukunft Teil der Unternehmensstrategie sein. Technologische Optimierungen bedeuten nicht, dass handwerkliche Traditionen oder Werte aufgegeben werden müssen. Die Nachfolgegeneration ist sich bewusst, dass neuartige Technologien dabei helfen werden, wettbewerbsfähig zu bleiben und das Unternehmen erfolgreich durch den Generationswechsel in eine sichere Zukunft zu führen.

Ein exzellentes Beispiel dafür, wie bereits einfache Veränderungen noch mehr Stabilität in ein solides Unternehmen bringen können, ist die Verbesserung der Prognosequalität für Umsätze. Präzise Prognosen sind der Grundbaustein für frühzeitige Risikovorhersagen auf der einen und Optimierungs- sowie Investitionspotenzial auf der anderen Seite.

Neue Wege für neue Generation

Doch auch auf Seiten der Gründer- beziehungsweise Vätergeneration hat das Umdenken bereits begonnen.  Der Wunsch danach, ein modernes Unternehmen an die kommende Generation zu übergeben wird immer deutlicher. Die Qualität und Attraktivität eines Unternehmens spielen in der Nachfolge eine entscheidende Rolle. Eine Firma mit positiver Gewinnentwicklung, die sich zukunftsorientiert strukturiert und technisch auf dem neuesten Stand aufstellt, bietet eine gute Ausgangslage und Ausgangsbasis für die Nachfolgesuche.

Neben einer neuen Generation von Unternehmensleitern ist zudem nicht zu vernachlässigen, dass wir auch auf eine neue Generation von Mitarbeitern und Kunden treffen werden. Wir benötigen neue Kommunikationswege und –mittel, um den Anforderungen gerecht zu werden. So möchten heutzutage beispielsweise Vertriebsmitarbeiter Geschäftsinformationen jederzeit und überall auf ihrem Smartphone abrufen können. Kunden dagegen sehen es als eine Selbstverständlichkeit an, dass sie mehrere Möglichkeiten erhalten, mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten.

Ich schließe mich der positiven Stimmung und der steigenden Zuversicht der jungen Generation an, dass der deutsche Mittelstand gut gerüstet durch den Generationswechsel gehen wird – und ich bin stolz darauf, dass sich jeden Tag ein neues mittelständisches Unternehmen für Salesforce entscheidet.