In vielen deutschen Innenstädten findet sich heute das gleiche Bild: Viele Verkaufsflächen stehen seit Jahren leer und trotzdem sind keine neuen Mieter in Sicht. Dabei befinden sich solche Räumlichkeiten oft in bester Lage, um jede Menge zahlungsfreudige Kundschaft anzulocken. Der Grund dafür ist allgemein bekannt: Das Geschäft im Internet gräbt dem Einzelhandel zunehmend das Wasser ab. Viele Menschen sehen diese Entwicklung kritisch, jedoch lassen sich die Auswirkungen des technologischen Fortschritts nur sehr schwer verlangsamen oder gar umkehren. Für Unternehmer und Ihr Marketing ist es ratsamer, dass sie mit der Zeit gehen, über ein eigenes Onlinegeschäft nachdenken und einen Webshop erstellen. 

 

Wieso einen Webshop erstellen? 

Die Umsatzzahlen des Onlinehandels steigen seit Jahren, während der Handel im Geschäft stagniert oder sich in manchen Branchen sogar in der Rezession befindet. Dieses Phänomen gibt es weltweit. In der westlichen Hemisphäre ist Amazon der bekannteste Player, während sich in anderen Teilen der Welt der Konzern Alibaba als dominante Online-Handelsplattform etabliert hat. Aber auch kleinere Onlineshops können durchaus profitabel sein und den Umsatz steigern, denn der Onlineshop ist sowohl aus Sicht des Unternehmers als auch für den Kunden äußerst attraktiv:

Vorteile für den Kunden

  • Der Hauptgrund für den Erfolg von Onlineshops und -versandhäusern ist der unerreichte Komfort für den Kunden. Er kann, ohne das Haus zu verlassen und zum nächsten Geschäft zu fahren und ohne Zeitdruck gemütlich in den eigenen vier Wänden nach Herzenslust vergleichen und einkaufen. Besonders wenn der Kunde genau weiß, was er will und nicht unter Zeitdruck steht, ist der Onlineshop das Mittel der Wahl. Dass immer mehr Menschen dieses Angebot nutzen, ist daher kaum verwunderlich. 

  • Zudem sind Onlineshops oft günstiger als der Einkauf in Geschäften mit physischer Präsenz. Das liegt an den geringeren laufenden Kosten, die an Kunden weitergegeben werden können. 

Vorteile für das Unternehmen

  • Da alle zukünftigen Generationen mit dem Internet aufwachsen werden, ist zu erwarten, dass die Onlineshops ihre aktuelle Stellung zumindest beibehalten, wahrscheinlich sogar weiter ausbauen können. Wenn Unternehmen also einen Webshop erstellen kann das für viele Händler eine wichtige Absicherung für die Zukunft sein: Das Unternehmen muss dahin gehen, wo seine Kunden sind. 

  • Wie bereits erwähnt, sind die Kosten für den Unternehmer in einem Onlineshop deutlich geringer. An fast jeder Ecke können Unternehmen hier eine Menge einsparen. Zum einen muss es keine Verkaufsfläche geben, auf der die Kunden sich die Waren ansehen können. Also muss das Unternehmen diesen Raum weder kaufen noch mieten und auch keine Reinigungs- oder Stromkosten bezahlen. Zum anderen braucht der Onlineshop keine präsenten Mitarbeiter, um Waren zu verkaufen. 

  • Der Onlineshop ist zu jeder Tages- und Nachtzeit verfügbar, auch an Feiertagen und das sogar weltweit. So lassen sich ganz neue Kundengruppen, die sonst niemals auf das Unternehmen aufmerksam geworden wären und neue Einnahmequellen erschließen. Besonders in Zeiten von COVID-19 ist es wichtiger denn je, das Unternehmen einen Webshop erstellen. 

 

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Webshop erstellen: selber machen oder Drittanbieter nutzen?

Wenn es darum geht, Waren über das Internet anzubieten, geht den meisten Menschen wahrscheinlich ein Name durch den Kopf, der sich noch vor Amazon im Internet etablieren konnte: Ebay. Viele Händler haben auf dieser Plattform früh ein Nebeneinkommen aufgebaut und waren auf solchen Seiten erfolgreich aktiv. Der Vorteil dieser Anbieter liegt auf der Hand: Der Händler muss selbst sehr wenig Zeit und Ressourcen investieren, um seine eigene Onlinepräsenz aufzubauen. Allerdings hat der Verkauf der eigenen Waren auf den Webseiten von Drittanbietern auch entscheidende Nachteile. 

  • Zum einen verlangen solche Marktplätze oft eine Provision. Somit muss der Händler seine Produkte zu höheren Preisen anbieten als er dies auf seiner eigenen Seite könnte, um den gleichen Gewinn erzielen zu können. Neben einer festen Provision gibt es jedoch auch andere Preismodelle wie etwa ein fester monatlicher Beitrag.

  • Der Verkäufer hat nur geringe Möglichkeiten, seinen eigenen Onlineshop anzupassen. Die Rahmenbedingen des Drittanbieters geben hier Design und Layout vor. Das ist zwar nicht unbedingt schlecht, allerdings kann ein individuelles Design die Kundengruppen eines bestimmten Verkäufers deutlich besser ansprechen. Ganz nebenbei wirkt ein eigener Onlineshop professioneller und seriöser als es bei dem Verkauf der Waren bei einem E-Commerce-Anbieter der Fall ist. Aufgrund einiger Fälle von Betrug haben viele Kunden ein gewisses Misstrauen gegenüber Verkäufern auf solchen Plattformen entwickelt.

Ebay und Co. sind deshalb nur dann zu empfehlen, wenn das Volumen der verkauften Waren gering ist und sich der Aufbau eines eigenen Shops nicht lohnen würde. Dies ist allgemein nur bei privaten Verkäufern sowie bei kleinen Unternehmen der Fall. Übersteigt die Anzahl der verkauften Waren einen bestimmten Wert, ist es vorteilhafter, einen eigenen Onlineshop zu etablieren. Was Sie bei der Wahl der passenden Shopsoftware für ihr Unternehmen beachten sollte, lesen Sie in unserem Blogartikel “10 Tipps für die Wahl einer E-Commerce Software”.

 

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Die wichtigsten Schritte bei der Erstellung eines Webshops 

1. Produktnachfrage ermitteln

Wenn auch Sie mit der Idee spielen, einen eigenen Onlineshop einzurichten, empfehlen wir Ihnen daher zunächst, das mögliche Potential des Shops zu ermitteln. Dieses Potential ist von einigen Faktoren abhängig.

  • Wie groß ist Ihre Kundenbasis? Je mehr Kunden sich für Ihre Waren interessieren, desto größer ist auch das Potential des Onlineshops.
  • Welche Waren verkaufen Sie und wer sind die Kunden? Verkaufen Sie zum Beispiel hauptsächlich Produkte, die bei einer jungen Zielgruppe beliebt sind, ist das ein gutes Argument für das Online-Shopsystem und die Einrichtung eines Onlineverkaufs. Bei älteren Kunden ist möglicherweise eher das Gegenteil der Fall.
  • Eine weitere entscheidende Überlegung ist, wie groß das Potential für die Akquise von Kunden ist, die sich weit entfernt befinden und nur über das Internet auf Ihren Shop aufmerksam werden könnten. Dies hängt hauptsächlich davon ab, wie spezialisiert die Waren sind, die Sie im Onlineshop anbieten. So würde ein weit entfernter Kunde (z. B. aus dem Ausland) sich wahrscheinlich nicht für Ihren Onlineshop entscheiden, wenn er die gleichen Waren auch bei sich um die Ecke einkaufen könnte. Sind Sie jedoch einer von nur wenigen Anbietern, die er finden kann, steigen die Chancen auf einen erfolgreichen Verkauf enorm, wenn Sie einen Webshop erstellen.

2. Ermitteln der eigenen USPs 

Am besten ist es natürlich, wenn Sie der einzige Anbieter bestimmter Waren sind und diese aus der eigenen Produktion stammen. In diesem Fall ergibt es Sinn, sich über die Eigenschaften und Unique-Selling-Points (USPs) der Produkte Gedanken zu machen. Weshalb sollten sich ein potentieller Kunde im Internet für Ihre Angebote interessieren? Was macht die Produkte einzigartig? Die Erkenntnisse aus diesen Überlegungen können Sie anschließend dazu verwenden, die Werbetexte, Funktionen und Produktbeschreibungen im Onlineshop zu erstellen, um bestimmte Features in den Vordergrund zu rücken. 

3. Methode wählen

Wenn Sie sich nach Abwägung der oben genannten Punkte für die Einrichtung eines Onlineshops entschieden haben, stellt sich die Frage, wie genau Sie diesen implementieren wollen. Wie bereits erwähnt, gibt es grundsätzlich die Wahl zwischen der Einrichtung eines eigenen Shops oder der Inanspruchnahme der Leistungen eines Drittanbieters. Darüber hinaus gibt es aber auch noch andere wichtige Merkmale, die einen Webshop ausmachen. 

Das Shopsystem

Wer sich für das Aufbauen eines eigenen Onlineshops entscheidet, kann auch hier auf vorgefertigte Lösungen nach Baukastenprinzip zurückgreifen. Diese unterscheiden sich von oben genannten Marktplätzen dadurch, dass Unternehmen ihren eigenen Shop unter einer eigenen Adresse aufbauen können. Diese SaaS-(Software-as-a-Service)-Onlineshop-Baukästen sind die schnellsten und einfachsten Lösungen zum Aufbau eines eigenen Shops. Sie sind besonders für kleinere Unternehmen geeignet, in denen es kein oder nur wenig IT-Know-how gibt. Allerdings ist die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung durch das Baukastenprinzip immer noch eingeschränkt. Für erfahrenere IT-Spezialisten ist diese Art von System daher nicht uneingeschränkt zu empfehlen. SaaS-Lösungen bringen jedoch auch eine Reihe von Vorteilen mit sich: So fällt zwar eine monatliche Gebühr an, die sich je nach Anbieter und Funktionsumfang unterscheiden kann. Diese monatliche, verhältnismäßig kleine Gebühr ist aber vor allem für kleine und mittlere Unternehmen deutlich besser zu stemmen, als eine große Initialinvestition und die fortlaufende Betreuung einer eigenen Programmierlösung. Zudem müssen Sie sich um regelmäßige Updates und Wartungen keine Gedanken machen, da diese im Normalfall mit inbegriffen sind. So sind Sie technisch immer auf dem neuesten Stand. Erfahren Sie auch, wie Sie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Shopsysteme richtig abwägen.

Neben den SaaS Lösungen gibt es natürlich auch die Möglichkeit, seinen Onlineshop von Grund auf selbst aufzubauen. Dazu braucht es zum einem eine gute Portion Programmierkenntnisse und zum anderen einen Anbieter zum Hosten einer eigenen Website inklusive Shop. Zudem ist hier zu beachten, dass die Einrichtung eines eigenen Onlineshops mit unter Umständen sehr hohen Einrichtungs- und Wartungskosten verbunden ist, die erst einmal amortisiert werden müssen, um diese Option wirtschaftlich attraktiv zu machen. Grundsätzlich lohnt sich ein selbst erstellter Onlineshop in zwei Fällen:

  1. Der Betreiber verfügt über sehr gute Programmierkenntnisse. Dadurch kann er einen sehr professionellen Shop erstellen und es fallen keine großen Mehrkosten an.
  2. Das umgeschlagene Volumen ist so groß, dass sich lohnt, einen (oder mehrere) eigene Programmierer zu engagieren. 

4. Verschiedene Zahlungsmöglichkeiten bereitstellen

Je mehr Zahlungsmöglichkeiten Sie den Kunden zur Verfügung stellen, desto zufriedener werden diese sein. Daher sollte ein Mindestmaß an Zahlungsoptionen zur Verfügung stehen. 

Zu den gängigen Zahlungsmöglichkeit zählen:

  • Kauf auf Rechnung
  • Vorkasse
  • Sofort-Überweisung
  • Zahlung per Nachnahme
  • Kreditkarte
  • Lastschrift
  • PayPal (oder ähnliche Angebote)

Natürlich ist die Etablierung dieser Methoden mit einem gewissen Aufwand verbunden. Es ist in der Regel jedoch vollkommen ausreichend, eine Auswahl dieser Zahlungsmöglichkeiten anzubieten (z. B. auf Rechnung, Sofort-Überweisung und per PayPal). Dies sollte einen Großteil aller Kunden abdecken. 

5. Aufbau des Onlineshops durchführen

Nun ist es an der Zeit, den tatsächlichen Aufbau des Shops durchzuführen. Egal, ob Sie sich für eine Baukastenlösung oder einen selbstgehosteten Shop entschieden haben: Achten Sie beim Design der Webseite auf ein professionelles Erscheinungsbild und auf aussagekräftige Produktbeschreibungen und -bilder. Es ist zu empfehlen, das Ergebnis auch in anderen Browsern und PCs zu testen, da es mitunter bei anderen Geräten und Displaygrößen zu einer Verschiebung von Elementen und zu Bugs kommen kann. Sie können außerdem abwägen, ob es sich lohnt, den Shop auch für Handys und Tablets zu optimieren. Vor dem Launch des Shops für die Öffentlichkeit ist vorzugsweise eine Testphase durchführen, die ebenso die technischen Funktionen überprüft: Werden Nachrichten alle korrekt zugestellt? Funktionieren die Bestellung und Zahlung wie geplant? 

6. Marketingaktionen ansetzen

Dass der Shop nun online ist, heißt aber noch lange nicht, dass er auch sein volles Potential ausschöpft. Viele Ihrer Kunden wissen vielleicht noch gar nichts über das neue Angebot. Daher sind vor allem zum Launch des Onlineshops begleitende Marketingmaßnahmen zu empfehlen. Besitzen Sie eine physische Verkaufsstelle, können Sie dort einige unübersehbare Aushänge platzieren, die alle Kunden auf das neue Angebot aufmerksam machen. Soll der Onlineshop auch neue Kunden anziehen, ist direkte Werbung im Netz die Methode der Wahl. Dazu können Sie zum Beispiel Anzeigen auf Google schalten, die den Nutzern angezeigt werden, sobald Sie nach ähnlichen Produkten im Netz suchen. Sie können außerdem verschiedene SEO-Maßnahmen wie beispielsweise eine Keyword-Optimierung für ein optimales Marketing durchführen. Dies sorgt dafür, dass Ihr Shop bei Suchanfragen weiter oben in der Liste der Ergebnisse von Google auftaucht. 

7.  Ergebnisse auswerten und Maßnahmen ergreifen 

Beobachten Sie die Performance des Shops in regelmäßigen Abständen, dazu stehen bei Shop-Baukästen meist Analysebausteine zur Verfügung. Sie können zum Beispiel die Anzahl der Besucher, deren favorisierte Produkte und die Konversionsrate ermitteln. Diese Informationen lassen sich zum Beispiel nutzen, um den Shop zu optimieren, Probleme zu beheben oder neue Marketingstrategien zu entwickeln. Mit dem richtigen Shopsystem wird Ihr Webshop außerdem zum Lieferanten erstklassiger Kundendaten. Erfahren Sie, wie Sie diese Daten richtig nutzen, um Ihre Kunden besser zu verstehen und Ihr Geschäft optimal auf deren Bedürfnisse abzustimmen.

8. Herausragende Customer Experience schaffen

Nachdem Sie den Webshop erstellt haben, eine Marketingaktion umgesetzt und die Performance analysiert haben, sollten Sie den Fokus nun auf das große Ganze und die gesamte Customer Experience legen: Begreifen Sie Ihren Webshop als Teil eines Ganzen und verknüpfen Sie ihn mit allen Kanälen Ihres Unternehmens, um die Kunden in ihrer jeweiligen Customer Journey genau dort zu erreichen, wo sie gerade stehen. Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt!

 

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Kunden im E-Commerce noch besser erreichen können. Sehen Sie dazu das Webinar „Salesforce Live Deutschland & Österreich: Next Level E-Commerce bei Swarovski Optik” und lernen Sie, wie Sie personalisierte Erlebnisse bieten und diese mit Service-Kanälen vernetzen – sowohl im B2B Bereich, als auch im B2C Bereich. 

 

Einen Webshop erstellen: in den meisten Fällen eine Bereicherung 

Der steigende Anteil der Onlineshops an allen Verkäufen und die damit einhergehende sinkende Kundenzahl in Geschäften vor Ort bringt viele Unternehmen in zunehmenden Zugzwang. Empfehlenswert ist es daher, die Errichtung eines eigenen Onlinehandels eher früher als später durchzuführen. Zum einen lässt sich ein Onlineshop schon für kleines Geld und ohne größeren Aufwand über einen Drittanbieter aufbauen. Zum anderen ist es sinnvoll, schon so früh wie möglich in das Onlinegeschäft einzusteigen, denn so können Unternehmen ihre Position in diesem stetig wachsenden Markt festigen und zu späteren Zeitpunkten immer weiter ausbauen. Wer jedoch einen komplett unabhängigen Webshop aufbauen will, muss etwas mehr Ressourcen aufwenden. Mit steigenden Onlineumsätzen ist dies aber durchaus eine sinnvolle Investition. 

 

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