In einer zielführenden Debatte zum Thema Mobile sollten bestimmte Buzzwords heute nicht mehr vorkommen. Zum Beispiel habe ich in den letzten fünf Jahren praktisch auf jeder Konferenz unausweichlich den Slogan "Mobile First" gehört - und genau darin liegt der Knackpunkt. Denn wenn bestimmt Hypes, Trends und Begriffe auch nach Jahren immer wieder auftauchen, weist das darauf hin, dass es mit der Umsetzung noch nicht weit her ist.

Es gibt zwar gute Beispiele, aber auch im Jahre 2016 bieten zu viele deutsche Unternehmen ihre Homepage nicht in einer mobilen Variante an – von einem „responsive“ Webdesign ganz zu schweigen. Betrachtet man diesen Umstand als Gradmesser für die Flexibilität und Skalierbarkeit einer Firma, kommen durchaus Zweifel an ihrer Zukunftsfähigkeit auf. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es nicht nur um "Mobile First" geht. Vielmehr gilt heute im Zeitalter von Mobile, Cloud und IoT: Inhalte und Services müssen generell auf allen Plattformen laufen und nutzbar sein.

Es gibt keine universellen Antworten

"Mobile“ ist zwar nicht der einzige Punkt für eine Unternehmensstrategie, doch sollte sich jede Firma heute ihre Gedanken dazu machen und gegebenenfalls Rat einholen. Schließlich existieren bereits viele gute und schlechte Erfahrungen, auf denen man aufbauen kann. Es gibt meiner Meinung nach jedoch keine Universal-Strategie, da die Anforderungen und Umsetzungswege jedes einzelnen Unternehmens sehr individuell sind.

In der Beratung von Unternehmen kam bei mir immer wieder das Gefühl auf, dass Entscheidungen oft zu lange hinausgezögert werden: Sollen wir das wirklich machen? Welchen Ein uss wird dieser Schritt auf unsere Zukunft haben? Oft hemmen die hierarchischen Strukturen große Teile der Unternehmen dabei, schnelle und sinnvolle Entschlüsse zu fassen. Dabei sind kleine und effektive Teams, die Entscheidungen selbst treffen und umsetzen, in diesen Zeiten wichtiger denn je. Anstelle der schon berüchtigten „German Angst“ sollten sich Unternehmen an dem guten, alten Sprichwort orientieren: „Wo gehobelt wird, da fallen Späne.“ Schließlich wurde dieser Satz in Deutschland geprägt.

Mut zur Veränderung

Unternehmen sollten also keine Zeit verlieren und sich auf die Zukunft sowie die nächste industrielle Revolution vorbereiten. Um zu verdeutlichen, was das bedeutet, stellen wir uns doch für einen Moment bereits jetzt das Zeitalter der selbstfahrenden Autos, vernetzten Eigenheime und der Smart Citys vor. In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird dies zur Realität, also genau in der Zeitspanne, die seit der Einführung des ersten Apple iPhone vergangen ist.

An dieser Stelle möchte ich jeden Leser etwas fragen: Was hat Ihr Unternehmen seit dem Januar 2007 an seinen Strukturen und Prozessen verändert oder optimiert? Gut, fast jeder Mitarbeiter nutzt inzwischen ein Smartphone, aber sonst? Sehen Sie, genau darauf will ich hinaus: Was seit der Vorstellung des ersten Apple Smartphones geschehen ist, lässt sich nicht mit der Entwicklung vergleichen, die bis 2025 auf uns zukommt. Diese wird die Welt noch stärker verändern.

Wie 5G die Welt revolutioniert

Alleine mit der Markteinführung von 5G werden wir mobile Gigabit-Netzwerke nutzen können – mit echten mobilen Flatrates. Ob 5 GB oder 5 TB im Monat durch die Leitungen wandern, ist dann irrelevant. Genau deshalb ist es wichtig, dass sich Unternehmen nicht nur über „Mobile“ Gedanken machen, sondern sich intensiv und konkret mit der vernetzten Welt von übermorgen auseinandersetzen.

So werden die Menschen bald mit ihrer ultradünnen Smartwatch, die praktisch ein Armreif mit Display ist, ihr selbstfahrendes Auto anfordern und ihm sagen: „Bring mich bitte zum nächsten Italiener, der von meinen Facebook-Freunden auf Yelp mit 5 Sternen bewertet wurde und bestelle mir eine Pizza Funghi mit kleinem Salat und Spaghetti Carbonara. Und auf dem Weg blende mir bitte mal schnell die aktuellen Quartalszahlen ein und rufe danach meine Frau an. Es wird ein wenig später, aber dafür bringe ich ihre Lieblings-Pasta mit.“

Meine Empfehlung ist eindeutig: Haben Sie keine Angst, Fehler zu machen! Ein wirkliches Problem bekommen Sie eher, wenn diese nicht geschehen. Denn in 99 Prozent der Fälle bedeutet dies, dass ein Unternehmen die wichtigen und verändernden Prozesse gar nicht erst gestartet hat. Und damit stehen sie schon in den nächsten Jahren auf verlorenem Posten.

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