Zwei Personen unterhalten sich mit KI-Agenten rund um ein großes Smartphone.

Was sind KI-Agenten? Definition, Typen und Beispiele

KI-Agenten sind KI-Systeme, die Aufgaben eigenständig planen, entscheiden und ausführen – oft ohne menschliches Eingreifen. Sie verändern gerade, wie Unternehmen im deutschsprachigen Raum arbeiten und mit ihren Kund:innen interagieren.

KI Agenten, die wirklich liefern – mit Maximilian Reithmann, Celonis | Prompt zum Erfolg

KI – und vor allem KI-Agenten – werden die Arbeitswelt nachhaltig verändern und in einigen Fällen sicher revolutionieren. Aber nur dort, wo sie messbaren Mehrwert liefern. Denn Agenten als Selbstzweck sind zum Fenster hinausgeworfenes Geld.  

Bei Celonis ist dieser Mehrwert bereits Realität. Die hohen Akzeptanzraten ihres KI-Agenten kommen nicht von ungefähr: Er funktioniert ganzheitlich. Von der Reisekostenabrechnung bis hin zu komplexem Prozessmanagement arbeiten Mensch und Maschine hier nahtlos zusammen – über alle Ebenen hinweg.

Die folgende Tabelle stellt die drei Kategorien gegenüber:

Kriterium Chatbot KI-Assistent KI-Agent
Autonomie gering – folgt festen
Skripten
mittel – reagiert auf
Anfragen
hoch – handelt proaktiv
und eigenständig
Aufgabenkomplexität einfache, klar
definierte Aufgaben
unterstützende,
kollaborative Aufgaben
komplexe, mehrstufige
Aufgaben
Lernfähigkeit keine oder
regelbasiert
begrenzt kontinuierliches Lernen
aus Interaktionen
Interaktion reaktiv auf
Schlüsselwörter
dialogorientiert, auf
Nutzer:in wartend
proaktiv, zielgesteuert
Typisches Beispiel FAQ-Bot auf einer
Website
Microsoft 365 Copilot autonomer Serviceagent,
der Vorgänge löst

Die Herausforderungen

Bedenken Warum es wichtig ist Vorgehensweise zur
Risikominderung
Datenschutz und
Datensicherheit
KI-Agenten verarbeiten riesige
Datenmengen. Das macht sie
zum potenziellen Ziel von Angriffen und Missbrauch sensibler Informationen.
Implementieren Sie robuste Data-
Governance-Frameworks und
strenge Zugriffskontrollen, um zu
steuern, auf welche Informationen KI-Agenten zugreifen und wie sie diese
verwenden.
Prompt Injection und
Manipulation
Angreifer:innen können durch
manipulierte Eingaben
versuchen, einen Agenten zu
unerwünschten Aktionen zu
verleiten – ein spezifisches
Sicherheitsrisiko autonomer
Systeme.
Setzen Sie auf Eingabevalidierung,
klar begrenzte Berechtigungen und
das Prinzip der geringsten Rechte
sowie auf Guardrails, die kritische
Aktionen absichern.
Ethische
Herausforderungen
und
Voreingenommenheit
Autonome Systeme
übernehmen
Voreingenommenheiten aus
ihren Trainingsdaten. Das kann
zu unfairen Ergebnissen
führen, insbesondere bei
folgenreichen Entscheidungen.
Beaufsichtigung durch Menschen
ist unverzichtbar, insbesondere bei
Aktionen mit erheblichen
Auswirkungen. Prüfen und validieren
Sie Entscheidungen von Agenten
regelmäßig.
Technische
Komplexität
Das Erstellen und Integrieren
ausgefeilter KI-Agenten
erfordert spezielles
Fachwissen in maschinellem
Lernen, Data Engineering und
Systemintegration.
Legen Sie einen klaren Schwerpunkt
auf Beaufsichtigung durch
Menschen und einen Plan für
Eingreifen und Überwachung. Führen
Sie umfassende Aktivitätsprotokolle
für Transparenz und Debugging.
Anforderungen an die
Rechenleistung
Insbesondere bei komplexen
Modellen kann das Entwickeln
und Ausführen fortschrittlicher
KI-Agenten hohe
Anforderungen an die
Rechenleistung stellen.
Das betrifft vor allem Kosten- und
Ressourcenverwaltung. Die
Risikominderung umfasst das
Optimieren von Modellen und eine
effiziente Infrastruktur.
Herausforderungen
bei Multi-Agenten-
Systemen
Die Komplexität steigt, wenn
mehrere KI-Agenten
interagieren: Abhängigkeiten
verwalten, Aktionen
orchestrieren und
unbeabsichtigte Folgen
verhindern.
Implementieren Sie eindeutige
Agenten-IDs für Verantwortlichkeit
und führen Sie Aktivitätsprotokolle,
um Interaktionen nachzuverfolgen.
Endlose
Feedbackschleifen
Die Aktionen eines Agenten
können ein problematisches
Verhalten kontinuierlich
verstärken. Das erschwert das
Erzielen der gewünschten
Ergebnisse.
Das Design muss
Unterbrechungsfunktionen
umfassen, sodass Mitarbeiter:innen
Aktionen anhalten oder ändern
können, wenn unerwartete Ergebnisse
auftreten.
Aufgaben mit
emotionaler Intelligenz
KI-Agenten haben
Schwierigkeiten mit Aufgaben,
die nuancierte Empathie oder
emotionale Intelligenz
erfordern.
Sorgen Sie für Beaufsichtigung
durch Menschen und
bedarfsgerechtes Eingreifen. Nutzen
Sie Agenten nur für Routineaspekte
sensibler Aufgaben; für alles Weitere
sollten Menschen einsetzen.
Höherer Einsatz bei
autonomen Aktionen
Je autonomer die Agenten,
umso schwerwiegender die
Folgen von Fehlern. Sie
müssen für minimale
Fehlerraten und robuste
Korrekturmechanismen
sorgen.
Grundlegend ist die Beaufsichtigung
durch Menschen mit der Möglichkeit
zur Kurskorrektur. Ebenso
unverzichtbar sind
Unterbrechungsfunktionen.
Abhängigkeit und
blindes Vertrauen
Übermäßige Abhängigkeit von
KI-Agenten kann zum Verlust
von Fachwissen führen,
sodass Mitarbeiter:innen nicht
mehr angemessen auf einen
Systemausfall reagieren
können.
Ein Fokus auf Beaufsichtigung
durch Menschen stellt sicher, dass
Mitarbeiter:innen ihr Fachwissen
aufrechterhalten und bei Bedarf
wirksam eingreifen können.
Rechenschaft und
Verantwortung
Zu ermitteln, wer für Fehler
eines KI-Agenten
verantwortlich ist
(Entwickler:in, Bereitsteller:in
oder die KI selbst), ist
komplex.
Verwenden Sie insbesondere in Multi-
Agenten-Systemen eindeutige
Agenten-IDs für eine klare Zuordnung
und stellen Sie klare Frameworks für
die Beaufsichtigung durch
Menschen bereit.
Arbeitsplatzverluste Die wachsenden Fähigkeiten
von KI-Agenten wecken
Sorgen über Arbeitsplatzverluste bei
Routinetätigkeiten. Das kann
sozioökonomische
Spannungen verursachen.
Dies sind eher gesellschaftliche als
technische Bedenken. Die
Risikominderung umfasst Umschulung und Weiterbildung von
Mitarbeiter:innen für Rollen, die
menschliche Kreativität und
strategisches Denken erfordern.
„Sehr schnell wurde klar...

... dass die Antworten eines KI-Agenten nur so gut sind, wie die Informationen, die er dafür nutzt. Deshalb haben wir zunächst die Grundlage geschaffen und eine strukturierte Knowledge Base aufgebaut.“

Katharina Hornschuch

CRM & Analytics Product Owner bei FREITAG

Häufig gestellte Fragen zu KI-Agenten

Ein KI-Agent ist ein intelligentes Computerprogramm, das ohne ständige menschliche Hilfe auf ein bestimmtes Ziel hinarbeitet. Er kann seine Umgebung beobachten, Entscheidungen treffen und Maßnahmen ergreifen, um seine Ziele zu erreichen. Diese Agenten sind oft für komplexe, mehrstufige Aufgaben konzipiert, indem sie diese in kleinere Teile zerlegen. Sie lernen aus ihrenInteraktionen und passen ihr Verhalten kontinuierlich an, um mit der Zeit bessere Ergebnisse zu erzielen.

Ein Chatbot folgt in der Regel festen Skripten und Regeln und beantwortet klar abgegrenzte Fragen – etwa häufige Anfragen auf einer Website. Ein KI-Agent hingegen agiert deutlich autonomer: Er versteht komplexe Zusammenhänge, trifft eigenständig Entscheidungen, führt mehrstufige Aufgaben aus und lernt kontinuierlich aus jeder Interaktion. Während ein Chatbot reaktiv auf Schlüsselwörter reagiert, handelt ein KI-Agent proaktiv und zielgesteuert.

Wichtige Eigenschaften von KI-Agenten sind ihre Fähigkeit, autonom zu handeln – also ohne ständige menschliche Anweisungen. Sie sind zielorientiert und arbeiten kontinuierlich darauf hin, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

KI-Agenten können ihre Umgebung wahrnehmen, ob digital oder physisch, und aus neuen Informationen lernen. Sie sind darauf ausgelegt, proaktiv zu handeln und Aufgaben eigeninitiativ zu erledigen, statt nur auf Befehle zu reagieren.

Darüber hinaus können sie eigene Zwischenziele setzen, Entscheidungen treffen und ihr Verhalten an veränderte Situationen anpassen.

Ja, KI-Agenten lassen sich DSGVO-konform einsetzen – vorausgesetzt, einige zentrale Anforderungen sind erfüllt. Dazu gehören eine rechtmäßige Datenverarbeitung mit gültiger Rechtsgrundlage, transparente Protokollierung, die Wahrung der Betroffenenrechte und idealerweise ein Hosting in europäischen Rechenzentren. Achten Sie zusätzlich darauf, in welche Risikoklasse Ihr Anwendungsfall im Sinne des EU AI Act fällt, da daraus weitere Transparenz- und Dokumentationspflichten entstehen können.

Es gibt zahlreiche Ausprägungen – von einfachen, reaktiven Agenten bis zu komplexen, lernfähigen Systemen. Im Geschäftsumfeld verbreitet sind unter anderem SDR-Agenten für den Vertrieb, KI-Agenten im Kundenservice, Agenten für Marketingkampagnen, E-Commerce Agenten und Agenten für die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit. Architektonisch lassen sie sich zudem in eingebettete und autonome sowie in Einzel- und Multi-Agenten-Systeme unterscheiden.

Einen Pauschalpreis gibt es nicht, da die Kosten von Faktoren wie Preismodell, Umfang, Integrationstiefe und Betriebsaufwand abhängen. Anbieter rechnen etwa pro Nutzer:in, pro Konversation oder verbrauchsbasiert nach ausgeführten Aktionen ab. Um den konkreten Nutzen für Ihr Unternehmen einzuschätzen, hilft der ROI-Rechner für KI-Agenten, der Investitionen den quantifizierbaren Effekten gegenüberstellt.

Eine strukturierte Einführung beginnt mit klar definierten Zielen und einem konkreten Use Case. Anschließend prüfen Sie die technischen Voraussetzungen, stellen die Datenbereitschaft her, konfigurieren den Agenten samt Guardrails und integrieren ihn in Ihre bestehenden Systeme. Starten Sie mit einem begrenzten Pilotbetrieb, überwachen Sie die Leistung fortlaufend und optimieren Sie den Agenten kontinuierlich auf Basis von Feedback und messbaren Ergebnissen.

Nein. Moderne Plattformen wie Agentforce ermöglichen es auch Fachanwender:innen ohne tiefe IT-Kenntnisse, KI-Agenten zu erstellen. Sie beschreiben in natürlicher Sprache, was der Agent leisten soll, und die Plattform übernimmt den Rest. So können Teams schnell eigene Agenten aufbauen und anpassen, ohne auf umfangreiche Entwicklungsressourcen angewiesen zu sein.

Foto von Magulan Duraipandian

Magulan Duraipandian

Senior AI Solutions Technical Evangelist bei Salesforce.

Magulan ist Entwickler, Architekt und zertifizierter KI-Experte. Er lebt in Toronto, Ontario, Kanada. Sein technisches Fachwissen umfasst mehr als 20 Salesforce Zertifizierungen, unter anderem zu Agentforce, Data Cloud, Einstein AI,Lightning-Webkomponente, Apex, Visualforce, Flows und JavaScript-Entwicklung. In seiner Freizeit gärtnert er und spielt Badminton. Seinen Blog rund um Technik finden Sie unter infallibletechie.com.

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