Ein Gastbeitrag von Jan Koller | Deloitte Digital bei unserem Partner Deloitte.

Viele Beiträge, die im Zuge des Hypes um die agile Software- und Anwendungs-Entwicklung sowie das zugehörige Projektmanagement in den letzten Jahren veröffentlicht wurden, preisen die agilen Methoden implizit als Allheilmittel an – und damit als generell besser als klassische, wasserfall-orientierte Methoden. Dabei werden jedoch häufig wichtige Faktoren wie Projektumgebung oder Organisation der Kundenseite nicht berücksichtigt.

Best of both Worlds: Oft werden agile mit traditionellen Ansätzen kombiniert

Die enorme Verbreitung der agilen Leitsätze hat dazu geführt, dass Projektmanager und Entwickler heute aus einem breiten Spektrum agiler Methoden und Werkzeuge wählen können. Viele IT-Projekte vereinen inzwischen Aspekte der traditionellen Vorgehensweise mit denen der agilen Entwicklung nach Belieben. Auch wenn das Ergebnis dann nicht mehr voll und ganz den agilen Leitsätzen entspricht, eröffnet eine Kombination neue Möglichkeiten und realisiert dennoch die grundlegenden Prinzipen der agilen Arbeit: im Kopf frei sein, Zwänge möglichst klein halten und der Kommunikation höchsten Stellenwert einräumen. Es gilt also, das richtige Maß der Agilität für die jeweilige Projekt- und Kundensituation zu finden.

Salesforce Implementierung: Methodenauswahl mit Fingerspitzengefühl

Theoretisch steht jede Salesforce Implementierung zu Beginn vor der Wahl der Projektmethode. In der Praxis jedoch stellt sich die Frage nach „Wasserfall“ oder „agil“ häufig gar nicht. Viele Firmen arbeiten seit Langem mit ihren hauseigenen, etablierten Methoden und geben ihren Implementierungspartnern teilweise sogar Vorgehen und Dokumentation verbindlich vor.

Daher ist bei Abweichung von bekannten Methoden Fingerspitzengefühl gefragt, denn: Die Methode muss in erster Linie zum Kunden passen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, inwiefern der Kunde bereits Erfahrungen mit agiler Vorgehensweise gesammelt hat und wie beziehungsweise ob die organisatorischen und hierarchischen Strukturen Raum für Agilität lassen.

Maßgeschneidert: Gemeinsame Erarbeitung der Projektmethode

Im besten Fall hat der Implementierungspartner Zeit und (Spiel-)Raum, um Arbeitsmittel und Prozesse gemeinsam mit den Projektmitarbeitern der Kundenseite zu erarbeiten. Dabei haben sich folgende Grundsätze bewährt:

  • Die zeitliche und inhaltliche Planung der Entwicklungsabschnitte („Sprints“) erfolgt möglichst gemeinsam mit Management und Projektteam.
  • Vorgehen werden mit festen Zeitvorgaben wiederholt, Ergebnisse in Review-Meetings geprüft und in Retrospektiven abschließend besprochen (zum Beispiel Sprints Reviews, Sprint Retrospectives).
  • Die Zusammenarbeit zwischen Implementierungspartner und Kunde ist eng und intensiv. Persönliche Zusammenarbeit sollte mindestens einmal die Woche, besser jedoch kontinuierlich erfolgen.

Harmonie von Methode und System: Salesforce Implementierungen profitieren von der flexiblen, agilen Arbeitsweise

Die Projekterfahrung von Deloitte Digital zeigt: Besonders im Zusammenspiel mit der Salesforce eigenen Einfachheit lässt sich die zwanglose und freie Arbeitsweise im Sinne der Agilität wunderbar nutzen, um den Kunden kontinuierlich einzubinden und somit gemäß des tatsächlichen Bedarfs zu entwickeln.

Anforderungen, aufgenommen in Form von User Stories, lassen Sprint für Sprint weitere Details und Funktionen zum Gesamtprodukt hinzukommen. Diese werden sowohl während des Sprints einzeln (in sogenannten Business Reviews) als auch am Ende des Sprints (im Sprint Review) besprochen. Änderungen können so schon direkt in den Review Meetings umgesetzt werden. Das macht offensichtlich Spaß, zumal Vertreter der Kundenseite mit spürbar mehr Engagement bei der Sache sind. Darüber hinaus hilft die Darstellung von Anforderungen über User Stories ungemein, Diskussionen zu lenken und effizient zum Ziel zu führen.

Anspruchsvoll: Agilität birgt auch Herausforderungen

Mit der Einigung auf eine agile Projektmethode ergeben sich einige Herausforderungen, die sich insbesondere mit wachsender Erfahrung gut bewältigen lassen:

  • Anforderungsmanagement über den gesamten Lebenszyklus hinweg
  • Aufwandsplanung
  • stetiges Wahren interner und externer Transparenz
  • kontinuierliche Kosten- und Budgetübersicht

Von Erfahrung profitieren: Agile Projekte mit einem starken Partner

Das Projektleben wird deutlich leichter, wenn ein erfahrener Partner mit im Boot ist, der sowohl Verständnis für die Materie als auch bereits fertige Lösungen mitbringt. Deloitte Digital bietet hier neben durchdachten vertikalen industriespezifischen Produktlösungen auch ein Projekt- und Anforderungs-Management-Tool auf Basis von Salesforce. Der selbstentwickelte „Tracker“ macht die Zusammenarbeit des Projektteams deutlich effizienter. Neben Time- und Expense-Management sorgen automatisch generierte Statusreports und einfach konfigurierbare Dashboards für durchgängige Transparenz.

Salesforce und agile Entwicklung – ein Dreamteam (?)

Das Zusammenspiel von Einfachheit und Anpassungsfähigkeit von Salesforce mit dem richtigen Grad an Agilität kann eine ideale Projektmethode ergeben. Diese zu finden und vor allem mit Leben zu füllen, ist eine große Herausforderung, die sich aber zu bewältigen lohnt.