Vertriebskanäle: Arten, Beispiele und Vorteile
Erfahren Sie, wie Sie mit dem richtigen Mix aus Vertriebskanälen, von indirekten über direkte bis hin zu hybriden, den Umsatz steigern.
Von Jake Hammerman , Global Salesforce Manager, Ingredion
Erfahren Sie, wie Sie mit dem richtigen Mix aus Vertriebskanälen, von indirekten über direkte bis hin zu hybriden, den Umsatz steigern.
Von Jake Hammerman , Global Salesforce Manager, Ingredion
Sie haben gerade ein Produkt entwickelt, das die Welt braucht. Das Potenzial ist grenzenlos, doch Ihre Reichweite hat Grenzen. Wie steigern Sie Ihren Absatz? Bei etablierten Unternehmen in der Lebensmittel- und Getränkebranche bestimmen häufig Service-Level, technischer Support und Kundennähe die Distributionsstrategie. Für ein Startup wiederum geht es vielleicht darum, über den eigenen Heimatmarkt hinaus zu wachsen, ohne ein großes Budget zu haben. In beiden Fällen ist mehr Personal nicht immer die Lösung. Sie müssen die richtigen Vertriebskanäle erschließen. Schauen wir uns das genauer an.
Vertriebskanäle sind die Wege, auf denen Produkte und Dienstleistungen zu den Kund:innen gelangen. Gängige Kanäle sind der Direktvertrieb an Verbrauchende (Direct-to-Consumer), der Vertrieb über Großhändler:innen, Online-Marktplätze oder Vermittler:innen, die Käufer:innen mit Produkten verbinden. Es gibt auch das B2B2C-Modell, bei dem ein Unternehmen an ein anderes Unternehmen und dieses dann an die Endverbrauchenden verkauft.
Beispiele aus der Praxis belegen, wie das Zusammenspiel von Vertrieb und Finanzabteilung auf einer gemeinsamen Plattform das Umsatzwachstum beschleunigt.
Ganz einfach: Vertriebskanäle verbinden Sie mit Menschen, die Ihr Produkt wollen. Sie helfen Ihnen, Ihr Geschäft auf Kundschaft auszuweiten, die Sie vielleicht sonst nie erreicht hätten. Die richtigen Kanäle bringen Ihnen neue Geschäfts- und Umsatzmöglichkeiten.
Vertriebskanäle geben Unternehmen die Möglichkeit zu wachsen, ohne eigene Kapazitäten oder Personal aufzubauen. Partner erweitern zudem technische, regulatorische und servicebezogene Kompetenzen in komplexen B2B-Bereichen. Sie halten die Betriebskosten niedrig und helfen gleichzeitig, neue Kundensegmente und geografische Märkte zu erschließen. Und Ihre Channel-Sales-Partner sind oft die Ersten, die Kundenfeedback erhalten. Sie können dieses Wissen nutzen und ihre Erkenntnisse in Ihre Vertriebsplanung einfließen lassen.
Ein Vertriebskanal ist mehr als eine Ansammlung von Verkäufer:innen. Er ist ein strategisches Netzwerk, das die Lücke zwischen Ihrer Vision und Ihrer Kundschaft schließt. Indem Sie einzelne Abläufe zu einem reibungslosen Prozess verbinden, stellen Sie sicher, dass Ihr Produkt genau dann und genau dort verfügbar ist, wo Ihre Käufer:innen es suchen.
Schauen wir uns die wichtigsten Stufen eines Vertriebskanals am Beispiel einer Dosensuppe an:
Ihre Vertriebsstrategie hängt davon ab, wie viele Partner Sie benötigen, um Ihre Ziele zu erreichen. Wir kategorisieren diese nach „Ebenen“, basierend auf der Anzahl der beteiligten Zwischenhändler:
| Ebene | Vertriebsstrategie | Weg zum Verbraucher bzw. zur Verbraucherin |
| Ebene 0 | Direktvertrieb an Kundschaft | Hersteller → Verbraucher:in |
| Ebene 1 | Einzelhandelspartner:in | Hersteller → Einzelhandel → Verbraucher:in |
| Ebene 2 | Großhandelspartner:in | Hersteller → Großhandel → Einzelhandel → Verbraucher:in |
| Ebene 3 | Erweitertes Netzwerk | Hersteller → Agent/Broker → Großhändler → Einzelhandel → Verbraucher:in |
In der Lebensmittel- und Getränkebranche bedeutet Direktvertrieb oft, direkt an Geschäftskund:innen, wie Einzelhändler:innen, zu verkaufen, und nicht an die Endverbraucher:innen.
Es gibt drei grundlegende Arten von Vertriebskanälen, über die ein Produkt vom Hersteller zur Kundschaft gelangt.
Vertriebsmittler sind selbstständige Unternehmen, die ein Produkt oder eine Dienstleistung über indirekte Vertriebskanäle vom Hersteller zur Kundschaft bringen.
Sie übernehmen verschiedene Bereiche der Vertriebslogistik, etwa Produktlagerung, Transport, Lagerhaltung und Bestandsmanagement. Manche übernehmen auch die Mengenaufteilung: Sie unterteilen die Großbestellungen beim Hersteller in kleinere, handlichere Mengen für den Weiterverkauf an den Einzelhandel oder direkt an die Kundschaft.
Da Zwischenhändler:innen häufig das Eigentum an einem Produkt oder einer Dienstleistung übernehmen, tragen sie ein erhöhtes Risiko, falls der Wert des Produkts oder der Dienstleistung sinkt oder sie unverkauft bleiben.
Großhändler:innen, Distributoren und Einzelhändler:innen sind die wichtigsten Zwischenhändler:innen im indirekten Vertrieb, doch es gibt noch weitere gängige Akteure.
Hier sind einige der wichtigsten Akteure im Kanalvertrieb, die Sie kennen sollten:
Um den passenden Vertriebskanal zu finden, überlegen Sie zunächst, wie Sie Ihr Produkt auf möglichst effizientem Weg zu Ihrer Zielgruppe bringen, ohne dabei Kontrolle, Kosten und Reichweite aus den Augen zu verlieren.
Ein guter Ausgangspunkt ist die Analyse Ihrer Vertriebsdaten, um zu erkennen, wo ein direkter, indirekter oder hybrider Kanal Lücken in Ihrer Marktabdeckung schließen könnte. Ein direkter Kanal erfordert zwar in der Regel mehr Investitionen für den Betrieb eines Ladengeschäfts oder Online-Shops, gibt Ihnen dafür aber mehr Kontrolle über Ihr Produkt. In Regionen, in denen Ihre Präsenz noch gering ist, kann hingegen ein indirekter Kanal über den Einzelhandel sinnvoll sein.
Beachten Sie dabei folgende Punkte:
Ihre Channel-Partnerschaften helfen Ihrem Team, effizient zu skalieren und die richtigen Kund:innen zu erreichen. Doch wie bringen Sie Ihr Produkt am besten zu den Menschen, die es wirklich wollen? Genau hier kommt die Vertriebsstrategie ins Spiel. Hier sind drei gängige Vertriebsstrategien, die Sie in Betracht ziehen sollten:
Hier setzen Sie auf Knappheit als Strategie: Ihre Produkte sind ausschließlich über einen einzigen Partner erhältlich. Das klingt zunächst kontraintuitiv, funktioniert aber bei den richtigen Produkten hervorragend. Hochwertige Luxusmarken setzen häufig auf Exklusivvertrieb, um ihr Prestige (und ihre Preise) zu schützen. So verkauft ein Luxusdesigner seine Produkte beispielsweise nur bei einem ausgewählten Händler und nirgendwo sonst.
Den Massenmarkt erreichen Sie auf diese Weise zwar nicht, doch der Vorteil liegt auf der Hand: Sie behalten die Kontrolle darüber, wie Ihr Produkt vermarktet, bepreist und verkauft wird. Das schützt Ihr Markenimage sowie das Kundenerlebnis und kann höhere Preise rechtfertigen.
Schauen wir uns nun das Gegenteil an: den Intensivvertrieb. Bei dieser Strategie bringen Sie Ihr Produkt in so viele Verkaufsstellen und Märkte wie möglich. Exklusivität spielt dabei keine Rolle. Das Ziel ist Marktsättigung und ein möglichst einfacher Kaufprozess. Intensivvertrieb eignet sich für günstige, häufig gekaufte Artikel, wie Snacks oder Getränke, die typischerweise in Supermärkten und Tankstellen angeboten werden.
Der Vorteil: mehr Markenbekanntheit und die Möglichkeit, Spontankäufe Ihrer Kundschaft zu nutzen. Es gibt jedoch auch eine Kehrseite. Da Sie Ihre Produkte nicht ausschließlich selbst verkaufen, müssen Sie sie an Ihre Partner liefern, was zusätzliche Vertriebskosten verursacht.
Diese Strategie liegt zwischen Exklusiv- und Intensivvertrieb. Sie arbeiten mit einer begrenzten Anzahl autorisierter Händler, Großhändler oder Distributoren zusammen, um Ihre Produkte zu verkaufen. Bei der Wahl Ihrer Partner berücksichtigen Sie Standort, Reputation und die Fähigkeit, einen hochwertigen Kundenservice zu bieten. Der Selektivvertrieb ist bei Hersteller:innen von Elektronik und Haushaltsgeräten weit verbreitet, die Fachkenntnisse für Verkauf und Service erfordern. So vertreibt ein Smartphone-Hersteller seine Produkte beispielsweise nur über bestimmte autorisierte Händler, die eine größere Reichweite bei gleichzeitig mehr Kontrolle ermöglichen.
Beim Selektivvertrieb haben Sie mehr Einfluss darauf, wie Ihre Produkte präsentiert, vermarktet und verkauft werden. Im Vergleich zum Intensivvertrieb kann der Selektivvertrieb jedoch die Reichweite und Marktabdeckung einer Marke einschränken. Dies kann sich in geringeren Umsätzen oder einer niedrigeren Markenbekanntheit niederschlagen.
Zu den häufigsten Herausforderungen im Management von Vertriebskanälen zählen Kanalkonflikte, Enablement-Lücken, unzureichendes Lead-Routing und Preiskomplexität. Um diese Probleme zu lösen, können Unternehmen Partner Relationship Management einsetzen, um die Transparenz zu erhöhen, die Kommunikation zu verbessern und die Preisgestaltung über alle Vertriebskanäle hinweg zu vereinheitlichen.
Vertriebskanäle können komplex und fragmentiert sein und unterliegen sich wandelnden Kundenanforderungen. Hier sind einige häufige Herausforderungen und Lösungsansätze:
Zwischen den Unternehmen in der Vertriebskette können Spannungen entstehen, zum Beispiel durch Lieferkettenunterbrechungen oder verpasste Lieferfristen.
Neu hinzugekommenen Partnern fehlen häufig das Wissen, die Kompetenzen und die Materialien, um Ihr Produkt optimal zu vertreiben.
Leads sollten mit allen relevanten Qualitäts- und Kontextinformationen an die richtige Person bei den Distributoren weitergeleitet werden – doch manchmal gehen sie dabei verloren.
Ihre Vertriebspartner könnten miteinander konkurrieren, indem sie Preise unterbieten oder unterschiedliche Konditionen und Rabatte anbieten.
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Mit den richtigen Vertriebskanälen erweitern Sie Ihre Marktreichweite und bringen Ihre Produkte effizienter zu Ihren Endkund:innen. Wählen Sie, je nachdem, wie viel Kontrolle und Marktabdeckung Sie anstreben, einen direkten, indirekten oder hybriden Vertriebskanal. Mit dem passenden Kanal-Mix und einer starken Vertriebsstrategie schaffen Sie die besten Voraussetzungen dafür, dass Ihr Produkt verfügbar und kaufbereit ist.
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Vertriebskanäle bieten entscheidende Vorteile: Sie erweitern die Marktreichweite, steigern den Umsatz durch Intermediäre wie Großhändler:innen und verbessern die Effizienz bei der Produktlieferung sowie Lagerverwaltung. Zudem entlasten sie Hersteller:innen logistisch, senken Kosten durch spezialisierte Partner und erhöhen den Komfort für die Kundschaft.
Eine Lieferkette ist das umfassende, durchgängige Netzwerk, das die Beschaffung von Rohstoffen, die Produktion und die Lieferung umfasst. Ein Vertriebskanal ist ein spezifischer, nachgelagerter Teilbereich einer Lieferkette, der sich ausschließlich auf die Zwischenhändler:innen (Großhändler:innen, Einzelhändler:innen, Distributoren) konzentriert, die Fertigwaren zur Endkundschaft bringen.
Ja, Unternehmen können mehrere Vertriebskanäle gleichzeitig nutzen, und zwar durch eine Strategie, die als Multi-Channel- oder Dual-Distribution-Strategie bekannt ist. Dieser Ansatz kombiniert stationäre Geschäfte, E-Commerce-Websites, Online-Marktplätze und den direkten Verkauf an Endkund:innen.
Ein Unternehmen entscheidet sich für einen mehrstufigen Vertriebskanal, um eine breite Marktabdeckung zu erzielen, das Absatzvolumen zu steigern und geografisch verteilte Kundschaft effizient zu erreichen. Diese Strategie setzt Großhändler:innen, Distributoren oder Einzelhändler:innen ein, um die Verantwortung für Logistik, Lagerung und Kundenservice an Zwischenhändler:innen zu übertragen, sodass sich der:die Hersteller:in auf die Produktion konzentrieren kann.